Freitag, 12. Juni 2009

Eva Herman's neuer Internet-Fernseh-Kanal ...

... und Peter Sloterdijk's neues Buch "Du mußt dein Leben ändern"

Eva Herman hat recht. Sie macht es wie Borris Becker oder der Papst und präsentiert ihre Sicht auf die Welt einfach mit einem eigenen Internet-Fernseh-Kanal. Warum sich auch abhängig machen von den "großen Medien" und von der Art, wie sie die Kommunikationsstrukturen in unserer Gesellschaft gestalten, zumeist aber eher: korrumpieren? Am 16.6.2009 soll der Internet-Fernseh-Kanal von und mit Eva Herman und zahlreichen Experten (Kinderpsychologen, Wirtschafts-Experten und anderen mehr) offiziell eröffnet werden: "Family fair - Mehr Liebe, mehr Leben". Die Seite befindet sich derzeit noch im Aufbau.

Man spürt ein wenig ein gesellschaftsveränderndes Zerren und Rütteln auf dieser Seite, schon wenn man das zum Teil freundliche, zum Teil verbitterte Gesicht von Eva Herman in den beiden bisher eingestellten Sendungen sieht. Und vor allem deshalb soll an dieser Stelle auf diese Seite verwiesen werden.

So sehen sie eben aus. Menschen, die unter den gesellschaftlichen Verhältnissen leiden, die unter speziell dieser Gesellschaft leiden ...

Peter Sloterdijk "Du mußt dein Leben ändern"

Und Leid bewegt. Leid ruft Reformen hervor. Und von wem sollten Reformen in der heutigen Gesellschaft kommen? - Etwa von Bücher wie Peter Sloterdijk "Du mußt dein Leben ändern"? Gerade hat der Autor dieser Zeilen die erste Hälfte dieses neu erschienenen Buches mit allerhand Vorerwartung gelesen. Sucht doch Sloterdijk, so heißt es in Ankündigungen, nach Alternativen zu der „lähmenden Harmlosigkeit sämtlicher gängigen Diskurse“.

Und was findet man beim vielen "Üben" des Peter Sloterdijk bei der Überwindung dieser "Harmlosigkeit"? *) "Viel Steine gab's und wenig Brot." Ständig geht es dem Sloterdijk um das Phänomen Religion, es ist das Thema dieses Buches. Und das Buch versucht ständig nur aufzuzeigen, daß es das Phänomen, von dem es seinen Ausgang nimmt - recht besehen - gar nicht gibt. Geht von solchen Büchern Reform aus? Setzt denn der Sloterdijk da an, wo die Menschen heute stehen? Nein, er setzt da an, wo Intellektuelle heute stehen. (Und zwar vorwiegend geisteswissenschaftlich orientierte.) Eigentlich muß man nichts dagegen haben. Aber einem Intellektuellen geht es doch - letztlich und zumindest seinem Anspruch nach - vor allem darum, (im geistigen Bereich) nicht trivial zu sein. (Ob im persönlichen Leben auch, bleibe einmal dahingestellt ...) Dieser Anspruch ist ja nun auch gewiß nicht der schlechteste. Die Fragen "Askese oder nicht" und "Wenn ja, wann, wo und wie?" sind gewiß keine falschen. Aber das Leben, das eigentliche Leben verliert man dabei halt doch auch leicht aus den Augen. Und Leben ist zunächst einmal ganz banaler, oft allzu "trivialer" Alltag. Tägliches Zusammenleben von Menschen.

Aber wie geht man mit Trivialität um?

Die Windeln eines Babies zu wechseln, kann mitunter - mitunter - auch sehr trivial sein. Aber wie geht man damit um - "philosophisch"? Wie ordnet man es gedanklich in den allgemeinen Zusammenhang der Dinge ein?

Und genau bei solchen Dingen setzt "Familyfair" an. Mit der "praktischen Philosophie" des Lebensalltages, die heute sehr eng mit politischer Philosophie verquickt ist, mit Medientheorie, mit Auffassungen von sozialer Gerechtigkeit, mit gesellschaftlichen Diskursen und so vielem anderen mehr. Und es ist sinnvoll, daß all diese Fragen endlich auch einmal primär aus der Sicht der Kinder und jener, die sich mit ihnen befassen, behandelt werden.
__________

*) (13.6.09) Die folgenden Ausführungen beziehen sich im Wesentlichen auf ein Querlesen der Seiten 37 bis 698 dieses Buches, das insgesamt 714 Seiten hat. Wenn man das Buch vom letzten, sehr wertvollen Kapitel her neu liest, ergeben sich vielleicht auch auf die anderen Kapitel noch neue, bessere Perspektiven (?).

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