Dienstag, 23. Juni 2015

Wie kommen Völker vom Wissen zum Handeln?

Seelische Reifung des Einzelmenschen ist Vorbedingung zur Überwindung der Kriminalität unserer heutigen Eliten weltweit

Ein heute weit verbreiteter Glaube in der alternativen Öffentlichkeit besteht darin, dass man davon ausgeht, dass das Erwerben und Verbreiten von Wissen schon per se gesellschaftliche Veränderungen hervorruft, bzw. ein gesellschaftliches Wollen, das dann Veränderungen bewirkt. Ich glaube, es wird sich allmählich in der alternativen Öffentlichkeit auch die Erkenntnis ausbreiten, dass Wissen nicht per se auch Wollen und Handeln ist. Um es krass auszudrücken: Ein bequemer und willenlos gemachter Sklave kann alles über seinen Zustand wissen und über die Verhältnisse und Mechanismen, die diesen herbeigeführt haben, ohne dann auch noch unbedingt das Wollen aufzubringen, diesen Zustand zu ändern oder die Verhältnisse, die ihn bedingen. Nicht nur Wissenserwerb im stillen Kämmerlein ist Mühe, sondern noch viel mehr das Aufbringen von Willenskräften, die dann auch wirklich Veränderungen bewirken.

Und es mag leicht sein, Hinweise zusammenzutragen dafür, dass die zynischen, kriminellen Eliten, die den Mehrwert der Arbeit abschöpfen und zur fast schrankenlosen Machtausübung nutzen, auch genau solche Völker und Gesellschaften schaffen wollen, also Völker, die alles über sich und ihren Zustand wissen, die aber nicht handeln, die den Willen, die Kräfte und Fähigkeiten zum Handeln schlichtweg verloren haben. Völker, die sich sozusagen daran "goutieren", "delektieren", alles über die zynische Verhöhnung ihrer selbst zu wissen und allein davon schon befriedigt zu sein, da man sie ja zumindest nicht mehr für "dumm" halten kann. Denen also das Gefühl der Ohnmacht eingeflößt werden soll: Ihr wisst zwar alles - aber ändern könnt ihr ja doch nichts. Denn wir haben die Macht. Und wir zerschlagen jede gegen uns gerichtete gesellschaftliche Oppositions-Bewegung schon im Keim, schon in ihrer Entstehung und dulden nur solche "Quasi-"Opposition, die wir zuvor geprüft und für ungefährlich befunden haben, bzw. die wir uns zuvor in die Hand gespielt haben nach feindlicher Übernahme, nach Hijacking, und die uns dadurch kaum noch gefährlich werden können.

Und da die Menschen sehen, wie seit 100 Jahren immer wieder jede gesellschaftliche Aufbruchbewegung in Streitereien endet, in die Irre geleitet wurde, umgedreht wurde, verlieren sie den Glauben daran, durch eigene Initiative, durch Handeln noch etwas ändern zu können.

Wer zum Beispiel will denn noch eine Partei gründen? Oder die Kärrnerarbeit von "Basisbewegungen", "Graswurzelbewegungen" machen? Und diese Ohnmachtsgefühle sind natürlich erwünscht. Der Sklave wird so lange geschlagen und mit Suchtmitteln verführt und verwöhnt, bis er alles Wollen aufgibt, bis er den Glauben an sich selbst verliert. 

Wie also kommen Völker auch noch unter solchen Umständen vom Wissen zum Handeln?

Durch das Schaffen einer Gegenkultur. Durch das Ansprechen religiöser Kräfte. Diesen Gedanken sollte künftig noch weiter nachgegangen werden. Man könnte sich zum Beispiel einmal die derzeit laufenden, vielen Experimente von "atheistischen Gottesdiensten" anschauen. Hier wird dem Gedanken nachgegangen, dass auch moderne Menschen Gemeinschaft erleben wollen, auch in ihrer Nachbarschaft, dass sie ihre Religiosität angesprochen wissen wollen, durchaus auch sehr bewusst. Und anderes mehr. Es könnte durchaus sein, dass in solchen Bereichen der Kulturgestaltung, in solcher Feiergestaltung manche gesellschaftsverändernde Kraft beschlossen liegt. Denn wenn der religiöse Konsens größer wird in der Gesellschaft, könnten damit auch die seelischen Kräfte in der Gesellschaft wachsen.

Vorschaubild des - wieder herausgenommenen - Video's :)
Darüber hatte ich für diesen Blogbeitrag auch einen 10-minütigen Videoblogbeitrag erstellt, den ich aber wieder herausgenommen habe, da ich das noch einmal in anderer Weise zur Sprache bringen will.

Die Geheimmächte spielen auf der Klaviatur der Glückssehnsucht der Menschen

Vor einigen Wochen hatte ich mir zu dem gleichen Thema schon mal folgende Notizen gemacht: Solange nicht auf die seelische Reifung und Vervollkommnung des Einzelmenschen - vielleicht am ehesten im Sinne der psychologischen Philosophie von Mathilde Ludendorff - der Schwerpunkt gelegt wird, wird man mit den Geheimmächten und Geheimdiensten im Hintergrund nicht fertig werden können.*) Sie spielen und agieren mit der bodenlosen Vielfalt menschlicher Unfertigkeit, Unreife, Kurzsichtigkeit und Oberflächlichkeit. Mit der bodenlosen Vielfalt menschlicher Glückssehnsucht. Sie wissen, dass Erich Ludendorff recht gehabt haben wird, als er forderte: "Machet des Volkes Seele stark." Dass erst der seelisch reife und vervollkommnete Mensch - und nicht allein sein umfassendes, angelesenes Wissen - ein wirklicher Gegner dieser Hintergrundmächte darstellt, ein Gegner, der nicht in eine ihrer hundertfach aufgestellten Fallen hineintappt. Was, lieber Leser, du bist noch in keine der von ihnen aufgestellten Fallen hineingetappt? Du glaubst, alle ihre aufgestellten Fallen inzwischen zu durchschauen? - Dann träume bitte weiter!

Wir wollen alle "glücklich" sein. Und diese Glückssehnsucht ist (zumindest nach der Philosophie Mathilde Ludendorffs) eines der größten Hindernisse zur seelischen Reifung und Vervollkommnung. Die Hintergrundmächte ziehen sich untereinander und ziehen die von ihnen Beherrschten am Strick der Glückssehnsucht des Einzelmenschen hinter sich her. Erst wenn wir uns von dieser Glückssehnsucht emanzipieren, von ihr eine gewisse Unabhängigkeit erlangt haben, wenn wir bereit sind, um ein höheres Gutes willen auch tiefes Leid - oder gar den Tod - auf uns zu nehmen, gehören wir zu jenen "Freien", die die Hintergrundmächte wirklich fürchten und fürchten müssen.

Denn seelische Reifung und Vervollkommnung sind nicht Dinge vornehmlich des "Wissens", der angelesenen oder erlernten "Kenntnisse", des "Durchschauens" der vielen Tricks und Finten der den Fortschritt der Menschheit aufhaltenden und untergrabenden Geheimmächte. Es sind das viel mehr Dinge, die sich im Bereich der Kultur abspielen. Das ist der Grund, weshalb alle großen Revolutionen und Reformbewegungen nicht in erster Linie politische, sondern vor allem Kulturrevolutionen waren. Dass sie eine neue Moral mit in die Welt brachten, eine neue Kunst, ein neues Lebensgefühl, ein neues Denken.

Und an dieser Stelle erst wird die ganze Ohnmacht der gegenwärtigen "Neuen sozialen Bewegungen" deutlich: Noch die Anti-AKW-Bewegung der 1970er Jahre hatte gewissermaßen eine neue Kultur, eine "Gegenkultur" ausgebildet, man war "alternativ", man war "Aussteiger", man gründete "Landkomunen", erprobte neue Formen des menschlichen Zusammenlebens. Und indem wir auf diese Zeit zurückschauen und feststellen, dass heutige neue gesellschaftliche Bewegungen im Grunde an keinem Punkt über die damalige "alternative Szene" und ihre Lebensexperimente hinausgekommen sind - abgesehen von dem heutigen erweiterten Kenntnisstand über das Wesen und die Handlungsmöglichkeiten der Hintergrundmächte - erkennen wir erst, wie viel zu tun übrig bleibt.

Ja, wir erkennen, dass das Wesentlichste weniger als je getan ist und getan wird. Und damit wird nicht auf "verändertes Verbraucherverhalten", auf bewussteres "Konsumverhalten" angespielt, auf die Beachtung von "fair trade" und ähnliche Dinge (die natürlich auch wichtig sind). Sondern damit wird angespielt auf die Frage: Welche Haltung nehmen wir dem Leben selbst gegenüber ein? Welchen Sinn geben wir dem Leben? Wie gehen wir mit unseren seelischen Kräften um? Wie haushalten wir mit ihnen, damit wir "schlagkräftig", "kampffähig" bleiben - oder überhaupt erst ausreichend werden?

/Video wieder herausgenommen und 2. Teil des Blogbeitrages hinzugefügt: 27.6.2015/

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*) Mathilde Ludendorff unter anderem deshalb, weil man womöglich im Rahmen ihrer Psychologie noch am ehesten von jeder Art von Okkultismus bewahrt ist, dem die Menschen nur allzu gerne und allzu leicht verfallen. Es ist ja sehr beliebt insbesondere unter Okkulten, von seelischer Vervollkommnung zu sprechen, wie sie ja überhaupt so vielen wesentlichen Dingen ihren eigenen Sinn überstülpen und dadurch den wacheren Menschen diese Dinge überhaupt verekeln, während sie sie für die seichteren Menschen dadurch "passend" gemacht haben. Es ist Peter Sloterdijk zu danken, dass er neue, frische Wege eingeschlagen hat, sich diesem Thema auf nicht-okkultem, nicht-esoterischem Wege zu nähern (s. GA-j!, 3/2015). 

Kommentare:

Kölner hat gesagt…

Zum Text und zum Titel passt die Passage aus folgendem auch komplett empfehlenswerten Interview:

https://youtu.be/snb9zdcJx60?t=16m39s (siehe bis 17min 23sec)

Ingo Bading hat gesagt…

Vielen Dank für den Hinweis! Anhand desselben kann ich vielleicht noch ein bisschen deutlicher machen, worum es mir geht. Laut Begleittext ruft Ziegler

>>im Gespräch mit KenFM mehr denn je zum Widerstand, zum zivilen Ungehorsam gegen ein Wirtschaftssystem auf, das für seinen Profit ohne Skrupel über Leichen geht. „Besetzt Ramstein!“ und „Kommt nach München zum Anti-G7-Gipfel“ sind Botschaften, die wir aus Genf mitgenommen haben, um sie der Community, der „Genration @“, ans Herz zu legen. Werdet Aktivisten.<<

Eine derartige Aktivität setze ich ja stillschweigend als den bisherigen Widerstand voraus, der aber in dieser Form - BISLANG!!! - nichts gebracht hat. Und da ist doch schon mal Anlass, nach so und so viel Jahrzehnten von Aktivismus inne zuhalten und zu fragen:

Reicht das aus? Reicht rein politischer Aktivismus aus? Oder muss nicht in Form einer Gegenkultur praktisch ein Alternativentwurf von Gesellschaft erst einmal vorgelebt werden, bevor die herrschende Kultur entmachtet werden kann, da sie im Angesicht der Gegenkultur schal, trocken und leblos aussieht?

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