Donnerstag, 28. Oktober 2010

Große Ehre!

Der bislang inhaltlich bedeutendste Beitrag zur Sarrazin-Debatte

Dieser Blog hat die Ehre, den bislang besten und bedeutendsten wissenschaftlichen Sachbeitrag zur Sarrazin-Debatte (1) der Netzgemeinde verfügbar machen zu können (--> Academia.edu). Es handelt sich um einen Aufsatz des Anthropologen und Historikers Andreas Vonderach (Bild rechts) (a, b). Dieser neue Aufsatz ergänzt und erweitert die von ihm in letzter Zeit erschienenen Netzbeiträge (2 - 5) noch einmal bedeutend.

In diesem neuen Aufsatz kommt der Paradigmenwechsel hinter den naturwissenschaftlichen Sachargumenten von Thilo Sarrazin in jener Breite und Dichte zur Darstellung, wie das bislang zumindest in deutscher Sprache noch an keiner anderen Stelle geschehen ist, wie das aber allein als dem Gegenstand angemessen erachtet werden kann.

Solche Aufsätze sollten jetzt eigentlich in der FAZ, in der "Zeit", im "Focus" oder im "Spiegel" erscheinen, damit Gelegenheit gegeben wird, die von Thilo Sarrazin angestoßene wissenschaftliche Sachdebatte niveauvoll fortführen zu können. Und zwar eben nicht nur im Elfenbeinturm der Wissenschaft, wo sie sowieso schon seit Jahrzehnten stattfindet. Insbesondere Menschen wie Frank Schirrmacher möchte man diesen oder ähnliche Aufsätze dringend ans Herz legen.

Wichtige Aspekte dieses Paradigmenwechsels hinsichtlich des Themas "Are we still evolving?", bzw. des Themas "Jüngste Selektionsereignisse im menschlichen Genom", sind übrigens von fast allen großen Tages- und Wochenzeitungen in den letzten Jahren immer wieder einmal aufgegriffen worden (Beispiel: Focus, 31.1.2006).

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  1. Vonderach, Andreas: Die Sache mit den Genen. In: Sezession, Sonderheft Sarrazin, Herbst 2010
  2. Vonderach, Andreas: Der „Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland“ (VBiO) hat grundlegende genetische Zusammenhänge falsch verstanden. Auf: Sezession im Netz, 6.9.2010
  3. Vonderach, Andreas: Sind Verhalten und Intelligenz genetisch begründbar? (Präzisierung zu Äußerungen Sarrazins). Auf: Sezession im Netz, 2.9.2010
  4. Vonderach, Andreas: Haben Völker eine genetische Identität? (Präzisierung zu Sarrazins Äußerung). Sezession im Netz, 30.8.2010
  5. Vonderach, Andreas: Herausforderung Soziobiologie. In: Sezession, Februar 2009

Kommentare:

Ingo Bading hat gesagt…

Mir will der Satz nicht aus dem Kopf:

"Der Schädel eines heutigen Australiden, in Europa ausgegraben, würde aufgrund seiner Form in die jüngere Altsteinzeit vor mehr als 10.000 Jahren datiert werden."

Richard Lynn vermutet ja, daß der höhere IQ der Nordhalbkugel während der Eiszeit evoluiert ist.

Gibt es eigentlich Studien, die eine Korrelation zwischen Grazilisierung und Intelligenz aufzeigen?

Sollte das der Fall sein, wäre das doch ein Argument dafür, daß der höhere IQ auf der Nordhalbkugel sich erst nach der Eiszeit und mit dem Ackerbau evoluiert hat. Wofür auch sonst meiner Meinung nach manches spricht, was aber vielleicht mit einer solchen Korrelation noch einmal gut unterfüttert werden könnte, wenn sie denn ausreichend hoch ausfüllen würde. - ?

WH hat gesagt…

Vielen Dank für diesen Aufsatz, den ich mit Interesse gelesen habe. Leider bringen ähnliche Aussagen linke Ideologen in den Medien und in allen Parteien, die im Deutschen Bundestag vertreten sind, zur Weißglut. Auch ich bin wegen folgender Wiedergabe der Aussage des Kulturphilosophen Johannes Scherr (1817 – 1886) angegriffen worden:

„Die Ungleichheit ist ein Naturgesetz so gut wie irgendeines. Die schädlichen Wirkungen von Naturgesetzen vermag man einigermaßen zu mildern, wie man ja zum Beispiel dem Blitze sozusagen seinen Weg vorzeichnen kann. Aber die Naturgesetze aufheben kann kein Gott und kein Mensch.“

Ich persönlich bin ein entschiedener Gegner des Gleichheitswahns, der mit der französischen Revolution anfing. Ich habe bei einem Frankreichaufenthalt 1991 über einem Kirchenportal (!) die unsägliche Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ gelesen. Ich war empört. Wichtig und menschenfreundlich ist dagegen das Eintreten für menschliches Mitgefühl, für Wahrheit und Gerechtigkeit. Diese ist das Bemühen, Gleiches gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln.

Ob die von Vonderach zitierten Forschungsergebnisse ausreichend abgesichert sind, wage ich auf Grund meiner eigenen Untersuchungen und Literaturstudien zu bezweifeln. Wissenschaftler neigen dazu, sich zu sehr im Einzelnen festzubeißen und Detailergebnisse vorschnell zu verallgemeinern, ja sogar sie zurechtzubiegen, um sich wichtig oder bekannt zu machen. Aber die Menschheitsgeschichte zeigt trotz meiner Skepsis gewisse Abläufe und Erscheinungen, die stark auf der Unterschiedlichkeit der einzelnen Völker und ihrer summarischen Erbanlagen beruhen. Daran besteht für mich kein Zweifel. Das alles möchten materialistische Fanatiker und Ideologen einebnen. Sie hetzen gegen jeden, der sich ihrer Bösartigkeit entgegen stellt. Wenn es so weitergeht, wird es in 100 Jahren kein deutsches Volk und keine deutsche Sprache mehr geben. Die Massenmedien wirken an dieser Entwicklung mit wie ein Katalysator bei einer chemischen Reaktion. Sie propagieren und zensieren in Richtung Vermischung und Zerstörung der Vielfalt der Völker und ihrer Kulturen. Die EU und die UNO sind mit von der Partie oder Teil des Systems. Die kleinen Leute sind da ohnmächtig.

Ingo Bading hat gesagt…

Viele jüdische Intellektuelle sagen Ähnliches wie Vonderach. Auch in Deutschland gibt es ja inzwischen viele, von denen man Ähnliches hört. Ich sammele ja all diese Stimmen auf meinem Blog. Dieser Aufsatz mag wie eine Einzelstimme klingen. Aber das Buch von dem Sarrazin zeigt ja schon auf - und Frank Schirrmacher spricht ja schon von Paradigmenwechsel im Interview mit Sarrazin - daß da ein riesiger großer Erkenntnisumschwung durch die Wissenschaft kommt. Das MUSS so sein, weil das Wissen über den Menschen immer vollständiger wird durch die Wissenschaft.

Und wenn die Menschen eben ungleich sind, wie Sie ja auch sagen, dann muß das die Wissenschaft auch irgendwann unwiderlegbar als ein fest erkanntes Naturgesetz anerkennen. Da wir die Gene bislang nie so gut erforscht hatten wie heute, war unser Wissen noch zu lückenhaft, um Gegenargumente entkräften zu können. Das wird aber allmählich immer unmöglicher. Die Erkenntnis ist da. Aber auch die Erkenntnis von Nikolaus Kopernikus hat mehrere Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte gebraucht, bis sie von allen Menschen (nun ja: fast allen Menschen) anerkannt wurde.

Andreas Vonderach hat gesagt…

Über die Korrelation von Intelligenz (Schulbegabung) und Grazilität gibt es eine Arbeit von Schwidetzky: Das Grazilisierungproblem. Ein Brückenschlag zwischen Rassengeschichte und Konstitutionsforschung. In: Homo 13, 1962, S. 188-195. Sie bringt dort die Korrelation von Grazilität und Schulbegabung aufgrund der Westfalen-Untersuchung anhand von Handbreite, Unterkieferwinkelbreite und Jochbogenbreite als Robustizitätsmarker. Die Korrelation ist signifikant, aber nicht hoch. Sie stellte die Hypothese auf, daß die Grazilisierung eine Folge der Tatsache war, daß durch die Neolithisierung die robusten (und aggressiveren) typen nicht mehr so gut angepaßt waren. Wenn man sucht, wird man sicher noch mehr Untersuchungen über entsprechende psychosomatische Korrelationen finden. Ich glaube in Schwi's Buch "Hauptprobleme der Anthropologie", das ich Dir mal überlassen habe, ist eine entsprechende Tabelle, vielleicht auch bei Knussmann, Vergleichende Biologie des Menschen.

Im allgemeinen wird die nachlassende Robustizität als eine Folge des nachlassenden Selektionsdrucks auf körperliche Stärke usw. hin in der Zivilisation gesehen.

Übrigens ist in Nature vom 8.Juli ein Aufsatz von Karl Skorecki u.a. zur Genetik der Juden, wo es heißt, daß 90 % der Juden genetisch so verwandt miteinander seien wie Cousins 5. Grades (Nature 466, 2010, S. 238-242).

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