Freitag, 5. März 2010

Ein Blick ins Gruselkabinett des Katholizismus

Oder: Von der Trennung der katholischen "Seele" vom "unreinen", weltlichen, "schmutzigen" Körper
Oder: Katholische und jesuitische Jugenderziehung live - im Jahr 2010 im WDR

Im WDR hat Ende Februar Martin Bachmann viele Verantwortliche im Bereich der katholischen und jesuitischen Jugend- und Schulerziehung vor der Kamera interviewt.
Keiner der hier Interviewten macht einen wirklich kompetenten, glaubwürdigen Eindruck. Sie stottern herum, sie drucksen herum, sie zögern zu reden.

Wie kann es nur angehen, daß die Öffentlichkeit sich von Stellungnahmen derartigen Charakters abspeisen läßt. Geht es hier etwa nicht um Seelenmord? - Man zeigt doch hier nur seine eigene Unfähigkeit auf, über solche Themen überhaupt zu reden! Und das im Jahr 2010 nach Christi Geburt! Und es wird deutlich, aus welchen verdrucksten Haltungen heraus man das bisher immer innerhalb der Kirchen hatte "regeln" wollen, "handhaben" wollen. Aber so kann man doch gar nichts regeln. Das Unheil setzte sich doch nur immer weiter fort. Und es wird sich weiter fortsetzen. Bei derartig verdrucksten Haltungen.

Warum tauchen innerlich immer Bilder von Lurchen und Echsen auf, wenn man solchen Leuten zuhört?

Die katholische Moral selbst: jugendgefährdend

Was muß denn eigentlich noch alles passieren, bis man solchen Leuten schlicht das Recht auf Jugenderziehung entzieht? Ist eigentlich katholische Moral, ist eigentlich priesterlich-zölibatere Lebensweise nicht an sich jugendgefährdend, wenn sie personifiziert in Gestalt von solchen Lehrern, Jugenderziehern, "Schulseelsorgern" auftritt? Wollen wir in unserem Land, daß Jugendliche von solchen Menschen Sexualerziehung erhalten? Im 21. Jahrhundert? Daß solche Leute vor Jugendlichen über "Liebe" reden? Solche zutiefst gestörten Menschen?

Jeder weltliche Lehrer tritt glaubwürdiger auf, kann offener über alle angesprochenen Fragen reden, als all diese verdrucksten, zum Teil sehr wohlbeleibten Priester: Mitten in Deutschland lebt hier tiefstes Mittelalter fort.

Sexualität: Da sprechen Leute dauernd über Dinge, als würden diese - für sie - nur auf dem Mond stattfinden. So weit entfernt von der eigenen Lebenserfahrung vollzieht sich das für mehrere der Menschen, die hier interviewt werden. Sie können doch per se gar nicht glaubwürdig darüber sprechen. Wie kann sich denn so etwas - - - "Schulseelsorger" nennen? Da wird doch nicht für die Seele gesorgt, da wird Seele schlichtweg: entsorgt. Denn da wird die Seele vom Körper getrennt, da macht man der Seele den Körper schlecht. Und damit fängt doch alles Unheil an: Ein "abgespaltener Bereich meines Ich" - so beschreiben auch Mißbrauchsopfer den durch den Mißbrauch an ihnen hervorgerufenen Seelenzustand.

"Ich werd sie nicht wegbeten können, meine Sexualität"

Da sagt der "Schulseelsorger" (in der 12. Sendeminute) - und das im Jahr 2010 nach Christi Geburt:
Aber ich werd' sie nicht wegbeten können, meine Sexualität.
Er will also verdrängen. Es ist ihm ein unangenehmes Geschehen! Man muß doch diesen Leuten einmal zuhören. Man muß doch einmal auf ihre Körperhaltung dabei achten. Gütiger Gott! Spricht sich so nicht seelische Verkrüppelung aus? Ein zu hartes Wort? Vielleicht haben sich auch zu viele Menschen auch einfach schon viel zu sehr daran gewöhnt, als daß sie derartige Dingen noch als solche erkennen können?
Man muß Fußball spielen ...
Alles, was schon vor 40 Jahren geredet wurde, und was zu so vielen Mißständen führte, was mit so vielen Mißständen verbunden war, wird heute immer noch geredet von Seiten katholischer Schulseelsorger: Fußball. Sogar direkt in die Kamera hinein. Um Körperlichkeit, Geschlechtlichkeit - - - "wegzudrücken". Schon solche "Lehren", von Autoritäten Schülern gegenüber zum Ausdruck gebracht, kann man als Seelenmißbrauch empfinden. Denn hier wird auf wesentlichste Lebensbereiche geschaut so, als ob man sie "wegdrücken" müßte.

Das große Vorbild für die Jugend: ein Heiliger, der sich schon mit 10 Jahren zur Keuschheit verpflichtete

Eine "ausgeglichene und balancierte Person" soll der Schüler werden. - Ja, offenbar muß da viel "balanciert" werden. Wenn katholische Schulseelsorger reden. Genauso hört es sich an, wenn man - "herum-eiert". Nein, in der 12. Sendeminute brichte der Verfasser dieser Zeilen das Ansehen dieser Sendung erst einmal ab. Denn jetzt ist auch noch vom "Heiligen Aloisius" die Rede, dem Namensgeber des Jesuiten-Internats in Bonn-Bad Godesberg, von dem so viele "namhafte" Persönlichkeiten in ihrer Jugendzeit geprägt wurden (siehe frühere Beiträge hier auf dem Blog). Alighieri Tondi hat das genügend gekennzeichnet in seinem Buch über den Jesuitenorden, die primitive Religiosität, die mit der Verehrung solcher Heiliger verbunden ist.

Daß sich der "Heilige Aloisius" schon im Alter von 10 Jahren zur "Keuschheit" verpflichtet haben soll. Und solche "Heilige" werden Schülern mitten in Europa im 21. Jahrhundert so sehr als Vorbild gepriesen, daß man ganze Schulen nach ihnen benennt? Elite-Schulen? Muß das nicht als ein grotesker Wahnsinn bezeichnet werden?

Und Schülerinnen und Schüler werden mit so etwas täglich konfrontiert? Hallo? Ist denn hier irgendjemand überhaupt noch wach? Da wünscht man sich in der Tat manchmal den alten Voltaire zurück - - - Und man versteht allmählich besser, was ein Jesuiten-Schüler sagte: Sie mögen mir auf Knieen dafür danken, daß ich kein Terrorist geworden bin.

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