Mittwoch, 23. September 2009

Thema "Verschwörung" und die Wissenschaftsblogs

Im Bereich der Wissenschaftsblogs ist bislang über die Themen "Geheimdienste" und "Geheimdienstkritik", "gelenkte" und "manipulierte Demokratie", "Verschwörung" und "Verschwörungstheorie", "Lobbyismus", "Korruption" und "Justizskandale" vergleichsweise wenig zu lesen gewesen. Auf drei Blogs entdeckte "Studium generale" (eher zaghafte) Einträge zu solchen Themen und versuchte dann dort auch einmal - zumeist eher erfolglos - eine Diskussion anzuleiern:
Bei Soziologie-Student René König auf Interactive Science (7.9.2009),
bei Religionswissenschaftler Michael Blume auf Natur des Glaubens (28.8.2009) und
bei Politikwissenschaftler Ali Arbia auf Zoon politikon (15.8.2009).
Vielleicht wird man auch einmal bei Edgar Dahl vom Libertarian irgendwann etwas zu solchen Themen lesen?

Wenn man jedenfalls sieht, wie präsent solche Themen immer wieder auch in den großen Tageszeitungen und Wochenmagazinen sind - bis hin zu TAZ und Jungle World -, dann verwundert es einen schon, daß die Wissenschaftsblog-Szene oder auch engagierte Sympathisanten der Giordano Bruno-Stiftung, von denen man doch noch am ehesten glauben sollte, daß sie sich für solche Themen interessieren könnten, stattdessen diesen Themen gegenüber so abstinent zu sein scheinen.

Im Gegensatz dazu ist dies der Göttinger Phyikochemiker Professor Michael Buback immer weniger. Was verständlicherweise aus seiner Biographie abzuleiten ist. Auch der Soziobiologe Robert Trivers und der Sprachforscher Noam Chomsky waren dies noch nie (siehe etwa St. gen.).

Und die Meinung von "Studium generale" ist: In einer gut funktionierenden Demokratie muß es fundierte und umfassende Geheimdienst- (und Lobbyismus-)Kritik geben - ständig und dauerhaft. Zumal in solchen Zeiten wie unseren, die - angeblich - (nach den Thesen des Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama) an das glückliche "Ende der Geschichte" gelangt sein sollen. Fukuyama könnte Recht und Unrecht zugleich haben. Und möglicherweise hätte er noch ein wenig mehr recht, wenn er zuvor noch ein wenig mehr über die Dialektik von Schein und Sein nachgedacht hätte.

Wenn man das allerdings auf dem heutigen Kenntnisstand tut, der sich gegenüber dem vor zehn Jahren deutlich erweitert hat, könnte man zu dem Ergebnis gelangen, daß Geheimdienst-Kritik heute der demokratischste Ansatz ist, der überhaupt vorstellbar ist. Demokratischer in jedem Fall, als die bewußte Teil- oder Nichtteilnahme an einer Bundestagswahl mit all den plakativen Bildern, die sie uns vorgaukeln - seit Jahrzehnten, während im Hintergrund ganz andere die Weichen stellen.

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