Freitag, 19. September 2014

Der Todeskult des Rock'n Roll

Ist das der Grundtenor der Geschichte des Rock'n Roll: "Töte mich sanft mit Deinen Liedern" - ?

Schon seit Wochen bekommt man auf der Internetseite der berühmten - und fast schon legendären - britischen "Daily Mail" unter den "Empfehlungen aus dem Internet" am Ende eines jeden Artikels (hier ein aktuelles Beispiel) ein Bild von Charles Manson zu sehen begleitet von den Worten

"Is That What the Song 'American Pie' Is Really About?"

Also die Frage: Handelt das Lied "American Pie", eine Art zweite "Nationalhymne der USA", eine Ballade über die Geschichte des Rock'n Roll, in erster Linie und vor allem von Satanismus (hier der Text deutsch und englisch)?



Die dazu verlinkte Internetseite ist auf den ersten Blick so grundlegend in der Beantwortung der von der "Daily Mail" gestellten Frage nicht. Die "Daily Mail" stellt diese Frage in Zeiten, in denen sie viel über die Pädokriminalität der britischen Eliten zu berichten hat. Die verlinkte Internetseite stellt aber nur fest, dass sich das Lied auch auf die Manson-Morde bezieht - wie eben auf viele dunkle Seiten der Geschichte des Rock'n Roll und der USA.

Beschäftigt man sich über Wikipedia (deutsch und englisch) genauer mit dem Lied, seinem Inhalt, seinem Text und hört man es sich in den verschiedenen verfügbaren Versionen im Internet an - auch in einer frühen Interpretation von Hans Hass Junior in deutscher Sprache -, stellt man einerseits einmal wieder fest: Was für eine ganz andere Zeit. Was für ganz andere Menschen. Waren sie nicht wirklich noch offener damals, die Menschen? "Jugendlicher"? Sind wir nicht als Zeit insgesamt gealtert wie die "alten Säcke" die heute noch als Rockstars auftreten, Don Mclean, der Dichter von "American Pie" nicht ausgenommen?

Abb.: Reste des Flugzeugabsturzes von "The Day th Music Died" (Februar 1959) 
Aber vor allem macht sich zugleich Betroffenheit breit. Da singen Liedermacher und Zuhörer bis heute mit breitem Grinsen auf dem Gesicht ständig von "The Day the Music Died", ständig von Tod, Fallout, Flugzeugabsturz, Trauer, einer Witwe und so weiter und so fort. In der oben eingestellten frühesten zugänglichen Version wirkt der Sänger stellenweise noch etwas ernster, aber auch dort ist dieses Phänomen schon deutlich zu sehen.

Was für ein irrwitziger Todeskult.

Und eine wirklich befriedigende Erklärung, eine Antwort zu der von "Daily Mail" so grundlegend aufgeworfenen Frage findet man auf Wikipedia derzeit nicht. Auf der Seite von Don Mclean selbst schon eher. Und zwar in Form eines Auszuges aus dem Buch "The Don McLean Story - Killing Us Softly With His Songs" von Alan Howard aus dem Jahr 2007. Hier wird eine Deutung des Liedes gegeben, in der die Ermordung von John F. Kennedy eine Rolle spielt, der Vietnam-Krieg und vieles andere mehr. Eine sehr grundlegende Deutung, in der Tat!

In der oben eingebundenen Aufzeichnung aus dem Jahr 1972 steht in der eingeblendeten Unterzeile folgender Satz:
Don's allways refused to completely explain the lyrics to this song but says that it takes the death of Buddy Holly as its starting point and has a lot of autobiography in it.
Da blitzt der Nebengedanke auf: Es "bedurfte" dieses "Ausgangspunktes", um die Geschichte so erzählen zu können oder gar: Es bedurfte dieses Opfers, damit die Geschichte so ablief, wie sie bisher abgelaufen ist. All das nur einmal als ein erster Hinweis auf all das. Wir behalten in Erinnerung: Zur gleichen Zeit moderierte ein Jimmy Savile die Schlagersendung im BBC und war in den Hinterzimmern der Aufnahmestudios pädokriminell tätig.

Um zu einer angemessenen Deutung von all dem zu kommen, was hier anklingt, müsste man sich wohl noch durch allerhand Internetseiten wühlen. Hinweise, die die Recherche abkürzen, werden gerne entgegen genommen.

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