Freitag, 31. Juli 2015

Bernd Lucke - Er sabotierte seine eigene Partei - Wer tut es noch?

Schon im September 2013 sah dieser Blog - der "Oberverdachtschöpfer"-Blog - über Bernd Lucke klar

Abb.: Bernd Lucke, April 2013
Fotograf: Mathesar
Bernd Lucke - mit seiner kinderreichen Familie und seinem sachkompetenten Auftreten kam er einem von Anfang an so seriös und so sympathisch herüber. Bis heute ist ein wenig Bedauern darüber zurück geblieben, dass er sich von seiner Partei und sie sich von ihm verabschiedet hat. Doch bei der Durchsicht der Rundbriefe, die ich manchmal per Email an Freunde versende, stoße ich aber gerade auf folgenden Rundbrief vom 29. September 2013, den ich im Betreff betitelt hatte "Bernd Lucke sabotierte bewusst seine eigene Partei und sich selbst". Und ich merke, dass ich schon vor zwei Jahren ein klares Urteil über ihn hatte. Darin schrieb ich nämlich:

Leider hat Jürgen Elsässer sein Interview im letzten Compact-Heft mit Bernd Lucke nicht vollständig ins Netz gestellt (Compact 09/2013), dort steht nur:
Elsässer: Nun hat die AfD mit dem Euro nicht nur ein recht trockenes Thema in den Fokus Ihres Wahlkampfauftrittes gestellt, sondern macht das für Otto Normalverbraucher auch noch zusätzlich kompliziert: Statt einem plakativen „Raus aus dem Euro“ vertritt Ihre Partei ein sehr anspruchsvolles Modell einer allmählichen Umstellung mit Währungs-Zweigleisigkeit. Wer soll das kapieren?
Lucke: Ich will nicht populistisch sein, sondern ehrlich. Mir wurde Populismus vorgeworfen, dabei geht es mir gerade ums Gegenteil: Wir vertreten nur das, was wir für richtig halten.
Im Gesamt-Interview wird dann aber noch wesentlich klarer, warum die AfD nicht in den Bundestag kam. Weil sie bewusst das Euro-Thema in den Vordergrund gestellt hat. Und bewusst das Zuwanderungs- und Sarrazin-Thema nicht. Wer sich bewusst so positioniert in dem sicheren Wissen, dass er mit einem anderen Thema viel sicherer im Bundestag wäre, dem kann ich nicht mehr vollständig Vertrauen entgegenbringen. Vielleicht kann ich dem Lucke noch unterstellen, dass er und seine Partei "zu schnell" in der Politik gelandet sind und deshalb etwas zögerlich vorgehen. Aber sonst sehe ich für dieses Verhalten keine Entschuldigung.

Bernd Lucke: "Ich will nicht populistisch sein"

Zuvor war schon ganz klar erörtert worden, was die den Wählern noch viel mehr auf den Nägeln brennenden Themen sind:
Jürgen Elsässer:  „Deutschland schafft sich ab“ prognostiziert Thilo Sarrazin. Teilen Sie seinen Befund?
Bernd Lucke: Sarrazin gebührt das große Verdienst, mit seinem Buch auf wichtige Missstände in Deutschland hingewiesen zu haben: Unsere Bildungsmisere, Integrationsprobleme von Zuwanderern, unser enormes demographisches Problem. Das alles wird von der Politik gerne totgeschwiegen, weil sie die erforderlichen unbequemen Antworten nicht geben will. Dennoch würde ich nicht von „Deutschland schafft sich ab“ sprechen, weil das ja so klingt, als ob wir die Selbstabschaffung aktiv betreiben. Tatsächlich ist Deutschland einfach schwach und nachgiebig gegenüber schleichenden Veränderungen, die langfristig die Substanz unserer Gesellschaft bedrohen. Diese Schwäche Deutschlands, dieser Mangel an Selbstbewusstsein und der fehlende Mut, offen zu sagen, was für uns gut und wichtig ist, ist freilich nicht minder alarmierend, als wenn irgendwo aktiv selbstzerstörerische Kräfte am Werk wären.
Ja, warum tat er es dann nicht selbst im Wahlkampf? Was für ein Schwachsinn! Lucke redet so und handelt so. Blödsinn hoch fünf. Und weiter heißt es:
Elsässer: Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ hat sich 1,4 Millionen mal verkauft. Sein Nachfolger „Deutschland braucht den Euro nicht“ ging nur 180.000 mal über die Ladentheke. Bedeutet dass, dass das Euro-Thema weniger zieht als der Problemkreis Einwanderung/Islam/Demographie?
Lucke: Ich glaube ja. Das Thema Islam und Zuwanderung emotionalisiert mehr als das Thema Geld und Währung. Aber für die AfD ist es schwierig, aus dieser Feststellung Konsequenzen zu ziehen. Das Euro-Thema ist nun mal die Wurzel unseres Engagements. Und das Thema ist enorm bedeutend: Es betrifft unsere langfristige finanzielle Stabilität ebenso wie unsere demokratisch-parlamentarische Kultur, unsere freiheitlich-rechtsstaatlichen Traditionen und unsere Souveränität innerhalb Europas. Doch so wichtig das alles ist: Wir sind keine Ein-Themen-Partei, auch wenn uns die Presse gerne so darstellt. Gerade die von Sarrazin aufgegriffenen Probleme, Bildung, Zuwanderung und Demographie werden auch in unserer Programmatik sehr stark betont.
Wer so redet, sabotiert seine eigene Partei. Bewusst. Da brauche ich dann gar nicht mehr nach "sonstigen" Wahlfälschungen zu suchen. Dies hier ist schon die größte.

So schrieb ich damals. Und bin grade über meine eigenen damaligen Worte erstaunt. Und ein politisch Superkluger schrieb mir damals noch:
Professor Lucke macht das richtig.
Und so weiter und so fort. Und eine andere Bloggerin schrieb mir damals auf diesen Rundbrief:
Wieder einmal betätigst Du Dich als Oberverdachtschöpfer. Die Antworten des Bernd Lucke, die Du anführst, sind doch durchaus integer.
Sie würden das wohl heute so nicht mehr schreiben. Hoffe ich einmal. Die AfD selbst sieht es heute jedenfalls anders. Anders als sie und als der politisch Superkluge. Aber dieser Blog liest halt nur genau. Und er zieht daraus ohne alle Schnörkel die notwendigen Schlussfolgerungen. Und er ist deshalb ein: Oberverdachtschöpfer. Er denkt über seine Mitmenschen immer nur das Allerschlimmste.

Dienstag, 28. Juli 2015

"Eine Milliarde Katholiken gegen 200 Ludendorffer - viel Spaß in der Bataille"

"Voran, Soldaten Christi" - "Im Namen des Kreuzes Kriegsdienste tun"
(Fortsetzung des Blogartikels "Rettet naturwissenschaftsnaher Katholizismus die europäischen Völker?" von vor fünf Tagen.)

/Bei den grün gefärbten Textstellen handelt es sich um nachträgliche Überarbeitungen vom 4. August 2015, deren Hintergrund an der entsprechenden Stelle erläutert ist./ Eine weitere Ergänzung vom 2. Oktober ist ganz unten in Blau./

In den Jahren 2006 und 2007 gab es mancherlei Diskussionen auf der ersten Internetseite des "Instituts für Staatspolitik". Diese wurde damals als einfacher Blog, als "Politisches Tagebuch", von Götz Kubitschek geführt. Damals waren die Diskussionen in den Kommentaren seines Blogs noch sehr frei und offen. Nur weniges wurde gelöscht. Im Gegensatz zu dem sehr stark regulierten Kommentarbereich auf der Internetseite des Instituts seit ihrer Neugestaltung durch Klaas Bähre. Diese neue "Herunterregulierung" des Kommentar-Bereiches war ganz offensichtlich eine unmittelbare Schlussfolgerung aus den Erfahrungen mit den vormaligen sehr freien Diskussionen dort gewesen.

Abb.: Giordano Bruno-Denkmal, Berlin
(Fotograf OTFW) **)

In diesen war 2006/07 die These erörtert worden, dass die modernen Erkenntnisse der Naturwissenschaften über Menschen und Völker zustimmungspflichtig sind, eine kopernikanische Wende darstellen und eine ungeheure Hilfe darstellen für die so sehr in ihrem Leben und in ihrer Fortexistenz bedrohten Völker der Nordhalbkugel. Es wurde vorgeschlagen, sie in den Vordergrund jeder politischen Argumentation zu stellen, da es einfach keine zugkräftigere Argumentation gäbe. Und es wurde erörtert, dass von allen Autoren, die die sogenannte "Konservative Revolution" (nach der Deutung von Armin Mohler) aufzuweisen hat, zur allgemeineren theoretischen Einordnung dieser kopernikanischen Wende Mathilde Ludendorff die brauchbarste wäre und jene Autorin, deren Argumentationsstrukturen durchgängig von allen die größte Nähe zur modernen Naturwissenschaft und zum evolutionären Denken aufweisen würden.

Diese Thesen stießen unter den Mitkommentatoren im Kommentarbereich auf mancherlei offene Ohren und Zustimmung. Und in einer Situation, in der die damalige Diskussion förmlich zu "kippen" drohte, weil man gegen die Argumente für eine positive Auswertung der Philosophie Mathilde Ludendorffs im Rahmen der dortigen Diskussionen nichts wirklich Zugkräftiges mehr vorzubringen wusste, stieß der damalige Mitkommentator Harki hervor:

Eine Milliarde Katholiken gegen 200 Ludendorffer, gut geschätzt - viel Spaß in der Bataille!

Das Wort fiel schwer, wie ein etwas ungefüger Stein in das heitere, aufmüpfige Geplätscher der damaligen Diskussion. Denn dass es eine argumentative Frontlinie gäbe zwischen Befürwortern einer Auseinandersetzung mit Mathilde Ludendorff und "Katholiken" - wer wäre so ohne weiteres auf eine solche Vermutung gekommen?

Harki erntete denn damals auch unter den Mitkommentatoren für diese Bemerkung mancherlei Spott und Häme. Diesen fiel es natürlich leicht, darauf hinzuweisen, dass die Zahl der Anhänger einer Erkenntnis in der Naturwissenschaft (und auch im naturwissenschaftsnahen philosophischen Denken) wenig darüber aussagt, ob diese Erkenntnis nun zukunftsträchtig ist oder nicht. So mag es eine Zeit gegeben haben, in der auch die Erkenntnisse von Nikolaus Kopernikus nicht mehr als zweihundert Anhänger gehabt haben in Europa. Und die Gegner seiner Erkenntnisse mögen ebenso gesagt haben: viel Spaß in der Bataille gegen Millionen Katholiken, die von der Bedeutung der hier vorliegenden Erkenntnisse nichts ahnen. Aber wie groß auch immer die Zahl der Katholiken in den folgenden Jahrhunderten gewesen sein mag und mit welchen Mitteln diese immer gearbeitet haben mögen, sie haben es nicht zu verhindern gewusst, dass auch die katholische Kirche selbst irgendwann die Wahrheit des kopernikanischen Weltbildes anzuerkennen gezwungen gewesen ist. Natürlich musste sie auf dem Altar ihres Dogmas zuvor noch einige Menschenopfer bringen, dreißigjährige Kriege führen und was derlei Teufeleien noch alles mehr gewesen sein mögen ... Aber das ist man ja von dieser Organisation gewohnt und hat bis heute nicht aufgehört (wenn man an den zehntausendfachen Seelenmord denkt, der in dieser Kirche bis mindestens 2010 stattgefunden hat).

Vor diesem Hintergrund jedenfalls nahm sich die Bemerkung von Harki fast ein wenig hilflos aus. (Manch einen mag sie an den Ausruf "Die Welt geht unter" von Seiten eines hohen katholischen Würdenträgers erinnert haben, den dieser ausgestoßen haben soll, als 1866 der Sieg der Preußen über die Österreicher in der Schlacht von Königsgräz bekannt wurde.)

Dennoch muss der Autor dieser Zeilen seither so manches mal an diesen argumentativ ganz hilflosen Satz denken. Ein Satz, der argumentativ zwar völlig hilflos ist, der aber doch ganz offensichtlich ein "Machtdenken" ins Spiel bringt. Ein Machtdenken, das, nun, schlicht auf der Dummheit und Gleichgültigkeit von einer Milliarde Katholiken weltweit gegründet ist. Und wer wollte bestreiten, dass Dummheit und Gleichgültigkeit eine große Macht darstellen in der heutigen Welt und dass sie von gewissen Mächten gefördert werden, wo immer dies möglich ist? 

Und gerade in letzter Zeit gibt es für den Autor dieser Zeilen wieder häufiger Anlass, an diesen Satz zu denken. Denn allmählich rücken einem diese eine Milliarde Katholiken wirklich ein wenig zu arg auf die Pelle. Man fühlt sich in seinen ureigensten Anliegen in wachsendem Maße "umstellt" von naturwissenschaftsnahen Christen und Katholiken. Wie hält man sich diese bloß vom Leibe? Bekommt dieser Blog - selten genug! - einmal zustimmende Zuschriften zu seinen Anliegen, so ist er sich fast nie sicher, ob der Hintergrund derjenigen, die da schreiben, nicht letztlich doch ein christlicher, genauer gesagt, ein katholischer ist. Oft kommen die Zuschriften aus dem Rheinland, oft kommen sie aus Österreich. Wird dieser Blog denn anderswo nicht gelesen?

Und dort, wo man sich reichlich sicher ist, dass ein solcher christlicher Hintergrund nicht vorliegt oder außerordentlich kritisch und ablehnend gesehen wird, dort ist man mit viel weniger großer Hartnäckigkeit an den Themen dran, die hier auf dem Blog verfolgt werden. Die aber nichts mehr benötigen als Hartnäckigkeit. Oft wenden sich die klar nichtchristlichen Sympathisanten dann wieder bald ganz anderen Themen zu, nachdem sie kurzzeitig einmal Interesse für die Themen der hier betriebenen Blogs haben aufscheinen lassen.

Oder sind gar entsetzt über die Verschwörungstheorien, die hier betrieben werden über die christkatholische Unterwanderung der deutschen rechtskonservativen Szene und ihrer intellektuellen "Entmannung", Kastrierung, so möchte ich das mal nennen.

Alexander Benesch studierte an der Katholischen Universität Ingolstadt

Erst vor einigen Tagen wurde dem Schreiber dieser Zeilen bewusst, dass sogar einer der wenigen Infokrieger, die er wirklich als fast durchgängig schätzenswert empfand bislang, da sie dem Okkultismus, der Parawissenschaft, der Putin-Freundlichkeit in den "eigenen Reihen" ähnlich kritisch gegenüber stehen wie dieser Blog, da sie ähnlich wissenschaftsnah argumentieren wie dieser Blog, da sie ähnlich nüchtern und sachgemäß urteilen wie hier, ohne gar zu ausfällig zu werden, nämlich Alexander Benesch - dass dieser auf der Katholischen Universität Ingolstadt studiert hat. Wer wählt sich denn als freier Geist ausgerechnet eine solche Universität zum Studium aus, stellt sich einem hier doch ein wenig verstört die Frage. Sie wurde von jenem schwerkriminellen Erzbischof Josef Ratzinger gegründet, nachdem die Jahrzehnte langen Pläne zur Gründung einer solchen Katholischen Universität in Salzburg (auch dank der Bemühungen des Salzburger Großvaters dieser Zeilen) nicht zum Erfolg geführt hatten. Und da wird einem dann bewusst, dass man von Alexander Benesch selten ein kritisches Wort über die katholische Kirche hört oder über die etablierten christlichen Kirchen allgemein. Sondern dass er sich, wenn man genau hinhört, offenbar der christlichen Religion nach dem Luther-Wort "sola scripta", "die Schrift allein" verbunden fühlt.

Man fühlt sich - - - "bedrängt", wenn man das alles so beobachtet. Einzelfälle möchte man ja gar nicht so schwer in die Waagschale werfen. Aber das "Gesamtbild", das sich allmählich ergibt, ist irgendwie verstörend. Jetzt ähnliche Erfahrungen auf dem Blog "Projekt Ernstfall", den man ebenfalls bislang als einen der ganz seltenen Lichtblicke im deutschsprachigen Raum empfinden konnte (s.a. GA-j! 23.7.2015).

Und, ja, da müssen wir uns nun auch sagen: Natürlich müssten sich unter eine Milliarde Katholiken weltweit, darunter 30 Millionen deutschsprachigen allerhand hintergrundpolitikritische und naturwissenschaftlich interessierte, belesene, intelligente jüngere Leute finden, die man unterschwelliger oder auch sehr bewusst davon überzeugen könnte, denen man Anreize geben könnte dafür, die Meinung zu vertreten, dass der Fortbestand der katholischen Kirche weltweit und der Pfründe, von denen man mit ihr lebt, davon abhängen, dass eine christentumsfreie, volkserhaltende Deutung unseres modernen naturwissenschaftsnahen Menschen- und Völkerbildes vor allem innerhalb Deutschlands nicht an Boden gewinnt, und dass deshalb die Aufmerksamkeit all jener, die sich auf eine solche Deutung richten könnten, in Richtung katholische Kirche und Christentum umgelenkt werden sollte. (Wenn denn schon nichts anderes mehr möglich sein sollte, sagen wir auf der Linie "Wir amüsieren uns zu Tode" nach dem Stile der herrlichen christkatholischen "Entertainer" Harald Schmidt, Stefan Raab, Johannes B. Kerner und wie sie alle heißen.)

Ein "authentischer Meinungsumschwung" naturwissenschaftsnaher Menschen hin zur katholischen Kirche?

Ich weiß, das klingt den meisten Lesern, die das so unbedarft lesen, wie eine der krudesten "Verschwörungstheorien", die sie je gehört haben. Damit wird man leben müssen. Wer so wie der Inhaber dieses Blogs an vielen Fronten der geistigen Auseinandersetzung weiter vorne steht, weil er nicht nur die modernste Naturwissenschaft breit zur Kenntnis nimmt, sondern sie auch auf die politischen Verhältnisse der Gegenwart anzuwenden weiß, der lernt und erfährt eben auch mehr als jene, die sich im "Hinterland" aufhalten. Und der ist irgendwann gezwungen, aus seinen vielfältigen und vielschichtigen Erfahrungen seine Schlussfolgerungen zu ziehen. Schlussfolgerungen, die sich ihm ab und an auch geradezu blitzartig aufdrängen müssen.

So etwa vorgestern, als er aus Österreich von einem noch jüngeren und noch recht neuen Blogsympathisanten zu den Inhalten des letzten Blogbeitrages eine Zuschrift bekam, in der die Ansicht vertreten und begründet wurde, dass es sich bei den neuen Blogbeiträgen auf dem Internetblog "Projekt Ernstfall" nicht notwendig um eine strategische Planung zur Konvertierung von Nicht-Christen handeln würde (wie zuvor von unserer Seite aus vermutet), sondern eher um einen "authentischen Meinungsumschwung". Diese Einschätzung wurde dann noch länger erläutert, unter anderem mit dem Gedanken, dass das "katholische Abendland vor der Aufklärung" das einzige System gewesen wäre, das "nicht von Okkultreligionen (oder offenem Satanismus, z.B. der Punier) gelenkt" gewesen wäre. Diese Zuschrift war hier anstelle der grün gefärbten Ausführungen - mit seiner Zustimmung - ausführlicher zitiert worden. Aber schließlich wollte der Schreiber, dass das Zitat hier wieder herausgenommen werden sollte, da es in den weiteren Abschnitten dieses Blogbeitrages (siehe unten) recht emotional kritisiert worden war und da der Schreiber sich nicht zum Feindbild hochstilisiert sehen wollte. Deshalb war zunächst der ganze Blogbeitrag wieder herausgenommen worden, ich hatte dem Schreiber aber auch geschrieben:

Ich kann Dir nur sagen, dass Du mit einer mittelalterfreundlichen Haltung unter Menschen wie mir immer zwangsläufig zu einer Art Feindbild werden musst. Ich hatte mir schon überlegt, was ich Dir sagen wollte: Ich hatte sagen wollen: Lass uns über alles Mittelalterliche nicht mehr reden. Lass uns über Wissenschaft oder sonst was reden. Aber bei Mittelalter hältst Du jemandem wie mir ein rotes Tuch vor. Da gehe ich an die Decke. Denn es gibt noch viel zu viel Mittelalter heute. Woran unsere Zeit leidet, ist eigentlich allein Mittelalter.

Und ich bin heute, am 4. August, doch der Meinung, dass diese Debatte geführt werden muss, und dass ich deshalb diesen Blogbeitrag nicht gänzlich unveröffentlicht lassen kann und auch nicht will. Ich fände es überhaupt besser, wenn mehr in den Kommentaren dieses Blogs selbst diskutiert würde, also öffentlich, als in privaten Zuschriften, obwohl sie allgemeine Bedeutung haben. Deshalb veröffentliche ich diesen Blogbeitrag heute, am 4. August, neu ohne dieses ausführliche Zitat, wodurch allerdings die Überzeugungskraft dieses Blogbeitrages nicht mehr so groß sein kann. Auch werde ich weiter unten einige gar zu deutliche emotionale Bewertungen herausnehmen, aber dennoch mit dem eben schon genannten Verweis: Wer Mittelalter der Aufklärung gegenüber bevorzugt, muss immer mit solchen Emotionen rechnen, zumindest von Seiten solcher Menschen wie des Inhabers dieses Blogs.

Anlässlich der Erstveröffentlichung dieses Blogbeitrages (am 28. Juli) wurde jedenfalls nach dem längeren, nun gestrichenen Zitat weiter geschrieben: Dem Schreiber dieser Zeilen scheint gar nicht voll bewusst zu sein, was er da schreibt und wem er das schreibt. Ich habe darauf gerade geantwortet:

In aller gebotenen Zurückhaltung nur so viel: Menschen, die mit einem breiten naturwissenschaftlichen Hintergrund heute zu solchen Entscheidungen kommen, gehören nicht gerade zu dem Lesepublikum, über das ich mich am meisten freue. Mit allem Verlaub gesagt. Denn wer sein kritisches Denken an der Garderobe abgibt, wenn es um Religion geht, was soll man von dem denn noch halten?
In Deinem PS beziehst Du Dich positiv auf das Unsterblichkeits-Zitat von Ernst Jünger so wie es auf dem Blog "Ernstfall" gebracht wird. Das hatte ich mir bisher gar nicht so genau angeschaut. Es ist unglaublich flach. Wenn ich nur dann keine Angst vor dem Tod habe, wenn ich an ein Leben nach dem Tod glaube,
- ja, und wer glaubt denn daran? Glauben wir jetzt daran, weil wir "Helden" sein wollen, "mutig" sein wollen und nicht deshalb, weil wir auch sonst daran glauben würden? /Kopfschüttel, gestrichenes Wort, Kopfschüttel/ ... -
mein Gott, dann ist dieser Mut doch wohl auch nicht viel wert. Und das soll Ernst Jünger gesagt haben? Es vergrößert meinen Eindruck davon, wie flach dieser Autor ist - oder zumindest sein kann.

Ja, und was soll ich sagen: Wie flach jene sind, die sich positiv auf solche Zitate beziehen. 

Wir umarmen euch zu Tode

Leider können aufgrund des Wegfalls der genannten Zuschrift die weiteren Ausführungen nicht mehr so überzeugend ausfallen, wie zuvor. Das muss dann halt in Kauf genommen werden. Aber noch mal allen Mittelalter-Freunden ins Stammbuch: Wenn Ihr Eure Meinungen nicht veröffentlicht sehen wollt, dann schreibt sie bitte auch diesem Blog nicht! Es gab schon in früheren Jahren Mittelalter-Freunde, die dann ihre eigenen Meinungen nicht mehr öffentlich lesen wollten im Internet, nachdem wir sie hier auf dem Blog kommentiert hatten. Ich nenne in diesem Zusammenhang nur unseren - innigst geliebten - Blogleser "Stephen Boy" aus Braunschweig. Aber nun weiter im Ursprungstext:

In der rechtskonservativen Szene sammeln sich spätestens seit den Gründungen der Institute in Weikersheim und in Schnellroda und seit der Grabert-Verlag in Tübingen immer weiter in die unseriöse, fast indiskutable, sowie Altmänner- und Internet-abstinente Ecke gedrängt worden ist (wobei auch dort dann immer mehr Christkatholiken zu Wort kommen und dem Papsttum das Wort reden)*) - in ihr also sammeln sich ohne Frage derzeit ständig mehr Christen an, bewusste Christen. Sie muss einem bald richtiggehend umarmt und umstellt vorkommen.

Es werden ständig mehr statt weniger! Was soll das? Das hat doch System. Da muss doch irgendwo ein "Nest" sein. Haben denn alle ihren Verstand verloren oder an der Garderobe abgelegt? Wo sind denn noch Leute, die nüchtern bleiben? Man fragt sich auch: Was sucht ihr ausgerechnet hier? Wenn ihr schon vernünftige, naturwissenschaftsnahe Gedanken habt, warum missioniert ihr dann nicht innerhalb der katholischen Kirche? Eine Milliarde Katholiken warten auf modernes, naturwissenschaftsnahes Gedankengut. Da wäre doch dann das gegebene Arbeitsgebiet. Ihr aber richtet euch in euren Diskussionen ausgerechnet und ganz "ergebnisoffen" (zwei gestrichene Wörtchen) ständig an Nichtchristen. Warum ausgerechnet und auch noch so zielgerichtet an Nichtchristen? Was soll das? Da habe ich plötzlich Sympathisanten, die mir schreiben, dass das "katholische Abendland vor der Aufklärung" das einzige System gewesen wäre, das "nicht von Okkultreligionen (oder offenem Satanismus, z.B. der Punier) gelenkt" gewesen wäre.

Sympathisanten, die so /gestrichenes Wörtchen/ tun, als würden sie nicht merken, dass das katholische Abendland ("vor der Aufklärung"!!!) der Ausdruck von Satanismus, Okkultismus und induziertem Irresein, von Religionsverbrechen en masse, pur und per se ist. Die die Stirn haben zu behaupten, es gäbe auch satanismusfreie Traditionen in der katholischen Kirche. Und diese wären die einzige Rettung. /Gestrichenes Wörtchen./ Und die dann die Stirn haben, einem Blog wie diesem zu schreiben, sie würden nicht notwendig von einer strategischen Planung zur Konvertierung von Nicht-Christen ausgehen, sondern eher von einem "authentischen Meinungsumschwung".

/Ein Absatz gestrichen./

Und nun, andererseits wird es zwangsläufig immer mehr von solchartigen naturwissenschaftsnah argumentierenden Menschen geben müssen, wenn die katholische Kirche ihren eigenen Untergang hinauszögern will, wenn das derzeitige christkatholische politische System auf der Nordhalbkugel, das für den abstrusesten Multikulti-Wahn der Weltgeschichte in der Gegenwart verantwortlich ist, noch möglichst lange stabil bleiben soll. Denn diese Stabilität wird eigentlich nur von einem zugkräftigen, tatkräftigen Gedanken gefährdet. Eine Gefahr, die bekämpft werden muss wie einstmals das Weltbild des Nikolaus Kopernikus. Und das ist der naturwissenschaftsnahe Gedanke von christentumsfreien, okkultismusfreien gruppenevolutionären Strategien im Sinne der Volkserhaltung der gewachsenen Völker auf der Nordhalbkugel.

Ergänzung, 2. Oktober 2015:

Hübsch, gerade stellen wir fest: Den Internetblog "Projekt Ernstfall" gibt es gar nicht mehr. Er wurde also aus dem Netz genommen gerade in dem Augenblick, in dem der Ernstfall mehr als jemals eingetreten ist. Wie ernst kann es den Betreibern also mit ihrem Projekt gewesen sein, muss man sich da fragen. Wieder einmal verschwindet etwas aus dem Internet, nachdem wir unseren kritischen Blick darauf geworfen hatten. Soll der Blog Projekt Ernstfall der diesbezüglichen Liste hinzugefügt werden?

Das Bedauerliche bei solchen Löschungen - oder Erfreuliche für die Löscher? - ist dabei ja auch immer, dass unsere dortigen Kommentare dort mitgelöscht wurden. Das galt übrigens schon für die Löschung des ersten Blogs von Michael Blume (auf Twoday), ebenso für die Löschung des ersten Blogs von Götz Kubitschek ("Politisches Tagebuch"). Ich hätte als Betreiber dieser Blogs niemals dieselben aus dem Netz nehmen können - schon aus Rücksicht auf die vielen Menschen, die sich die Mühe gemacht haben, dort Kommentare zu schreiben. Schon einfach, weil sie einen Teil von "Netzgeschichte" darstellen. Beide genannten Blogs haben mir viel bedeutet damals.

Projekt Ernstfall hat diese Bedeutung eigentlich nie erlangt. Wohlweißlich!? :) Aber erst indem man jetzt seinem Verbleiben hinterher recherchiert, erfährt man, dass der Politologie-Student Thomas Schmidt aus Köln Mitbetreiber und Autor dieses Blogs war, wegen der Qualität seiner dortigen Beiträge "zum Ritter" geschlagen worden ist, indem er seit Dezember 2012 "bei der Sezession analysieren darf". Welche Ehre!!! (Und ohne "Ritterschläge" geht es ja in diesen ritterlichen Kreisen nicht.) Laut seiner Beiträge auf "Sezession" scheint er aber nicht der Verfasser der naturwissenschaftlichen Beiträge auf "Projekt Ernstfall" gewesen zu sein. Insofern scheint er auch sonst als inhaltlich eher blass zu vernachlässigen zu sein. Kölner Raum passt freilich. Da wird man dann auch nicht allzu weit zu fahren haben müssen, um seine "feierlichen, aber gleichzeitig ernsten und schlichten" katholischen Gottesdienste unter Glaubenskriegern (sagen wir deutlicher: jesutitennahen Grabesrittern etc.) feiern zu können.


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*) alles Merkmale übrigens, die auch auf die offizielle Ludendorff-Bewegung zutreffen
**) Erläuterung zur Abbildung: Wann immer ich jemals das Giordano-Bruno-Denkmal an der überdachten (!) Stelle eines Zugangs zur U-Bahn am Potsdamer Platz in Berlin gesehen habe - also von seiner Aufstellung an - hatte ich den Eindruck, dass das nur von einem Mittelalter-Freund geschaffen worden sein kann und nur von Mittelalter-Freunden aufgestellt worden sein kann. Mit allem Verlaub gesagt. Weshalb diese Abbildung womöglich deutlicher zum Ausdruck bringen kann, was mit diesem Blogbeitrag gesagt werden soll als mit allen Worten. Ja, es scheint mir umgekehrt geradezu so zu sein, als ob der Sinn und die Aussage dieses Denkmales niemals zuvor treffender erläutert worden ist, als mit Ausführungen zu jenen Zeiterscheinungen und -strömungen, deren Charakterisierung das Anliegen des vorliegenden Blogbeitrages ist.
Ein Denkmal für jenen Mann, von dem nicht nur die so wahre und treffende Äußerung überliefert ist, dass Deutschland das "Vaterland von Strebertum und Anmaßung" ist, "von plattem Hochmut und gewalttätiger Unterdrückung, der Tyrannei, der Unterwürfigkeit und der Ausbeutung", sondern, der in seiner Abschiedsrede an der Universität Wittenberg im Jahr 1588 vor dem versammelten Senat die geistige Größe Deutschlands rühmte. Man habe ihm früher Deutschland fast nur als ein Land geschildert, in dem man zu viel trinke. Heute wisse er, dass die Weisheit ihren Sitz aus Griechenland und Italien nach Deutschland verlegt habe. Er rühmt Nikolaus von Kues: "Wo findet sich ein Mann vergleichbar dem Cusaner, der je größer, um so weniger vergänglich ist?" Er sei sogar größer als Pythagoras. Die Deutschen würden einst die Führung in den Wissenschaften übernehmen: "Hier in Deutschland hat sich die Weisheit ihr Heim errichtet."
"Gebe Jupiter, dass die Deutschen sich ihrer Kräfte bewusst werden und, enthaltsam, ihren ganzen Eifer nur auf große Dinge richten, so werden sie nicht Menschen, sondern Heroen sein. Göttlich ist der Geist dieses Volkes, das nur in den Wissenschaften den ersten Rang nicht einnimmt, die ihm nicht zusagen." "Hier an dieser Stätte hat euer Mitbürger und Herkules über die ehernen Pforten der Hölle den Sieg davon getragen. (...) Du hast, o Luther, das Licht geschaut, das Licht erkannt, du hast die Stimme des göttlichen Geistes gehört, hast ihrem Befehl gehorcht, du bist dem (...) grausamen Feinde ohne Waffe entgegengetreten, hast ihn mit dem lebendigen Worte bekämpft, zurück geschlagen, niedergeschmettert und besiegt."
Und er beendete seine Ansprache mit den Worten: "So lebt denn wohl, ihr Wälder! Wie manche Stunde habe ich unter euren Laubgewölben verträumt! Euch, ihr Faune, Satyrn und Götter des Waldes, euch allen rufe ich zu: Hegt diese Fluren, segnet diese Äcker, bewachet diese Herden, bewahret den an gottbegnadeten Geistern so reichen deutschen Boden. (...) Und du, geliebte deutsche Erde, du Auge der Welt, du Fackel des Universums: sooft du auch im Umschwunge der Planeten dich noch der Nacht zuwenden magst, kehre immer wieder zum Lichte zurück und bringe diesem Vaterlande so vieler Heroen immer glücklichere Tage, Monate, Jahre, Jahrhunderte."
Ich empfinde es als die stärkstmögliche Konterkarikatur, Umkehrung aller seiner Anliegen, wenn ihm Deutschland dann - als Dank? - ein solches Denkmal aufstellt. Es wird so den einen oder anderen Grund dafür geben. Womöglich gibt es Menschen, die sich solche Scheiterhaufen zurückwünschen wie jenen, auf dem Giordano Bruno verbrannt worden ist. Warum sonst ein solches Denkmal./

Donnerstag, 23. Juli 2015

Rettet naturwissenschaftsnaher Katholizismus die europäischen Völker?

Entwicklungen auf dem Internetblog "Projekt Ernstfall"

Den Internetblog "Projekt Ernstfall" konnte man bislang zumindest zum Teil als einen Lichtblick im Internet erachten. (Ergänzung 2. Oktober 2015: Er ist inzwischen zwar gelöscht, dennoch sollten die Erfahrungen mit diesem Blog nicht vergessen werden.) Wer genau diesen Blog betreibt, ist nicht bekannt. Es erschienen auf dem Blog aber naturwissenschaftlich gut informierte Artikel, die zeigten, dass auch Biologie-Studenten darunter sein mussten. Vor allem aber - wie es schien - ernsthafte junge Menschen, die sich an Leuten aus dem Spektrum der "Konservativen Revolution" (Armin Mohler) rund um Ernst Jünger und seinen Freunden orientieren.

Abb.: Der Internetblog "Projekt Ernstfall"
Die Blogautoren schienen noch sehr jung zu sein und weltanschaulich zunächst noch wenig festgelegt. Es gab letztes Jahr viele Erörterungen auf dem Blog darüber, wie sinnvoll das Christentum in Zeiten des Ernstfalls ist, in dem sich unser Volk und die Völker der Nordhalbkugel heute befinden. Die Blogbetreiber schienen bislang eher in Richtung auf eine ziemlich kritische Beurteilung des Christentums zu tendieren, es gab jedenfalls - im Gegensatz zur Internetseite der rechtskatholischen "Sezession" - darüber ein recht offenes Meinungsbild. Christen warben dort für ihre Religion ebenso wie Nichtchristen diese kritisierten. Der Blog machte für ein Jahr Pause.

Und nun tritt er hervor mir einer deutlichen Wende hin zum Christentum, ja, sogar zum Katholizismus (Ernstfall 14.7.15, 19.7.15, 21.7.15). Diese Wende war, soweit übersehbar, auch verbunden mit Zerwürfnissen innerhalb jener Gruppe von Menschen, die diesen Blog betreiben. Die im Zusammenhang damit geführten Erörterungen und Argumente wird man immerhin als typisch erachten dürfen für die Art, wie in bestimmten Kreisen derzeit argumentiert wird. 

Aufmerksamkeiterregend ist das alles deshalb, weil man dort auch von dem grundlegenden Denkansatz von den gruppenevolutionären Strategien der modernen Soziobiologie ausgeht und von den übrigen modernen Erkenntnissen eines naturwissenschaftsnahen Menschenbildes (auch wenn die Kenntnisse darüber noch nicht die volle mögliche "Breite" und "Tiefe" erreicht haben mögen). 

Dieser ganze Fall scheint mehr als symptomatisch zu sein. In einer Situation, in der gerade unter Menschen wie jenen, die einen solchen Blog betreiben, man wirklich anfangen müsste, sich die Autorin Mathilde Ludendorff sehr genau anzuschauen - weicht man aus und kehrt zurück zum Christentum. Ja, sogar zum Christentum katholischer Prägung. 

Das liegt natürlich auch daran, dass Mathilde Ludendorff nur an sehr wenigen Orten im Internet und in der informierten Öffentlichkeit sachlich, kritisch und distanziert erörtert wird (am ehesten noch hier und auf "Studiengruppe Naturalismus", zum Teil auch auf Adelinde.net).

Fast mutet es jetzt im Nachhinein so an, als wäre die weltanschauliche Entwicklung des Blogs "Projekt Ernstfall" schon von vornherein auf die nun stattgehabte Entwicklung angelegt gewesen und als habe man sich anfangs nur möglichst "ergebnisoffen" gegeben, um auf diesem "Weg", bei dieser Entwicklung so viele Ahnungslose wie möglich "mitzunehmen". So wird jedenfalls durchaus gearbeitet. Sagen wir: Etwa im geistigen Umfeld des Verlages des Rußlanddeutschen Viktor Streck (geb. 1963) (Streck), der in seinen Romanen in an Volkserhaltung interessierten Kreisen nicht nur für das Christentum wirbt und seine Leser zu diesem "mitnehmen" will, sondern der eine Zeit lang zumindest (derzeit offenbar nicht) auf seiner Internetseite auch naturwissenschaftliche Bücher aus christlicher Sicht beworben hat. 

Doch schauen wir uns auf "Projekt Ernstfall" die vorgetragenen Begründungen für diese Wende zum Katholizismus noch etwas genauer an (in den Kommentaren zu Ernstfall 14.7.15) (Hervorhebung nicht im Original!):
Ich und ein paar andere Beteiligte (die hier noch nicht schreiben) haben das vergangene Jahr vor allem damit verbracht, verschiedene Subkulturen praktisch zu studieren. Für mich persönlich war die überraschende Entdeckung eben der Teil des Katholizismus, in dem die christliche Mystik im Sinne religiöser Erfahrung noch lebendig ist, der sich nicht (wie leider manche der entschlosseneren Formen des Protestantismus) über die Ablehnung der Naturwissenschaft definiert, und dessen Ethos nicht auf die Auflösung von Gemeinschaften gerichtet ist, sondern auf deren Stärkung. In seinen Formen ist dieser Katholizismus feierlich, aber gleichzeitig ernst und schlicht. Diese Strömung repräsentiert zwar nur eine radikale Minderheit, kann sich aber auf eine lange Tradition stützen, die auch die kriegerischen Teile der Geschichte des Christentums mit einschließt, und zudem jene gut integrierten außerchristlichen Impulse, die dem mittelalterlichen Christentum das Überleben ermöglicht haben. Damit konfrontiert erkannte ich, dass angesichts dieses langen, bewährten und lebendigen Erbes jegliche Neuerfindung überflüssig wäre. Die Mehrheit der sonstigen Beteiligten machte andere Erfahrungen, die sich aber insgesamt meist nicht widersprachen, und mit dem Rest erfolgte der notwendige, in aller Freundschaft vollzogene Bruch. Einer der Vertreter der erwähnten katholischen Strömung sagte u.a., dass dem Christentum der Gegenwart leider jener männliche Impuls verloren gegangen sei, der es über lange Zeit lebendig gehalten habe, und dass dieser Impuls wiederbelebt werden müsse. Diese Strömung kann zwar mit ihrem Namen nicht für das “Projekt Ernstfall” eintreten, das ja nur der Suche nach belastbaren Ansätzen dient, aber sie stellt den kulturellen Kontext zur Verfügung, mit dem dieser Ansatz letztlich an die Öffentlichkeit treten wird. Wenn es soweit ist, wird jegliche Unterstützung, die der Fortsetzung dieser Tradition zusätzliche Kraft geben kann, willkommen sein.
Man wird also künftig noch mit weiteren, etwaig naturwissenschaftsnahen Identifikationsangeboten aus katholischer Richtung in den Kreisen jener Menschen rechnen müssen, denen die Erhaltung der gewachsenen Völker der Nordhalbkugel wichtig ist.

"Eine religiöse Erfahrung, die sich nicht über die Ablehnung der Naturwissenschaft definiert"

Auch die katholische Kirche arbeitet - wie man seit langem wissen kann und wie das alle globalisierenden, "überstaatlichen" Bertelsmann-Mächte tun - nach dem Motto Goethes: "Wer vielen etwas bringt, wird manchem etwas bringen." Sie weiß also, dass man Menschen unterschiedlicher Interessen-Richtungen und Lebensziele auch unterschiedliche Angebote machen muss, wenn man sie nicht ganz verlieren will, sondern viel mehr auf seine Richtung hin orientieren möchte. Hier wird erkennbar, dass die katholische Kirche neue Angebote bereit gestellt hat. Diese scheinen aus dem Umfeld der Jesuiten-nahen Grabesritter oder ähnlicher "kämpferischer", "ritterlicher" Gruppierungen und "Glaubensritter" zu kommen. So jedenfalls muten diese andeutenden Worte an.

Eigentlich enthält diese Mitteilung wenig Neues. Das einzige Neue ist die Phrase: "eine religiöse Erfahrung, die sich nicht über die Ablehnung der Naturwissenschaft definiert". Man kann dies positiv nehmen und sich fragen, wohin das führt. Auf diesem Gebiet hält die katholische Kirche ja inzwischen zahllose Angebote bereit seit vielen Jahren. Man denke an den Rasseforscher Pater Muckermann der 1930er Jahre, an den etwas verstaubten Teilhard de Chardin, man denke an den verstorbenen Bischof Kamphausen von Limburg, der einen seiner Mitarbeiter in das Doktorantenseminar von Eckart Voland in Gießen schickte (kurz nachdem ich dort war ;) ), woraus eine der frühen soziobiologischen Theorien zur Religionswissenschaft entstand. Man denke an die Templeton Foundation. Man denke an den Kardinal Schönborn und seine Katechesen zur Evolution und Schöpfung aus dem Jahr 2000. Und auf dieser Linie gibt es sicherlich noch etliches mehr.

Man muss schließlich mit dem Wind segeln. Alte Seefahrer- und Glaubensritter-Weisheit.

Beobachten wir also die Erörterungen auf dem Internetblog "Projekt Ernstfall" unter diesen Voraussetzungen weiter. Während das katholische "Institut für Staatspolitik" um Götz Kubitschek und Ellen Kositza jeder weiteren kritischen Erörterung seines Selbstverständnisses ausweicht (solche hatte es im Jahr 2006, in der "Jugendzeit des Internets", noch zum Teil sehr offen und fröhlich gegeben, Kommentare dazu werden dort aber nicht mehr freigeschalten, wie erst jüngst wieder erfahren), ist eine solche sehr freie Erörterung auf dem Blog "Projekt Ernstfall" derzeit noch möglich und geistig auch noch recht befruchtend. Befruchtend auch deshalb, weil der Weg, auf dem man dort vorgibt, zum Katholizismus gekommen zu sein, folgendermaßen beschrieben wird:
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich in religiösen Fragen noch jenen Indologen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts nahe gestanden, die sich mit den Quellen indoeuropäischen Glaubens auseinandersetzt haben, der mir nachvollziehbarer erschien als das Christentum.
Damit ist Jakob Wilhelm Hauer gemeint, auf den die "Freie Akademie" zurück geht, für die sich der schätzenswerte Wiener Soziobiologie-Autor Franz Wuketetis seit Jahrzehnten einsetzt und in der er weltanschaulich zu wurzeln scheint. Weiter:
Sie hatten diesbezüglich auf Ludendorff verwiesen, deren Texte ich auch gelesen habe, wobei ich persönlich Autoren wie Hauer und Hunke mehr abgewinnen konnte. Alle diese Strömungen haben sich aber positiv auf die christliche Mystik des Mittelalters bezogen, die sie als Fortsetzung dieser Tradition verstanden haben. Die GBS bzw. Schmidt-Salomon haben sich interessanterweise ebenfalls positiv dieser Tradition gegenüber geäußert. Mit ihr haben ich und einige andere Personen uns dann im nächsten Schritt näher auseinandergesetzt, und in diesem Zusammenhang trat bei mehreren die Glaubenserfahrung ein, von der jene Mystiker sprachen.
Dies geschah ganz im Sinne des biblischen Satzes: “Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.”
Sehr ungewöhnliche Worte. In einem so späten Lebensabschnitt sollten solche Erfahrungen noch möglich sein? Nun, unter Katholiken ist ja vieles möglich ... Ehrlich gesagt: Ich glaube es nicht. Bindungen an den Katholizismus wurzeln heute fast immer in Kindheitserfahrungen, das ist meine ganz persönliche Erfahrung mit Katholiken. Weiter:
Widersprüche zum naturwissenschaftlichen Denken gab es sowohl vor als auch nach dieser Erfahrung nicht.
Früher habe ich übrigens (Sam) Harris lieber gelesen als (Richard) Dawkins, zumindest was die religiösen Gedanken angeht. Dawkins ist gewiss ein großartiger Vermittler der Naturwissenschaften, aber seine religiösen Gedanken halte ich für unangemessen schlicht, weil er dazu neigt, sich nur die leichtesten Ziele im Spektrum seiner Gegner auszusuchen. Trotz aller Fehler der Vergangenheit finden sich aber gerade im katholischen Glauben mittlerweile ausgesprochen harte Ziele, was zu meiner persönlichen Entscheidung beigetragen hat.
Den Diskussionszusammenhang, aus dem diese Worte heraus geäußert werden, kann man ja vor Ort nachlesen. Die Erörterungen dort sind im Fluss, wenn es auch die grundlegenderen Lebensentscheidungen dort nicht mehr zu sein scheinen (oder besser: wahrscheinlich niemals waren).

Dazu kann nur gesagt werden: Auffallende Entwicklungen. Da sich die Blogbetreiber auf die zum Teil widerspruchsvollen religionsdemographischen Aussagen und Deutungen von Michael Blume berufen, werden durch solche Lebensentscheidungen und "mystischen Erfahrungen" natürlich zum Teil noch mehr neue Widersprüche aufgeworfen, als es sie zuvor schon gab. Ja, die katholischen Glaubensstreiter, sie sind aktiv und wach wie eh und je. Und man versteht jetzt vielleicht auch besser, warum die Blogbetreiber eine so große, ja strikte Geheimniskrämerei um ihre Identität betreiben.

Wenn nur andere ähnlich aktiv und wach wären wie man es dort ist. Ein Katholizismus also, der die modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnisse auf einer sehr großen Breite zur Kenntnis nehmen und aus ihnen heraus volkserhaltend handeln will. Das könnte doch auch ein nichtchristlicher, weiterführender Ansatz sein ....

Wird fortgesetzt --> hier.

Freitag, 17. Juli 2015

Herrschaftsverhältnisse, die stabilisiert werden durch die Vertuschung von Pädokriminalität

Die schmutzige Fahne einer einst stolzen Nation ..... (Wiki)
Norman Tebbit, seinerzeit der engste Vertraute der verstorbenen Premierministerin Margaret Thatcher, sagte am 6. Juni 2014 vor laufender Kamera zu der Frage, warum in den 1980er Jahren ein einflußreicher Kinderschänderring im britischen Parlament - und darüber hinaus - nicht aufgedeckt worden ist*):
Zu damaliger Zeit mögen die Leute gedacht haben, dass man das Establishment schützen muss, das System. Und falls da ein paar Dinge da und dort schief gegangen waren, war es wichtiger, das System zu schützen als zu tief nachzufragen.
Und dieser Mann ist nach dem Ende dieses Interviews nicht vom heulenden Mob auf der Straße gelyncht und zusammen geschlagen worden. Das sei an dieser Stelle festgehalten. Und es sei an dieser Stelle ebenfalls festgehalten: Welches Licht fällt durch diese Aussage des engsten Vertrauten von Margaret Thatcher auf Margaret Thatcher selbst? Siehe zu demselben Thema auch der Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 19. Dezember 2014 unter dem Titel: "Kindermord im Beisein mächtiger Männer". Solche Artikel können in großen Tageszeitungen erscheinen, ohne dass die Erde bebt in der gesamten westlichen Welt? Ohne dass es zur Destabilisierung des gesamten "Systems" kommt? Ohne dass es zum Aufruhr kommt? Ohne dass die doch so ungeheuer naheliegende Parole ausgegeben wird "Macht kaputt was euch kaputt macht" - ?

Das System. Was ist das für ein System, das geschützt wird dadurch, dass ein einflussreicher Kinderschänderring in der Volksvertretung eines der bedeutendsten Kulturvölker dieser Erde nicht aufgedeckt wird? An diese Erkenntnisse und an die Erkenntnisse des letzten Blogartikels schließen sich grundlegendere Fragestellungen an.

Pädokriminalität ist Faschismus

Was ist das Wesen von Herrschaftsverhältnissen, die durch das Nichtaufdecken von pädokrimineller Verstrickung führender Politiker, Medienleute, Polizisten, Wirtschaftsführer stablisiert werden? Was charakterisiert sie? Was ist das Wesen pädokrimineller Herrschaftsverhältnisse? Die klare Unterscheidung von Tätern und "Opfern". Die klare Dichotomie, das klare Herrschaftsgefälle. Pädokriminelle wenden sich an die Hilflosesten in der Gesellschaft und degradieren sie zum "Opfer". So wie elitäre Pädokriminelle auf ihre Opfer sehen, so sehen sie auf nichtpädokriminelle Bereiche menschlicher Gesellschaften überhaupt.

Pädokriminalität ist Faschismus. Pädokriminalität ist Bolschewismus. Pädokriminalität ist Vergewaltigung, Brutalisierung ganzer Gesellschaften, Völker, ist das Drängen ganzer Gesellschaften, Völker in den Opferstatus, in die moralische, seelische Sklaverei, in die Unselbständigkeit, Handlungsunfähigkeit, Hilflosigkeit. In den Untergang. Pädokriminalität ist Untergang, Seelenmord. Pädokriminalität ist die Aufrecherhaltung tyrannischer, despotischer, schwer-manipulativer, seelenmordender Macht- und Herrschaftsverhältnisse inmitten - angeblich - freier, aufgeklärter, offener, demokratischer, selbstbestimmter, seelisch und kulturell - angeblich - lebendiger, tatsächlich aber scheinlebendiger, toter, geisterhafter, maschinenhaft fortexistierender Gesellschaften.

Die Kinder selbst schon werden in den Opferstatus gedrängt, werden als solche für das Erwachsenenalter lebensunfähig, insbesondere unfähig und unwillig zum Widerstand gegen ebensolche Macht- und Herrschaftsverhältnisse. Sie nehmen diese Herrschaftsverhältnisse willenlos hin. Was sonst soll ein Kind tun? Widerstand gegen solche Herrschaftsverhältnisse kostet den unmittelbar Betroffenen, Überlebenden solcher Herschaftsverhältnisse mehr Kraft, als jene, die Pädokriminalität unmittelbar und als selbst Betroffene nicht überleben mussten. Letztere sind fein raus. Oder glauben fein raus zu sein. Sie wissen gar nicht, wie sehr ihre eigenen Lebensverhältnisse, ihr eigenes Denken und Tun, ihre eigene Moral tief durchtränkt sind von der Tatsache, dass sie in Gesellschaften leben, deren Stabilität auf der Vertuschung von weit verzweigter Pädokriminalität in den Eliten des eigenen Landes beruht.

Sie wissen nicht, woher die weit verbreiteten zynischen Lebenseinstellungen ganzer Gesellschaften kommen. Wer ist "cool"? Wer pädokriminell ist. (Zumindest in den einschlägigen Kreisen.) Es darf gefragt werden, wie Gesellschaften dazu kommen, im "Cool-"Sein etwas Positives zu sehen. Nur einmal als Beispiel. Nur einmal als Andeutung, wie tief Pädokriminalität des Denken ganzer Gesellschaften verformen kann oder könnte.

Vielleicht werden die unmittelbar Überlebenden, Betroffenen auch Teil des "Systems" dadurch, dass sie sich vom Opfer zum Täter wandeln, ein Statuswandel, der ja oft schon in früher Kindheit und Jugend angebahnt wird, "erlernt" wird, wie wir aus Berichten Überlebender wissen. Sie werden von frühem Alter an zu Satanisten dressiert.

Die Vertuschung von weit verzweigter Pädokriminalität in den Eliten des eigenen Landes

Opfer von Pädokriminalität werden dadurch leichter als andere zu seelenlosen Bestien, zu seelenlosen Befehlsempfängern, zu willigen Vollstreckern fast jeden Verbrechens.

Und weiter: Indem Geheimdienste Minderjährigen-Bordelle unterhalten - nach Aussagen vieler spätestens schon in den 1930er und 1940er Jahren - in die sie jene Politiker, Journalisten, Wirtschaftsführer, Künstler verleiten, verführen zu gehen, die sie erpressbar machen und erhalten wollen, degenerieren sie die führenden Eliten zu erpressbaren Mitläufern, zu willigen Vollstreckern ihrer Pläne und Ziele. Gibt es eine totalere Unterwerfung unter die Wünsche und Ziele solcher Geheimdienste als die Erpressung durch das Mitschuldigmachen an Pädokriminalität?

Was für eine barbarische Gesellschaft, deren Stabilität auf einem solchen Mitschuldigmachen oder auf der Vertuschung von Mitwisserschaft beruht. Auf der Mitwissenschaft von Verbrechen von einer Dimension, wie sie von Christen bislang immer nur einem Nero zugesprochen worden sind.

Pädokriminalität ist schlimmer als "Stasi". Pädokriminalität ist die Weiterführung von KGB-, Gestapo- und CIA-Foltermethoden inmitten vorgeblich freier, offener, selbstbestimmter Gesellschaften und Demokratien. Pädokriminalität ist "Mind control". Pädokriminalität wird zur totalen Unterwerfung des menschlichen Bewusstseins des einzelnen "Opfers" und ganzer Gesellschaften durch Täter benutzt.

Wann stehen solche Sätze in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", im "Spiegel"? In der "Zeit"?

Indem Geheimdienste und satanistische Geheimorden Menschen der Elite dazu verleiten, verführen, Kindern und Jugendlichen Gewalt anzutun, ja bis dahin, Morde an Kindern und Jugendlichen zu verüben, erziehen sie die Angehörigen dieser Elite, die Überlebenden solcher brutaler Erziehung zu vollkommener Gefühlslosigkeit, Rohheit, Erbarmungslosigkeit, Brutalität gegenüber dem Rest der Gesellschaft. Zu Automaten in der Befehlserfüllung. Zu Scheinlebendigkeit, zu Scheinhumor, zu Scheinleutseligkeit, zu scheinbarer "Biederkeit". Zu dem Zeigen einer unglaublich heuchlerischen Maske. In den TV-Shows der westlichen Welt war und ist sie überall zu sehen, diese Maske des Biedermannes, der Heuchelei.

Und damit soll eine Humanisierung unserer modernen Gesellschaften erreicht werden? In den allseits von den Eliten so glorifizierten "mulitkulturellen Gesellschaften", die aber zugleich - nach dem berühmten Wort von Daniel Cohn-Bendit (in Die Zeit, 22.11.1991) "hart, schnell, grausam und wenig solidarisch" sein sollen? Also faschistisch. Woher weiß Daniel Cohn-Bendit von der Brutalität solcher Gesellschaften? Warum klingen Cohn-Bendit's Worte so deutlich an an Hitlers Worte darüber, die deutsche Jugend solle "schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl"?

Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!

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*) Original: "At that time I think most people would have thought that the establishment, the system, was to be protected and if a few things had gone wrong here and there that it was more important to protect the system."

Sonntag, 12. Juli 2015

Das monströse Ausmass der Pädokriminalität in England

Die derzeitige Wahrheitskommission im Mutterland der Demokratie rüttelt an den Grundlagen unseres 200 Jahre alten Demokratie-, Gesellschafts- und Geschichtsverständnisses

"Britannia, lass flattern deine verdreckten Fahnen ..." (Wiki)
Foto: Vaughan Leiberum
Das steht im Wochenmagazin "Der Spiegel" vom Donnerstag der letzten Woche über den landesweiten, viele Gesellschaftsteile durchziehenden Mißbrauchsskandal in Großbritannien:
In England und Wales könnte jedes 20. Kind Opfer von Missbrauch geworden sein. ... Das wahre Bild könnte noch schlimmer sein.
Könnte mit weniger Worten mehr gesagt werden? Es wird einige Zeit brauchen, bis überhaupt verstanden worden ist, was diese Aussage bedeutet. Eine solche Aussage über das Mutterland der modernen Demokratie. Es sei noch der Vollständigkeit halber zitiert, was in dem Artikel weiter erläuternd steht:
Im Zuge der Affäre um den ehemaligen BBC-Entertainer Jimmy Savile waren in Großbritannien verheerende Missstände quer durch alle Bevölkerungsschichten aufgedeckt worden. Entertainer, Geistliche, Politiker, Krankenhausmitarbeiter - Missbrauchsskandale gab es in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Der Polizei wird vorgeworfen, über Jahrzehnte Skandale ignoriert oder nur nachlässig ermittelt zu haben. Unter anderem sollen neben zahlreichen Unterhaltungsstars im Umfeld der BBC der inzwischen gestorbene frühere Innenminister Leon Brittan sowie weitere hochrangige Politiker beteiligt gewesen sein. In mehreren Städten flogen Ringe von Sexualstraftätern etwa in der Taxifahrerszene auf.
(Siehe auch z.B. RTL.) - Findet das ständige herabsetzende Reden von "Verschwörungstheorie" jetzt endlich einmal ein Ende? Oder bedarf es noch mehr, damit das nun endlich ein Ende hat?

Aber viel mehr noch: Merkt man es? Spürt man es? Das ist jene Nation, die uns Deutschen 1945 die Demokratie bringen wollte. - - - Da muss eine ganze politische Elite vollständig ausgewechselt werden. Wie sonst will man mit dieser Erkenntnis umgehen? Das wird doch nicht besser, indem nicht auch etwas an den moralischen Grundlagen einer solchen Gesellschaft verändert wird.*)

Finden heutige Gesellschaften der Nordhalbkugel dazu noch die Kraft? Oder gucken sie weg? Was sagt ein Jürgen Habermas dazu? ... Ja, ja, er lebt noch, jener Mann, der sich noch 2004 mit jenem Herrn Joseph Ratzinger so gut verstanden hatte, dessen Biographie, nunja, seither ja auch so manches "Geschmäckle" bekommen hat, zurückhaltend ausgedrückt. Was sagen sonstige moralinsaure Demokraten der westlichen Welt dazu? Oder noch grundlegender: Was würden ein Baron de Montesquieu und ähnlich grundlegende Staatsdenker zu solchen Feststellungen sagen?

Leon Britain (1939-2015), Innenminister unter Margaret Thatcher, steht unter dem Verdacht vielfachen sexuellen Missbrauchs. Er war entscheidend daran beteiligt, dass die Ermittlungen gegen den Kinderschänder-Ring im britischen Parlament Anfang der 1980er Jahre bis kurz vor der deutschen Wiedervereinigung niedergeschlagen worden sind. Womit sicherlich hundertfach neue Fälle von Pädokriminalität ermöglicht worden sind. 

Und diese christkonservative Regierung machte Deutschland 1989/90 Vorschriften darüber, wie es seinen Stellung in Europa nach der Wiedervereinigung bestimmen sollte. Wie es seine Grenzfragen mit Polen lösen sollte. Diese Regierung warnte 1990 vor einem Deutschland, das wieder gefährlich werden könnte. Wo sie selbst jedem 20. Kind ihres eigenen Volkes gefährlich war.

Die Erkenntnisse dieser Wahrheitskommission gehen weit über die Erkenntnisse rund um den Mißbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche hinaus. Und womöglich versteht man nun gerade auch besser, warum sich der "Papst" nennende Herr Joseph Ratzinger, dieser Edelkatholik, so überraschend wohlwollend ausgerechnet gegenüber der britischen Elite und dem britischen Königshaus aussprach, diesem edlen, anlässlich seines Besuches in England im September 2010 (GA-j!, 9/2010). Wo doch England aus der Sicht seiner Klientel eigentlich eines der Kernländer der Ketzerei sein sollte. Aber so mancher Fragenkreis schließt sich gerade, nicht nur dieser. Denn es gibt offenbar doch noch so manche - - - "Gemeinsamkeit" mit Ketzern. Hoffte Herr Ratzinger womöglich damals noch auf politisches Asyl in Großbritannien, falls er strafverfolgt werden sollte um seiner tausendfachen Verbrechen willen - ? Wo die Polizei und Gerichte in Großbritannien doch damals noch so erfreulich milde waren, ahnungslos taten, was die Art speziell seiner Verbrechen betrifft (nämlich Mitwisserschaft, Vertuschung und Ermöglichung von Pädokriminalität).

Die Erkenntnisse dieser Wahrheitskommission gehen weit über den Mißbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche hinaus

Es stockt einem der Atem. Was man nicht glauben wollte, nämlich, dass auch der britische Geheimdienst und die britische Regierung während des Zweiten Weltkrieges infiltriert waren von Pädokriminellen, dass offenbar an oberster Spitze selbst mit Winston Churchill ein Pädokrimineller stand (es ist hier auf dem Blog schon darüber geschrieben worden, insbesondere anhand der Aussagen von T. Stokes und anderer), gewinnt durch diese neuen Sachverhalte natürlich schnell an weitaus größerer Glaubwürdigkeit.

Solche Zustände wie jene, die jetzt zutage kommen, entstehen doch nicht über Nacht. Sie müssen eine lange Vorgeschichte haben. Man kann auch sagen: Diese Nation, die Regierung und die Presse dieser Nation stellten sich 1914 gegen Deutschland in einen Krieg mit einem Phrasenschwall voll von triefender Moral. Auch dieser Umstand erhält durch die aktuellen Aufdeckungen eine ganz neue Beleuchtung. Versteht man besser, wie die damalige britische Lügenpresse den deutschen Soldaten 1914 vorwerfen konnte, belgischen Kindern die Hände abzuhacken - ? Wie sie rufen konnte "Hang the Kaiser!" Wie sie Deutschland die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg aufbürden konnte? Versteht man es? Ich jedenfalls glaube gerade manches zu verstehen.

Und man versteht vielleicht damit heute auch wieder besser den tiefen, tiefen Zorn der deutschen Frontsoldaten nach dem Ersten Weltkrieg, von einer solchen zutiefst korrupten Nation militärisch überwunden und geknebelt worden zu ein mit dem "Schandvertrag" von Versailles. Oder - die Frage läßt sich auch andersherum stellen: Welche große Nation legt eigentlich einer anderen großen, zivilisierten Nation einen solchen Schandvertrag auf, wenn ihre Eliten nicht pädokriminell zutiefst versumpft und verseucht sind?

In Deutschland hat wohl noch kaum jemand wahrgenommen, was für ein grundlegender Wandel zwangsläufig in unserem Demokratieverständnis stattfindet durch diese derzeitige "Wahrheitskommission" in Großbritannien. Wenn die Demokratie darin versagt hat, jedes 20. Kind zu schützen vor Pädokriminalität. In jeder Schulklasse ein Kind.

Zeiten eines Nero im "Mutterland der Demokratie"

Was ist das dann für eine "Demokratie"? Nein, Großbritannien war niemals eine vorbildliche Demokratie. Diese kann es gar nicht gewesen sein. Zumindest nicht in den letzten 100 bis 150 Jahren. Wer kann das noch glauben? Wir wissen, dass das britische Königshaus, auf das gegenwärtig rund um die Pädokriminalitäts-Vorwürfe erneut ein so schwerer Verdacht  fällt (etwa auf den Bruder des Kronprinzen), schon 1888 tief versumpft war, da von Hochgradfreimaurern umgeben, aufzeigbar nicht zuletzt an den "Jack the Ripper"-Morden jenes Jahres (GA-j!, 4/2014).

Es waren Händler und Heuchler, genau das, was die Deutschen 1914 bis 1918 über die Engländer glaubten. Und diese Nation hat die deutschen Städte zusammen gebombt 1940 bis 1945. In dieser Nation konnte ein Lord Vansittard 1940 als geistige Vorbereitung auf diese Verbrechen sein Hetz- und Lügenbuch "Black Record" veröffentlichen. Aus solchen Verhältnissen stammend, konnte ein Winston Churchill während des Zweiten Weltkrieges so zynisch mit dem Völkermörder Josef Stalin küngeln. Und gerade einmal eben Deutschland auf zwei Drittel seines Vorkriegsterritoriums zurückschneiden unter der Vertreibung eines Viertels seiner Vorkriegsbevölkerung unter begleitendem Massenmord an 2,5 Millionen Deutschen. Es wird gerade vieles klarer über die Grundkonstellationen jener westlichen Politik, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts bestimmten.

Eine Nation von Pädokriminellen, von Mitwissern von Pädokriminalität und von Überlebenden pädokrimineller Gewalt

Ich wunderte mich schon 1993 in meiner Magisterarbeit über die tiefe Korrumpiertheit, über die schweren Verbrechen der britischen Regierung während des Zweiten Weltkrieges (siehe --> meine Magisterarbeit). Der deutsche Historiker Klaus Hildebrand war beim Studium derselben Sachverhalte 1986 dazu gekommen, vom "Zeitalter der Tyrannen" zu sprechen, in das er neben Hitler und Stalin Churchill und Roosevelt bewusst mit einschloss. Das war im Zusammenhang mit dem legendären "Historikerstreit" desselben Jahres geschehen. Und von wem wurde - auch - Klaus Hildebrand damals so angegriffen, dass er sich seither niemals wieder so deutlich und offen zur verbrecherischen britischen Politik während des Zweiten Weltkrieges geäußert hat? ..... Ääääähm, nun, ähm, ja, von: Jürgen Habermas. Es wird gerade vieles klarer.

Leon Britain, der des Missbrauchs verdächtige Minister der Thatcher-Regierung (soweit man das überblickt, gibt es noch andere ehemalige Minister der Thatcher-Regierung, die diesen Verdacht auf sich gezogen haben, die ihn aber empörter zurückgewiesen haben als Britain) ist auch noch jüdischer Herkunft (Wiki). Sein Volk wurde traumatisiert 1933 bis 1945 - wie so viele andere Völker - und er musste diese Tramatisierungen nach 1945 fortsetzen? Es reicht. Tausend mal reicht es. Es ekelt einen, wohin man blickt. Wann ist endlich Schluss mit diesem "Jahrhundert der Lüge", der triefenden, sabbernden, salbadernden Moral und Heuchelei, die sich durch so viele Gesellschaftsbereiche moderner "Demokratien" zieht - ebenso wie die Pädokriminalität?

Das einstmalige prunkvolle britische Empire - was bleibt von ihm übrig? Eine Nation von Pädokriminellen, von Mitwissern von Pädokriminalität und von Überlebenden pädokrimineller Gewalt. Man versteht, warum sich in dieser Nation der Edelkatholik, Herr Joseph Ratzinger, vor fünf Jahren so wohl fühlte und für die multikulturelle Gesellschaft warb. Was einem schon damals so auffallend vorkommen konnte (GA-j!, 9/2010). Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, diejenigen, die seit hunderten von Jahren vor Sodom und Gomorra warnen, die derartige Schreckensbilder beschworen - sie selbst waren es, die genau dieses erst herbei führten. Unter der Maske der Saubermänner, der Gut- und Edelmenschen.

Und damit drängt sich auch immer schärfer die Frage auf: Welche Zusammenhänge bestehen zwischen elitärer Pädokriminalität und dem mangelhaften Leisten von Widerstand gegenüber der Befürwortung, dem Bewerben und Einpeitschen des Gedankens von der multikulturellen Gesellschaft? Fühlen sich Pädokriminelle etwa in multikulturellen Gesellschaften "wohler", "sicherer"? Und wenn ja - warum? Weil in diesen - nach dem Wort von Robert Putnam - "jeder allein kegelt" und es deshalb niemals zu einer großen gemeinsamen Aktion kommt, Abwehraktion. Weil andere sehr fortgeschrittene, hoch kultivierte multikulturelle Gesellschaften auch schon nicht fertig geworden sind - mit einem Nero? Warum sonst?

Zeiten eines Nero im "Mutterland der modernen Demokratie".

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(Als Titel für diesen Artikel war ursprünglich gewählt worden: "Die stolze, ekelhafte, versumpfte britische Nation".)

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*) Man möchte sogar noch weiter gehen. Man möchte fragen: Können solche Zustände überwunden werden von der heutigen unter Evolutionären Humanisten beworbenen hedonistischen Moral? - Gegenwärtig stürzen gerade unglaublich viele, auf seichtem Fundament errichtete Gebäude ein - und seien es nur moralische oder Gedankengebäude.

Ein Skandal der allerersten Güte

Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda und sein geistig überaus schmalspuriges Auftreten

Das "Institut für Staatspolitik" in Schnellroda hat - nach meinem Gefühl: nach langer Zeit - einmal wieder etwas Ansprechendes, Öffentlichkeits-Wirksames produziert (hier oder hier):


Mein Kommentar zu diesem Video und zu dem dazugehörigen Blogartikel über "Traurige Rechte" ("Tristesse Droite")*):

In typischer Kubitschek-Art wird hier - wie auch sonst - viel „Haltung“ mitgeteilt. Man "unterscheidet" sich, man ist "anders". Man ist nicht "linksliberal". Wie erstaunlich. Man sieht sich vielmehr als "die grundlegende Infragestellung des linksliberalen Establishments". Gegenfrage: Und das rechtsliberale Establishment, das unsägliche "christkonservative Establishment", Establishment überhaupt soll nicht "grundlegend infrage gestellt" werden?

Man möchte sagen: Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Zumindest geistig. Denn dass die pädokriminellen Eliten der Nordhalbkugel auch jenseits des "linksliberalen Establishments" verrottet sind von Grund auf - das sieht man überall - nur offenbar nicht in Schnellroda!

Positive Inhalte, Perspektiven?

Aber fragen wir weiter. Wie sieht es denn eigentlich aus mit den positiven Inhalten? Dass wir im Zeitalter eines neuen, naturwissenschaftsnahen und damit zwangsläufig nichtchristlichen Bildes von Menschen und Völkern leben, eine Einsicht, aus der heraus die ursprünglich neuheidnische „Neue Rechte“ in den 1970er Jahren rund um das Thema „Biopolitik“ entstanden ist (also aus der damaligen „Sarrazin-Debatte“ heraus), wird diese Einsicht in dem Video oder in dem neuen Kubitschek/Kositza-Bändchen „Tristesse Droite“ thematisiert?

Offensichtlich nicht, denn warum sonst: „Tristesse“? Naturwissenschaftsnahe Menschen, die es unter "Linksliberalen" (was für ein abgegriffener Begriff ...) womöglich in größerer Häufigkeit gibt als in Schnellroda, kennen so etwas wie „Tristesse“ gar nicht. Die Einsicht, dass wir im Zeitalter eines neuen, naturwissenschaftsnahen Bildes von Menschen und Völkern leben, wird von den „tristen“ seit den 1990er Jahren rechristianisierten und rekatholisierten „Neuen Rechten“ in Schnellroda und anderwärts offensichtlich mit einem klaren Bewusstsein für das, was man tut, nicht deutlich, klar und scharf umrissen in den Vordergrund gestellt. Dieser Sachverhalt ist in der Selbstdarstellung so gut wie unsichtbar.

Warum auch sonst hätte man Anlass, sich ausgerechnet und gerade und nur von "Linksliberalen" zu distanzieren und sie infragezustellen? Vielmehr sollte man sich schlicht von jenen distanzieren - egal welcher politischer Richtung - die naturwissenschaftlich festgestellte und auch von Thilo Sarrazin angesprochene Sachverhalte ignorieren. Das ist doch eigentlich viel einfacher. Und das gibt es nicht nur unter Linksliberalen .... Schaut man sich in den seit der Sarrazin-Debatte erschienenen populärwissenschaftlichen Büchern zur Intelligenzforschung um, so wird man feststellen, dass alle deutschen wissenschaftlichen Gegner Sarrazins, die sich 2010 zu Wort meldeten - insbesondere Elsbeth Stern - der Sache nach heute nichts anderes sagen als Sarrazin damals, nämlich: dass Intelligenz bis zu 80 Prozent erblich ist. Das ist Konsens heute in der Wissenschaft und wird auch in der populärwissenschaftlichen deutschsprachigen Literatur egal welchen Hintergrundes so dargestellt. Und damit ist klar, dass angeborene Intelligenz natürlich auch in unterschiedlicher Häufigkeit auf Völker verteilt sein kann. Wir sind damit heute in einem ganz anderen Stadium der geistigen Entwicklung der Menschheit als in den 1970er Jahren. In einem für die Erhaltung gewachsener Völker viel günstigeren Stadium. - Warum hört man so etwas nicht aus Schnellroda? Oder auf Demonstrationen in Leipzig oder Dresden? Warum gibt man sich stattdessen der - - - "Tristesse" hin? Ist das nicht geradezu empörend?

Wo ist Andreas Vonderach in der Selbstdarstellung?

Warum bedient man sich nicht solcher eindeutiger Steilvorlagen in der politischen Diskussion und in den eigenen politstrategischen Ausrichtungen? Und zwar nicht in der typisch herabsetzenden Art, in der das gehijackte "Rechtskonservative" mitunter zu tun geneigt sind, sondern: positiv, aufbauend?

Der Repräsentant, den "Schnellroda" für ein solches Denken vorzeigen könnte, der Anthropologe Andreas Vonderach, taucht in dem neuen Video (siehe oben) nicht auf.

Eine etwaige Verwurzelung in den biopolitischen Ansätzen der "Neuen Rechten" der 1970er Jahre wird nirgendwo angesprochen. Soweit man sieht, geschieht dies seit Jahren nicht. Das ist inzwischen vom politischen Gegner viel gründlicher aufgearbeitet worden als in Schnellroda, der politische Gegner der Neuen Rechten hat also wieder einmal viel schneller reagiert als diese selbst (1).

Und deshalb ist die Tatsache heute lächerlicherweise ganz in Vergessenheit geraten, dass in den 1970er Jahren „Neue Rechte“ und „neuheidnisch“ quasi als gleichbedeutend angesehen wurde. Was offensichtlich damals das biopolitische Denken klar gefördert hat. Während ein heute unterschwellig vorherrschendes und weiterhin maßgebendes christliches Denken in Schnellroda und anderwärts diese biopolitischen Ansätze fast bis zur Unkenntlichkeit in den Hintergrund treten lässt. Was seit bald zehn Jahren sehr bewusst geschieht. 

Wie viele Chancen man dadurch vertut, wie viel wertvolle, notwendige „Volksbildung“, das ist unabsehbar. Die Natur, die Evolution sind auf Seiten der Völker und ihrer Erhaltung, ebenso die Wissenschaft, die sie erforschen. Aber jene Kreise, die sich - angeblich (!) - für die Erhaltung gewachsener Völker auf der Nordhalbkugel einsetzen, sprechen nicht unablässig und stetig über genau diesen Sachverhalt. Dies ist ein Skandal. Ein Skandal der allerersten Güte. Und angesichts der Breite und Klarheit der heute vorliegenden naturwissenschaftlich erforschten Sachverhalte und der Tatsache, dass die Beteiligten von dieser Breite und Klarheit wissen, fällt es mir eigentlich mehr als schwer, überhaupt noch an die innere Redlichkeit und Aufrichtigkeit der hier vordergründig Agierenden zu glauben.

Wer stellt "Pülverchen bereit, durch die man Völker entnerven kann" (Ernst Jünger)?

Dazu kommt: Sie blicken positiv auf solche hier auf dem Blog schon gründlicher behandelte und "entzauberte" "Logenideologen" wie: Friedrich Hielscher, Oswald Spengler, Ernst Jünger, Armin Mohler, womöglich auch auf den britischen Sefton Delmer-Freund und Hochgradfreimaurer Ellic Howe - zu dessen Festschrift nämlich sowohl Armin Mohler wie Karlheinz Weißmann einst Beiträge geliefert haben. Und wer sonst noch alles zu solchen illustren Kreisen gehören mag. Man denke an Geheimdienstleute wie Friedrich Wilhelm Heinz und Werner Best, die ebenfalls zum Freundeskreis Ernst Jüngers und Armin Mohlers gehörten ... Wie überhaupt die zwielichtige Figur des Wilhelm Canaris und seiner Leute hinter den Männer vom 20. Juli 1944 standen, die ebenfalls in Schnellroda und anderwärts so unkritisch zelebriert werden. Da muss man sich doch zunehmend dringlicher die Frage stellen: Welche Agenda wird denn eigentlich hier auch noch heute verfolgt? Wir fragten schon 2011 hier auf dem Blog (GA-j!, 9/2011):
Ist es ein wesentlicher Zug der Literatur von Hermann Hesse, Ernst Jünger und ähnlich Gesinnter, unter "Missachtung des Lesers", der "nicht mehr in Betracht" kommt, "Unterhaltungen für Eingeweihte" "über die Köpfe des Publikums hinweg" zu führen "für sehr vereinzelte Angehörige einer imaginären Geheimen Gesellschaft (die in diesen Büchern thematisch stets wieder auftaucht)"? Sind die Autoren dieser Kategorie "mit einer Sekte, einer kühnen Loge im Bunde", "einer 'Gesellschaft vom Turm', welche die eigentlichen Machtkämpfe der Zeit auf abgedunkeltem Felde austrägt"?
Wer, so sei auch heute einmal erneut weiter gefragt, stellt hier
"Pülverchen bereit, durch die man Völker entnerven kann" (Ernst Jünger) - ?
Ernst Jünger wusste doch offenbar von ihnen. Und jene, die in seinen Fußstapfen gehen, sollten sie nicht kennen? Gebt doch endlich Antwort. So viel Naivität kann Euch doch selbst die engste Anhängerschaft in näherer Zukunft nicht mehr durchgehen lassen. Ich glaube es einfach nicht. Auch in Deutschland leben noch denkende Menschen.

Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!

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*) ... Er ist auf Sezession.de eingestellt worden "Sonntag, 12. Juli 2015, 1:49", aber noch nicht freigeschaltet, obwohl ein jüngerer ("Sonntag, 12. Juli 2015, 10:21") schon freigeschaltet ist ;): "Vielen Dank für Ihren Kommentar. :-) Er muß noch freigeschaltet werden, um für alle sichtbar zu sein." Na, dann mal los! :) Wäre nicht der erste Kommentar von mir, den ihr nicht freischaltet. Und während dieser Blogartikel noch ausgebessert und überarbeitet wird, wird dort drüben noch ein weiterer Kommentar freigeschaltet ("Sonntag, 12. Juli 2015, 12:48"), ohne dass unserer entweder gelöscht oder veröffentlicht worden wäre .... - 17.7.15: Ne, nicht veröffentlicht. Man möchte seinen Kritikern kein Forum geben. Wer hätte dafür kein Verständnis! :)
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  1. vgl. etwa: Haller, Michael; Niggeschmidt, Martin (Hg.): Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz. Von Galton zu Sarrazin: Die Denkmuster und Denkfehler der Eugenik. Springer-VS-Verlag, Wiesbaden 2012

Samstag, 11. Juli 2015

Atheistische Gottesdienste ohne Gott

Die neuen "Sonntagsversammlungen" ("Sunday Assemblies") der Atheisten

Die Sonntagsversammlungen der Atheisten machen von sich Reden (Wiki, ARD, Berliner Sunday Assembly, Facebook, Twitter). In jeder großen Tages- und Wochenzeitung und in jedem größeren Sender hat es darüber schon Berichte gegeben, worüber man sich im Internet leicht einen Überblick verschaffen kann. 

Abb.: Auch auf Betterplace.org
Und meist kommt nun Befürworten wie skeptisch Beobachtenden als erstes der Gedanke in den Kopf, hier würde der sonntägliche Gottesdienst der Kirchen mehr oder weniger bewusst nachgeahmt. "Gottesdienst ohne Gott".

Aber so kann eigentlich nur jemand argumentieren, der den Blick noch immer nicht über den "christlich-abendländischen" Tellerrand geworfen hat. Wie die Ausgrabungen in Mitteleuropa und weltweit ständig aufs Neue ergeben, haben sich menschliche Gemeinschaften schon spätestens seit dem Beginn der Sesshaftigkeit (in Mitteleuropa um 5.800 v. Ztr.) in Gemeinschaften zusammen gefunden, um Gemeinschaft zu erleben, um Jahresfeste im Sonnenlauf zu feiern, um sich auf das Wesentliche in ihrem Leben zu besinnen, um sich und das Leben zu feiern, um über das Universum zu staunen, es zu erforschen, um zu singen und zu tanzen oder auch um der Toten zu gedenken. 

Dass auf all das nun ausgerechnet die christlichen Kirchen einen Monopolanspruch haben sollen, mutet schon reichlich abstrus und kurzsichtig an. Es zeigt einmal wieder so ein bisschen, wie verquer und geschichtsvergessen weithin unser Denken heute ist, bzw. geworden ist. Die Christen haben doch in den Jahrhunderten, in denen sich ihr Glaube in Europa ausbreitete, selbst überall vor Ort an die einheimischen Traditionen angepasst, einheimische heilige Orte in christliche heilige Orte umgewidmet (oder auch in verrufene, teuflische), einheimische heilige Tage in christliche umgedeutet. Warum soll nicht Christliches, ursprünglich Heidnisches erneut umgedeutet werden, um angemessen zu sein heutigen Zeiten und Zeitempfinden?

Unsere Wochentage sind keine christlichen

Man nehme doch nur den deutschen Begriff "Sonntag". Ist das etwa ein ausgesprochen christlicher Wochentagsname? Seit wann spielt die Sonne im Christentum eine so herausragende Bedeutung, dass nach ihr ein Wochentag benannt werden würde? Nein, unsere heutigen Wochentage stammen entweder aus dem antik-griechisch-römischen oder aus heidnisch-germanischen Lebenswelt. Und man nehme doch nur auch all die anderen Wochentage. Sie deuten - im Englischen oft noch deutlicher als im Deutschen - alle auf heidnische Ursprünge zurück: der Mond-Tag, der Tius-Tag (die Germanen verehrten den indogermanischen höchsten Gott Tius, der dem griechischen Zeus entspricht), der Wotans-Tag, der Donnars-Tag, der Freias-Tag - alle benannt nach heidnischen germanischen Göttern und Göttinnen. Schon Kaiser Karl der Große hatte übrigens auch die zu seiner Zeit (um 800 n. Ztr.) noch gut bekannten germanischen Monatsnamen sammeln lassen (Hartung, Hornung, Lenzig, Wonnemond, ...). Und so könnte vieles auf dieser Linie weiter gesagt werden.

"Atheistische Sonntagsversammlungen" sind somit nur eine Besinnung auf die 7.800 Jahre alte europäische Jahresfeier- und Gemeinschaftskultur. Und sie sind eine Weiterführung derselben. "Spiritueller Atheismus" wird das dann auch gerne genannt. Denn jedes Kind muss ja einen Namen haben. Dieser Blog hat auch langsam das Gefühl, dass sich "Atheismus" heute besser, zugkräftiger verkauft, als jede andere Form von "Nichtchristlichkeit". Das kommt, weil über andere Formen von Nichtchristlichkeit noch weniger in den großen Medien gesprochen wird als über Atheismus. Also sollte man sich womöglich auch bald einen ... "spirituellen Atheisten" nennen!

Nachdem ich hier in Berlin vor drei Jahren mit meiner damals 2-jährigen Tochter ein Eltern-Kind-Cafe suchte und nur ein solches ganz unkompliziertes in der Evangelischen Gemeinde gleich um die Ecke fand, sagte ich mir, dass es so etwas doch auch für Kirchenfreie geben müsste. Und so fragte ich beim Humanistischen Verband meines Stadtteiles nach. Dort aber war man auf diese Idee noch gar nicht gekommen!

Die Suche nach einer Gemeinschafts- und Feierkultur jenseits der christlichen Lebenswelten ist in den mitteleuropäischen Lebensreformbewegungen am Anfang des 20. Jahrhunderts sehr intensiv betrieben worden. Die alte Volkslied- und Volkstanzkultur Mitteleuropas wurde wiederbelebt. Im legendären Liederbuch des Wandervogels, im "Zupfgeigenhansel", waren sie alle versammelt, die so beseelten Lieder unserer Geschichte. Hans Breuer, ein junger Medizinstudent, der im Ersten Weltkrieg fiel, hatte sie gesammelt und herausgegeben: "Es waren zwei Königskinder", "Innsbruck, ich muss dich lassen" und so viele andere Lieder, zu denen dann die Liederdichter der ersten Jahrzehnte das 20. Jahrhunderts so viele neue hinzufügten.

Nachdem diese Bestrebungen und der damit verbundene Idealismus, die damit verbundenen Sehnsüchte im Jahr 1933 vom Nationalsozialismus "gehijackt" worden waren und in den weiteren Jahren pervertiert worden waren bis zur Unkenntlichkeit und nachdem als Gegenbewegung gegen diese pervertierten Bestrebungen die individualistische, amerikanische Jugendkultur der 1950er und 1960er Jahre gesetzt worden war, waren über die geschichtestürzenden Ereignisse des Zweiten Weltkrieges hinweg die oft so tief beseelten Aufbruchbewegungen vom Anfang des 20. Jahrhunderts völlig an den Rand gedrängt, ja, vergessen worden.

Allen, die noch irgendwie daran hingen, wurde die Schnulzenkultur des Fernsehns geboten und wurden damit "zufriedengestellt" und auf Passivität umgepolt.

Ob jetzt eine aus uns selbst gestaltete Rückkehr gelingt? Ob wir noch ein "aus uns rollendes Rad" sind (wie Nietzsche dies nannte)? Die Ansätze jedenfalls klingen vielversprechend. Noch hört man keinen wirklich schiefen Ton hindurch. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.