Donnerstag, 17. August 2017

"Die ordentlichsten Jugendlichen der Welt"

Jane Austen in Begegnung mit der modernen Welt

- Junge Erwachsene der "Amish-People" im Gespräch mit Gleichaltrigen aus der Welt, in der wir leben

-  "Klassiker" der Fernsehgeschichte: Fernseh-Dokumentationen aus den Jahren 2010 und 2011

Kloppt alle Wahlkampf-Video's der AfD in die Tonne

Schon in früheren Jahren wurden hier auf dem Blog gelegentlich die Amischen (Wiki, engl) behandelt (1), bäuerlich lebende, streng religiös-bibelgläubige deutschsprachigen Gruppen in den USA. Seit etwa 1994 bin ich fasziniert von ihnen, seit ich im Zusammenhang mit meiner Doktorarbeit auf sie gestoßen bin und dabei die wissenschaftliche Standardliteratur zu ihnen zur Kenntnis nehmen konnte. Die Amischen leben - als streng bibelgläubige Christen, die die Kindertaufe ablehnen - außerordentlich authentisch ein Leben so wie es unsere Vorfahren in vielerlei Hinsicht vor 500 oder noch vor 100 Jahren gelebt haben.

Worauf ich gerade jetzt mit großer Überraschung stoße, sind zwei britische, mehrstündige sogenannte "Dokusoap's" über die Amischen aus den Jahren 2010 und 2011 (2, 3). In diesen lassen die Amischen den Zuschauer über das Medium Film dichter an sich herankommen als das meines Wissens jemals zuvor geschehen ist. Zuvor hat man sie zwar schon über Literatur als menschlich sympathische Gemeinschaften kennen lernen können. Jetzt geht das aber noch besser über diese Fernseh-Dokumentationen. Weil noch wesentlich unmittelbarer.





Diese beiden Fernseh-Dokumentationen habendas Potential, zu "Klassikern" zu werden. Man sieht sie sich über viele Stunden hinweg ziemlich beweg an. Und doch merkt man ein paar Tage später, daß man sie sich noch ein zweites mal mit dem gleichen inneren Gewinn anschauen könnte, ohne daß es langweilig wird. Wann würde man eine solche Erfahrung mit dem Medium Film in unseren Tagen schon häufiger machen?

Und wie kommt die Wirkung zustande? Dafür wird es viele Ursachen geben. An einer Stelle im Film fragt sich Becky Shrock (die Blonde) selbst, was Gott wohl vorhabe, indem sie sie an dieser Dokumentation teilnehmen lassen würde. Das Besondere an der Dokumentation ist, daß die Annäherung an die Amischen hier einmal erfolgt - soweit übersehbar - nicht über dezidierte "Aussteiger" der Amischen. Solche Dokumentation hat es in früheren Jahrzehnten oft gegeben und gibt es auch heute noch oft. Hier jedoch erfolgt sie über "echte" und "ursprüngliche" Amische, also über solche, die auch weiter als Amische leben wollen. Im Film denken sie darüber nach, ob sie das wollen, kommen aber größtenteils zu dem Ergebnis: Ja, sie wollen das. Das ist - soweit mir bekannt - etwas ganz Neues. Und dadurch sind sehr berührende, nein, man muß sagen: aufwühlende Dokumentationen entstanden. Der Blick ist nicht von "außen" gewährt, sondern von innen.

Die erste Dokumentation handelt davon, wie fünf ganz traditionell aufgewachsene Amisch-Jugendliche verschiedenen Jugendgruppen in England begegnen und mit diesen mehrere Tage das Leben teilen, wie ihnen also das Leben Gleichaltriger in der "modernen" Welt in Großbritanniens vorgestellt wird (2). In den Gesprächen der jungen Erwachsenen untereinander werden immer wieder die Unterschiede zwischen beiden Lebensweisen recht offen besprochen. Und was einen fast noch am meisten packt, das ist, wie immer wieder die Rede darauf kommt, wie bei den Amischen das Kennenlernen und Zusammenkommen von Mann und Frau kulturell durchgestaltet ist, so daß es möglich ist, daß dabei Ehen entstehen können, die ein Leben lang auch wirklich halten. Das ist noch fast der berührendste Teil in diesen Gesprächen.

Wo hat man es das letzte mal erlebt, daß über ein solches Thema so ernsthaft und mit so viel innerem Gehalt und auch so verantwortungsbewußt gesprochen wurde? Ich glaube, in diesem Umstand vor allem liegt die große Bedeutung dieser Dokumentationen begründet. Hat man eine solche Ernsthaftigkeit überhaupt schon einmal erlebt? Ohne daß deshalb die jugendliche Fröhlichkeit darüber verloren gegangen wäre? (Der Autor dieser Zeilen glaubt, diesbezüglich in einer Ausnahmesituation zu sein, da es in seiner Verwandtschaft eine Person gab, die genauso von tiefem Ernst erfüllt darüber gesprochen hat. Aber es ist wohl ziemlich sicher, daß die Mehrheit der Leser das so nicht nicht erlebt hat.) Indem wir hier darauf zu sprechen kommen, knüpfen wir auch an einen Beitrag und einen Videoblog vom 1. Juni über die Gestaltung des Verhältnisses zwischen Männern und Frauen an (7). Im Verhältnis zu diesen Amisch-Jugendlichen kommt uns unser eigener Beitrag diesbezüglich ziemlich hilflos vor.

Ernsthaftigkeit in wesentlichen Lebensfragen, ohne Lebensfröhlichkeit zu verlieren


Gelebtes Leben ist eben überzeugender als alle "Theorie". Gelebtes Leben ist überzeugender als jede "Forderung", es solle oder könne doch so oder so gelebt werden. Gelebtes Leben ist überzeugender als jede "Utopie", es könne doch so oder so gelebt werden. Diese Dokumentationen sind schon vor fünf Jahren auch von dem Fernsehsender RTL in Deutschland ausgestrahlt worden. Und endlich einmal bekommt man mit ihnen eine Sendung eine solchen - sonst in der Regel ganz abartigen - Genres zu sehen, aus der man wirklich - und aus der jedermann und jederfrau - lernenund Gewinn ziehen kann, für die man sich richtig gehend begeistern kann.

Es kommt halt immer auf die Auswahl jener an, die man vor die Kamera holt ...

Man wundert sich geradezu, daß heute Filmemacher noch fähig sind, so verständnisvoll, so einfühlsam mit etwas so Ungewöhnlichem wie den Amischen umzugehen, so ohne allen Zynismus. Und dann auch gleich noch in einer Extremsituation wie derjenigen, in der fünf junge Erwachsene dieser Gruppierung wirklich krasse Auswüchse der modernen Welt kennen lernen. Die Amischen "sind zwar gelandet" - aber die Landung ist nicht sehr sanft, möchte man sagen.

Und mit allem drängt sich bald der Eindruck auf, daß diese Dokumentation auch viel gehaltvoller, überzeugender, begeisternder, hinreißender ist, als es jedes Video von Hagen Grell sein kann, als es jede noch so "gelungene" gefilmte "Aktion" der "Identitären Bewegung" oder beliebiger anderer Versuche, das gewachsene kulturelle Erbe in Deutschland und Europa zu bewahren sein können. Als es erst recht jedes Wahlplakat, jedes Wahlkampfvideo, jede Parlaments- oder sonstige Rede von Politikern sein können, stammen sie nun von einem Björn Höcke, einem Christoph Hörstel oder einem beliebigen anderen Politiker, sei er nun von der AfD, von der "Deutschen Mitte" oder einer anderen Partei, die sich - auch nur einigermaßen glaubhaft - für die Bewahrung unseres kulturellen Erbes einsetzt.

Der Unterschied ist, daß nicht nur der Lebensstil selbst ein überzeugender ist, sondern daß letztlich immer spürbar wird, daß hinter ihm authentische religiöse Lebenshaltungen stehen. Und das ist der Kern, as ist der entscheidende Unterschied.

Die Erkenntnis, die anhand gerade dieser Dokumentation so klar wie selten nachvollzogen werden kann, ist schlicht: Es kommt nicht auf Politik an. Es kommt nicht auf Politiktreiben an für das Überleben eines Volkes, für das Überleben einer Gemeinschaft. Es kommt darauf an, daß der Gottglaube in den Mittelpunkt des persönlichen Lebens und der Gemeinschaft gestellt wird, daß er nicht zu einer Randerscheinung wird, daß sich insbesondere auch auf religiöser Ebene eine Selbstsicherheit ergibt und daß aus dieser heraus gelebt werden kann. Und zwar nicht nur als Einzelmensch, sondern eben als Gemeinschaft.




Wenn Politiker der AfD so leben würden, religiös authentisch wären, müßte es ihnen im Grunde leicht fallen, genauso - - - "cool" herüber zu kommen in einer beliebigen Rede oder in einem beliebigen Video wie diese fünf jungen Erwachsenen der Amischen, die in Großbritannien mit dem Leben gleichaltriger Jugendlicher konfrontiert werden. Sie dürften vor allem schon einmal: gar nicht laut werden. Schon daran allein ist ein Unterschied erkennbar.

Die fünf Jugendlichen dieser Dokumentation können einen lehren, daß es auf ganz andere Dinge ankommt. Es kommt darauf an, einen anderen, einen besseren, zukunftsträchtigeren, lebensoffenen, fröhlicheren Lebensstil zu leben - als Gemeinschaft - im Angesicht einer degenerierten, untergehenden, abartigen Gesellschaft rund um einen herum. Es kommt darauf an, aus einem Gottglauben heraus zu leben und zwar sicher, beständig. Es kommt darauf an, Gottvertrauen zu gewinnen und immer wieder abzusichern, insbesondere über Gemeinschaftsleben.

Aus der Dokumentation des Jahres 2010 (2)

Es scheint tatsächlich, als könne einem das heute niemand überzeugender zeigen als die Amischen und insbesondere solche mehrstündigen Filmdokumentationen und "Reality-Show's", die sich eben auch Zeit lassen, sich auf ein so fremd gewordenes Leben, Denken und Erleben wirklich einzulassen.

Bei den fünf Jugendlichen handelt es sich um etwas, das man früher einmal einfach "wohlgeratene Kinder" genannt hätte, "wohlerzogene". Um Jugendliche, um derentwillen die Eltern sich keine Sorgen machen müssen und deren Eltern sich sagen können: So ganz falsch kann unsere Erziehung nicht gewesen sein ... Und die amischen Eltern der Dokumentation sind tatsächlich auch ihrer Kinder so sicher, daß sie sie getrost auf Konfrontations-Kurs mit der modernen Welt gehen lassen können. Sie versichern ihnen lediglich, daß sie für sie beten werden. Im Grunde auch das eine Versicherung, die berührend ist. Womöglich sind die eigentlichen "Helden" dieser Dokumentation die selten gezeigten Eltern dieser Jugendlichen. Das würden sie auch selbst so sagen. Obwohl ja schon der Begriff "Held" kein Begriff ist, der zu ihrer Kultur, zu ihrer Art der Religiosität paßt.

Diese amischen Jugendlichen sind tief und fest in ihren Familien verwurzelt, in ihrem Leben verwurzelt, in ihrer Denkweise verwurzelt. Und sie durchschauen zu leicht aus dieser tiefen Verwurzelung heraus, wie lächerlich oberflächlich, seicht und abartig das Leben moderner Jugendlicher ist, bzw. sein kann und werden kann. Sie können sich an den guten Seiten dieses Lebens freuen, tief erfreuen. Das besonders sei hervor gehoben. - Wie schön etwa mitzuerleben, wie eine junge Frau der Amischen das erste mal das Meer erlebt und die berauschende Kraft brechender Wellen. - Sie können sich tief freuen: Und sie lehnen zugleich mit großer innerer Sicherheit, aus tiefstem Inneren und in tiefer innerer Bewegtheit die bösen und schlechten Seiten dieses Lebens ab. Sie empfinden authentische Trauer, wenn sie Menschen so leben sehen.


Aus der Dokumentation des Jahres 2010 (2)

Wann hätte man jemals eine solche Fernsehdokumentation gesehen? Jane Austen begegnet der modernen Welt.

Fünf Amisch-Jugendlichen, die da über viele Stunden hinweg mit der modernen, westlichen Jugendkultur konfrontiert werden und die dabei ganz und gar cool bleiben. Sie ruhen völlig in sich. Sie blicken mit dem Blick des Fremden, Befremdeten auf diese Welt. Man fühlt sich an Bücher wie den "Papalagi" erinnert (4).

Junge Menschen im Umfeld der Identitären Bewegung 

- Diese innere Sicherheit haben sie nicht


Wenn Jugendliche im Umfeld der "Identitären Bewegung" mit so viel innerer Sicherheit vor diese moderne Welt treten können und sagen können: So wollen wir nicht leben - dann sind sie glaubwürdig. Vorher nicht. Die meisten Jugendlichen und Familien auch im Umfeld der Identitären Bewegung sind insgesamt schon viel mehr seelisch aus dem Gleichgewicht geraten als diese Amischen. Die jedoch ruhen ganz und gar in sich, haben inneren Frieden. Vor allem können sie dadurch auch ganz offen einem Leben gegenüber stehen, dem sie selbst ansonsten ganz ablehnend gegenüber stehen. Gibt es ein solches Leben außerhalb der Old-Order-Amischen noch? Man hat große Zweifel.

Allein diesem Film zuzusehen, erhebt einen in eine bessere Sphäre. Und anders als mit solchen Lebenshaltungen ist das Überleben als ein großes Volk gar nicht möglich. Anders sind dauerhaft nicht jene kinderreichen Familien zu leben, die notwendig sind für das Überleben als ein Volk. Daran kann es eigentlich kaum einen Zweifel geben. Und um so leben zu können - das ist auch klar - braucht man eine ganz sichere, feste weltanschauliche Verwurzelung, Verankerung. Man darf auch nicht zu viel an einer solchen ständig herumkritteln, herumbohren und infrage stellen. Sondern man muß ruhig und sicher aus ihr heraus leben. Man muß in einer solchen seine Heimat haben.

Die Dokumentation aus dem Jahr 2011 (3)
Man darf sich innerlich nicht aufreiben an der Unterschiedlichkeit seines eigenen Lebensstiles im Vergleich zu dem, was um einen herum gelebt wird. Sonst findet man auch seinen eigenen inneren Frieden nicht. Man muß sich entscheiden.

Daß solche Dokumentationen überhaupt entstehen konnten, scheint daran zu liegen, daß zumindest einige Old-Order-Amische Gruppen offener geworden zu sein scheinen. Denn es gibt ja auch Gemeinden, die sogar Fotografieren und Filmen ganz ablehnen. Weshalb man sich bislang zumeist nur über Literatur oder über "Abtrünnige" von ihnen ein "Bild" machen konnte. Vielleicht weil der Unterschied zwischen ihrer Lebensweise und der Abartigkeit unserer Lebensweise inzwischen so krass und offensichtlich geworden ist und so leicht nachvollziehbar ist, fällt es ihnen leichter, offen auf diese Abartigkeit zuzugehen. Sie stellt vielleicht - und mit Recht - gar keine Versuchung mehr dar so wie oft noch in früheren Jahrzehnten, als die Abartigkeit noch nicht so krass war. Aber für wen stellt denn das Leben in der heutigen "modernen Welt" auch sonst noch wirklich eine Versuchung dar? Im Grunde leidet doch fast jeder darunter. Daß das die Amischen inzwischen so empfinden und deshalb diese Lebensweise kaum noch als Versuchung empfinden können, könnte man jedenfalls als nachvollziehbar empfinden.

Zunehmend mehr verliert das typische Leben in modernen Gesellschaften an Anziehungskraft. Wer will denn diesen ganzen Schrott noch? Die Gefahr ist aber, daß es modernen Menschen zunehmend schwerer fallen könnte, zu einem solchen "einfachen Leben" noch rechtzeitig zurück zu kehren. Denn dazu ist die erste Voraussetzung jene, die in den beiden Filmdokumentationen immer wieder ein Hauptthema ist: Wie lernen sich Mann und Frau kennen? Wie beginnen sie eine eheliche Gemeinschaft? Und das Aufregende ist, daß zumindest zwei der "gewöhnlichen" britischen Mädchen nachdem sie sechs Wochen bei Amisch-Familien gelebt haben, sagen, daß sie künftig anders leben wollen, daß sie sich nicht mehr von ihrer Umgebung unter Druck setzen lassen wollen, möglichst früh alle Erfahrungen auszuleben, die man diesbezüglich als Erwachsener ausleben kann (3).

"Die Amischen - Die ordentlichsten Jugendlichen der Welt" so lautet der englische Originaltitel der ersten Dokumentation auf Deutsch übersetzt ("Amish - World's Squarest Teenagers") (2). Zwischendurch ist in ihr immer wieder eingeblendet, wie der Vater der beiden jungen Erwachsenen Leah und Andrew Miller aus der Bibel vorliest zum jeweiligen erörterten Thema. Das ist im Grunde ganz gut gemacht. Es sei zum besseren Verständnis noch festgehalten: Bei den Jugendlichen der ersten Dokumentation handelt es sich um Leah Miller (die Erzählerin), um Leon Lehman, Andrew Miller, Jerry Miller und Becky Shrock. Letztere stammt aus den am konservativsten lebenden Gruppen der Old-Order-Amisch, nämlich den "Schwarzentrubers" (Wiki). Das wird an mehreren Stellen in beiden Dokumentationen erläutert. In der zweiten Dokumentation ist der Erzähler Jonathan Hershberger (3).

Zwischenzeitlich gab es auch eine US-amerikanische "Reality-Serie" einer solchen Machart: "Breaking Amish" (2012-2016) (Wiki). Dieser gegenüber gibt es aber laut Wikipedia Vorwürfe, daß keine echte Authentizität vorläge, da alle Hauptbeteiligten mit ihren Gemeinden schon vor Beginn der Dokumentation gebrochen hatten.

Zusammengefaßt jedenfalls: Menschen wie von einem anderen Stern, die eigentlich nur so leben wie unsere Vorfahren vor hundert oder mehr Jahren. So weit haben wir uns heute von der Lebenswelt unserer Vorfahren schon entfernt. Und das betrifft insbesondere den Kernbereich jeder Kultur, nämlich den der Partnerfindung, der Begründung von haltbaren Ehen als Kernzelle des Volkes.

Man kann an ihnen ganz hervorragend erforschen, wie Gemeinschaftsleben in der Familie und auf Gemeinde-Ebene über Jahrhunderte hinweg erfolgreich und nachhaltig - das heißt insbesondere natürlich auch: demographisch nachhaltig - gestaltet werden kann.

__________________________________________________
  1. Bading, Ingo: Die Amischen - Einige Filmdokumentationen. Auf: GA-!, 1.2010, http://studgenpol.blogspot.de/2010/01/die-amischen-einige-filmdokumentationen.html
  2. Die Amischen sind gelandet, Originaltitel: Meet the Amish bzw. Amish - World's Squarest Teenagers, Dokusoap GB 2010, KEO films und Channel 4 Television Corporation; Original-Erstausstrahlung: 25.07.2010; Deutsche Erstausstrahlung, RTL Living, 02.03.2012 (IMDb); Deutsch: https://www.youtube.com/watch?v=gApZNR-FcFEhttps://www.youtube.com/watch?v=bJdxwzb59Wshttps://www.youtube.com/watch?v=wgDtEPLreXshttps://www.youtube.com/watch?v=Lqx0qiX6fTY; Englisch: https://www.youtube.com/watch?v=m64X1hMCJoE oder: https://www.youtube.com/watch?v=IZdxiN_WyjA
  3. Unter Amischen, Originaltitel: Living with the Amish, Dokusoap, GB November 2011, KEO films und Channel 4 Television Corporation (IMDb); 1. Teil (nur Englisch verfügbar) https://www.youtube.com/watch?v=eoXG3__vL8A, ab 2. Teil auch Deutsch: https://www.youtube.com/watch?v=JQyDUZgsdI8, 3. Teil https://www.youtube.com/watch?v=hE3C6uznL5Q&t=34s, 4. Teil https://www.youtube.com/watch?v=bQdfXa7sxfc&t=112s, 5. Teil https://www.youtube.com/watch?v=phh4XSAWDKU, 6. und letzter Teil https://www.youtube.com/watch?v=z0hB9Cg4C6I&t=20s
  4. Scheurmann, Erich: Der Papalagi. 1920, https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Papalagi
  5. Gee, Catherine: Amish teens: pious, prudish - yet remarkably tolerant - Members of the sect have come to the UK for a C4 series. In: The Telegraph, 23 Jul 2010, http://www.telegraph.co.uk/culture/tvandradio/7905385/Amish-teens-pious-prudish-yet-remarkably-tolerant.html
  6. Beck, Sally: From spoilt British teen to Amish girl. In: Dailymail, 21. November 2011, http://www.dailymail.co.uk/femail/article-2064064/Charlotte-Allison-From-spoilt-party-mad-British-teen-Amish-girl.html
  7. Bading, Ingo: Ehret die Frauen! Männer und Frauen - Ein viel erörtertes Thema. Auf. GA-j!, 1. Juni 2017, http://studgenpol.blogspot.de/2017/06/ehret-die-frauen.html

Samstag, 12. August 2017

Menschenopfer-Darstellungen im Besitz Heinrich Himmlers auf der Wewelsburg

Aus 10 Kilogramm reinem Gold: Der sogenannte "Chiemsee-Kessel"

Der sogenannte "Chiemsee-Kessel" (Wiki, engl.) ist aller Wahrscheinlichkeit nach um 1930 herum für satanistische Rituale in völkischen Okkultlogen im Umfeld der NSDAP angefertigt worden, etwa solchen, für die auf der Wewelsburg Räumlichkeiten eingerichtet worden waren. Er ist damit ein ziemlich eindeutiger und auch zuverlässiger Beleg dafür - ein weiterer Beleg dafür - daß hinter dem Dritten Reich satanistische Okkultlogen standen (1), wofür ja hier auf dem Blog schon viele andere Belege gesammelt worden sind.





Insbesondere die Erinnerungen und Zeugenaussagen jener heute noch bestehenden Goldschmied-Firma in München, in der dieser Kessel um 1930 herum angefertigt worden ist, geben eine ziemlich gute Sicherheit hinsichtlich der Zuverlässigkeit der in einem Dokumentar-Film von "National Geographic" aus dem Jahr 2012 vorgestellten historischen Deutung (1). Der Film ist ziemlich langwierig, deshalb seien hier in Kurzform seine wesentlichsten Inhalte referiert.

Der Münchner Unternehmer Albert Pietzsch (1874-1957) (Wiki) war - mit Putzi Hanfstengl - ein früher finanzieller Unterstützer der NSDAP. Er war auch - auffallender Weise - Wirtschaftsberater des Okkultgläubigen Rudolf Heß (2). Um 1930 herum gab dieser Albert Pietzsch nun jenem Münchner Silberschmied, der auch andere Okkult-Objekte für die SS angefertigt hat, die seither raunend und bewundernd in satanistischen Logen herumgereicht werden (Totenkopfringe und solche Dinge), nämlich einem Otto Gahr (gest. 1932), zehn Kilogramm reines Gold, um daraus eine goldene Opferschale zu fertigen im "keltischen" Stil, bzw. im Stil des damals schon bekannten und bewunderten keltischen "Kessels von Gundestrup". Dieser war 1891 in Jütland gefunden worden.

Eine Opferschale im Besitz Heinrich Himmlers


Aufgrund von Hinweisen in der Bevölkerung wurde diese Opferschale nun 2001 mit Metalldetektoren auf dem Grund des Chiemsees entdeckt, wo sie vermutlich 1945 versenkt worden war. Also typischstes "Nazigold". Anfangs bestand nach 2001 noch der Verdacht, es könnte sich um eine echte keltische Schale handeln. Aber es werden auf ihr viel zu eindeutig als man das jemals von solchen archäologischen Objekten kennt Menschenopfer dargestellt. Einem Menschen wird gerade der Kopf abgeschlagen und anderes mehr. Als ich das gleich am Anfang des Filmes (1) sah, dachte ich mir gleich, daß es sich um eine Fälschung handelt. So ist es heute auch von der Forschung festgestellt aufgrund der chemischen Zusammensetzung des Goldes und der Verarbeitung der Schale.

Damit soll nicht gesagt sein, daß es etwa bei den Kelten keine Menschenopfer gegeben hätte. Ganz im Gegenteil. Darüber weiß man heute noch wesentlich mehr als um 1930. Die Kelten haben unzählige Gefangene abgeschlachtet und ihre Leichen demonstrativ aufgehängt an ihren heiligen Tempeln und vor ihren Stadtmauern zur Abschreckung von Feinden. Das ist erst in jüngeren archäologischen Forschungen als sehr weit verbreitetes Phänomen - etwa rund um die keltischen Viereckschanzen - gut nachgewiesen worden. Aber für den vorliegenden Zusammenhang ist das nicht von besonders großer Bedeutung.

Nun gibt es jedenfalls Hinweise, daß diese 10 Kilogramm schwere Opferschale aus reinem Gold auf der Wewelsburg aufbewahrt wurde, wo ja - nach Berichten Überlebender ritueller Gewalt - noch lange nach 1945 von elitären Satanisten Menschenopfer dargebracht worden sein sollen, wo sie vielleicht auch noch dargebracht werden. Es gibt Berichte, wonach die Beteiligten dafür mit Hubschraubern eingeflogen wurden, wonach die Täter auch aus den USA gekommen seien. Diese Dinge freilich werden im Dokumentar-Film nicht explizit erwähnt, obwohl sie natürlich in diesen Sachzusammenhang gehören.

Im Film wird dennoch ganz klar von "schwarzer Magie" bei geheimen Ritualen der SS im Zusammenhang mit diesem Kessel gesprochen. Es würde sich eindeutig um ein Objekt handeln, das Macht darstellen solle. Am Ende des Krieges wurden alle Schätze der Wewelsburg abtransportiert, bevor die Burg gesprengt und angezündet wurde. Es gab vermutlich einen Marschbefehl, die Schätze dann von Bayern nach Böhmen zu schaffen. Man kam damit aber nicht mehr durch, da die Amerikaner vorrückten. Am Ende wäre der Schatz mit der SS-Division Nibelungen an den Chiemsee gelangt und die Soldaten hätten ihn dort versenkt, um ihn nicht in den Besitz der Feinde gelangen zu lassen, bevor sie in Gefangenschaft gingen. So eine denkbare Version, wobei allerdings betont wird, daß es auch noch andere SS-Divisionen gab, die im Bereich des Chiemsees in Gefangenschaft gingen.

Auch wenn das mit der SS-Division Nibelungen stimmen sollte, sollten sich keinesfalls Gefühle von "Romantik" einstellen. Der Okkultismus der Dritten Reiches war als ideologisches Selbstmordprogramm eines Volkes - oder sogar der Völker der westlichen Welt - konstruiert, in den dann natürlich der mörderische Nibelungenzug gut hinein paßt aus der Sicht von abartigen internationalen Satanisten. Ihr abartiges, ekelhaftes Treiben aus Geheimdiensten und Schattenregierungen heraus zieht sich bis heute und ohne sie hätte es vermutlich die großen Kriege und Verbrechen des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts nie gegeben.
_______________________________________________________
  1. "Nazi Temple of Doom", zu Deutsch "Der Geheime Tempel der Nazis". 44 Minuten, National Geographic Channel. 2012, Deutsch: https://www.youtube.com/watch?v=QieqfpzaVy0, Englisch: http://www.smithsonianmag.com/videos/category/history/a-gold-cauldrons-sinister-secrets/
  2. Maier, Helmut: Chemiker im "Dritten Reich". Die Deutsche Chemische Gesellschaft und der Verein deutscher Chemiker im NS-Herrschaftsapparat. Wiley VCH, Weinheim 2015, S. 201 (GB)

Freitag, 11. August 2017

Staatsraison in Deutschland: International organisierte Pädokriminalität

Der Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" 
- 2016 wurde er ausgestrahlt, Millionen sahen ihn - Hat er eine grundlegende Wende herbei geführt?

Das "Erste Deutsche Fernsehen" machte am 20. Januar 2016 ganz Deutschland zum Mitwisser der pädokriminellen Eliten-Herrschaft - und nichts geschah und geschieht.

Eine heute öffentlich bekanntes, brutales Terrorregime im Innern vorgeblich "offener", "freier", "humaner" Gesellschaften

"Jagdgesellschaft", das heißt: Satanisten machen Jagd auf die von ihnen regierten Völker. Völker und Gesellschaften sind zur Jagdbeute von Satanisten geworden.

Am 20. Januar 2016 und an den Folgetagen geschah etwas sehr Bedeutsames in der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. An diesem Tag wurde vom Ersten Deutschen Fernsehen und von der begleitenden Berichterstattung in den großen bundesdeutschen Medien als Tatsache hingestellt:

  1. Es besteht eine Verschwörung.
  2. Menschen auf höchster politischer Ebene sind darin verstrickt.
  3. Sie ist geheimgesellschaftlich organisiert.
  4. Sie ist international.
  5. Sie wird durch Pädokriminalität zusammen gehalten.
  6. Deutsche Innenminister auf Länderebene und ihre Staatssekretäre, sowie Richter, Staatsanwälte und höhere Polizeibeamte, Bauunternehmer vertuschen und decken diese Verschwörung als Überlebende, Mitwisser und Mittäter.
  7. Deutsche Politiker gehen in deutschen Wäldern mit dem Jagdgewehr zur Jagd auf Kinder und erschießen sie dabei.
  8. Und - - - die vielleicht wesentlichste transportierte Botschaft des Filmes: Der einzelne ist - angeblich - ohnmächtig gegenüber der Übermacht des/dieses - - - "Systems".

Alles das ist dargestellt in dem Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" (Wiki), der zum ersten mal am 20. Januar 2016 im Ersten Deutschen Fernsehen ausgestrahlt worden ist und über fünf Millionen Zuschauer hatte, und in der ihn begleitenden Presseberichterstattung (1-8). Auch auf Wikipedia heißt es inzwischen (31.3.22) (Wiki):

Der Film basiert auf wahren Begebenheiten und thematisiert den Kinderhandel in Deutschland. (...) Eine Grundlage für das Drehbuch bildeten die Recherchen der Drehbuchautorin Ina Jung unter Beteiligten des "Sachsensumpfes".

Der Programmdirektor des ARD Volker Herres erklärte aus dem Anlaß der Erstaustrahlung als Erwartung und indem er auf den Vorgängerfernsehfilm "Operation Zucker" verwies, der im Januar 2013 ausgestrahlt wurde (Das Erste):

"Operation Zucker" hat 2013 für Diskussionen, auch auf politischer Ebene, gesorgt.

"Auch auf politischer Ebene". - Ein merkwürdiger Satz - angesichts der Dinge, die hier auf die Tagesordnung gesetzt worden waren. - Wo sonst als auf politischer Ebene? Die Erwartung, daß der Film "auch" auf politischer Ebene für Diskussionen sorgen würde, impliziert schon für sich die Erwartung, daß diese Diskussionen nicht sehr umfangreich sein werden. Und die Gründe sind ja implizit dann auch schon genannt dafür, daß diese Diskussionen nicht sehr umfangreich waren und sind.

Laß flattern deine schmutzige Fahne, Deutschland
Fotograf: NEUROtiker

Dabei wurde im Januar 2016 in den begleitenden Presseartikeln, die der Ausstrahlung voran gingen und ihr folgten (3-8), in allen großen deutschen Medien festgestellt und betont, daß alles das, was in diesem Fernsehfilm dargestellt wurde, im vollen Umfang der Wirklichkeit entsprechen würde. Nur der Ort und die dargestellten Personen - die Staatsministerien in Potsdam, der Innenminister des Landes Brandenburg, einer seiner Staatssekretäre und verschieden Staatsbeamte, sowie ein ermordeter investigativer Journalist - wären als solche fiktiv. Sprich, es hätte auch jede andere bundesdeutsche Landesregierung als Ort der Handlung ausgewählt sein können und es kämen diverse investigative Journalisten infrage, die als Folge ihres Drängens von Mord bedroht sein können. Also Stuttgart, Wiesbaden, Mainz, Kiel, Hannover, Düsseldorf, München, Erfurt, Magdeburg, Schwerin, Saarbrücken, Bremen, Hamburg. Das ganze Land ist verseucht.

Man ist fast gezwungen, davon auszugehen, daß die fünf Millionen Fernsehzuschauer auf die Schnelle gar nicht mitbekommen haben, was sie da gerade mit angesehen hatten, daß sie da keineswegs gerade nur einen der üblichen Krimis gesehen hatten, sondern daß sie mit der größten Staatskrise der Bundesrepublik Deutschland seit ihrem Bestehen konfrontiert worden waren. Doch so ist das ja von allen Medien gar nicht vorbereitet gewesen und bewertet worden. Einigermaßen merkwürdig. Kann eine ganze politische Klasse nicht mehr klar denken?

Auch in der nachfolgenden Sendung bei Sandra Maischberger wurde noch einmal besonders betont, daß jeder Aspekt des Fernsehfilmes Tatsächlichkeit behandele. Ebenso wurde das in allen begleitenden Presseartikeln getan: Ja, das ist Wirklichkeit. Und das ist kein Grund, von der größten Staatskrise der Bundesrepublik Deutschland seit ihrem Bestehen zu sprechen?

Wir hier auf dem Blog stellen fest, daß mit diesen Feststellungen alle Zutaten beisammen sind, die man braucht, um zum Beispiel den Erlebnisbericht der Cathy O'Brien (geb. 1957) (Wiki), einer amerikanischen Regierungs-Prostituierten, für wahr halten zu können (9). Eine der "unglaublichsten", "unglaubhaftesten" Bestandteile dieses Erlebnisberichtes war bestimmt die Jagd auf nackte Mädchen im Wald durch regierende amerikanische Präsidenten. Aber in dem Film wird schon im Titel mit dem Begriff "Jagdgesellschaft" genau auf diesen fast noch unglaublichsten Inhalt des Berichtes von Cathy O'Brien als Tatsächlichkeit hingewiesen. Nicht in den fernen USA, nicht im "Bohemian Grove". Nein, hier, mitten in Deutschland, in deutschen Wäldern jagen deutsche Politiker minderjährige deutsche Kinder mit dem Jagdgewehr.

Die Tatsachen an sich, die wir hier auf dem Blog seit 2011 erörtern, werden also von den großen Medien nun gar nicht mehr geleugnet! Man darf sie nun gar nicht mehr Verschwörungsleugner nennen*). Der einzige Vorwurf, der ihnen noch gemacht werden kann, ist, daß die Bedeutung dieser Tatsachen für das Funktionieren einer Demokratie im Nachgang zu diesem Film auffallend wenig - nein: gar nicht - erörtert wurde. Für so blöd verkaufen sich Chefredakteure und Journalisten großer Tages- und Wochenzeitungen, für so blöd verkaufen sich Programmdirektoren, Filmemacher, naja: und Politiker sowieso.

An diesem Umstand ist erkennbar, daß dieser Film klar berechnete, bewußt zugelassene Transparenz darstellt, daß hier die bundesdeutsche Öffentlichkeit scheibchenweise zum Mitwisser von elitärer Pädokriminalität gemacht werden soll. Sie soll davon wissen - aber nicht aufmucken. Dabei wird auch im Fernsehfilm selbst ständig die Botschaft transportiert: Wer davon weiß und dagegen nicht handelt, macht sich mitschuldig. Also sind nun fünf Millionen Fernsehzuschauer mitschuldig gemacht worden. Das haben die Satanisten besonders gern. Andere Menschen mitschuldig machen zu können. Oh, sie lieben das. Sie werden es dem "Pack" schon ins Gesicht schreien, bei Gelegenheit: Regt euch mal nicht so auf. Ihr habt doch alles gewußt - . . . und habt uns trotzdem gewählt.

Der Fernsehfilm transportiert zwei Botschaften: 1. Diese Verbrechen exisiteren. 2. So ohnmächtig ist der einzelne, der sich als einzelner innerhalb des Systems dagegen auflehnt. Und das Entscheidende ist, daß dieser Ohnmacht im Vorlauf und Nachgang nirgendwo entschiedener widersprochen wird in den großen Medien. Überall wird hingegen der Ohnmacht selbst Ausdruck verliehen - ohne es freilich ganz offen zu sagen.

Das muß man nicht zur Staatsaffäre hochschaukeln, meine Herren, ich bitte Sie!

Die beiden Fernsehfilme an sich sind ohne Belang, ihre filmischen, künstlerischen, schauspielerischen, dramaturgischen Qualitäten oder Schwächen, all das ist ohne Belang. Von Belang ist, daß diese Filme ohne alle Frage "gewollte", "geduldete" "Transparenz" darstellen, beabsichtigte Transparenz. Daß man mit ihnen weiterhin auslotet, was man dem blöden Volk, dem "Pack" alles zumuten kann. Oh, man kann ihm viel zumuten, sehr viel. Alles, was bislang als üble Verschwörungstheorien entweder beschwiegen oder lächerlich gemacht wurde oder in abseitigen spät ausgestrahlten Fernsehdokumentationen behandelt wurde, was in abseitige Buchverlage abgeschoben wurde, wird in diesen beiden Fernsehfilmen der ARD und in den vielen begleitenden Presseartikeln nun wie selbstverständlich und nun plötzlich ganz ohne alles weitere kritische Hinterfragen vollumfänglich als bestehende Realität in Deutschland dargestellt. Letztlich wird es doch als nichts anderes als die bestehende Staatsräson in Deutschland dargestellt (was sonst?). Oder kann die Zusammenhänge niemand zu Ende denken?

Diese gewollte Transparenz hätte man auch anders haben können. Man hätte auf die Vorschläge und Ideen von Renate Rennenbach (SPD-Sektenbeauftragte des Deutschen Bundestages) hören können, parlamentarische Untersuchungsausschüsse einrichten können, Sonderkommissionen bei Polizei und Staatsanwaltschaft einrichten können, eigene Gesetze geben können zur Strafverfolgung von ritueller Gewalt und Pädokriminalität. Man hätte die Verjährungsfrist bei sexueller Gewalt aufheben können. All das war - ganz offensichtlich - politisch "nicht erwünscht". Es war auch nicht erwünscht vom "Perception Management" her.

Da hätten doch zu viele Menschen herkommen können und grundlegende politische Reformen fordern können, das politische System an sich infrage stellen können. All das kann - natürlich (ich bitte Sie, lieber Leser!) - nicht erwünscht sein.

Aber wie wäre es, wenn wir das Ganze in spannende, emotional aufwühlende Fernsehfilme verpacken mit einer Handlung, fokussiert auf einige, wenige Menschenleben vor allem im Ermittler-Bereich. Das klappte doch schon so gut in "Das Leben der anderen". Wenn wir das zerfahrene Leben einer Beamtin der deutschen, der Berliner Kriminalpolizei darstellen und ihren - erfolglosen - Kampf gegen "das System" in Deutschland, das das internationale System der Pädokriminellen ganz eindeutig schützt. Und man kann dann einmal bei Maischberger ein paar "Experten" und Überlebende über das Thema sprechen lassen. Man kann viele begleitende Presseartikel erscheinen lassen, die das Thema einerseits nicht mehr wegzudiskutieren versuchen, auch nicht zu verharmlosen suchen, die aber andererseits auch nicht gleich eine große Staatsaffäre daraus machen. Das wäre ja auch nun wirklich übertrieben. Und wenn wir so vorgehen, dann sind die deutschen, öffentlich-rechtlichen Medien doch ihrer Informationspflicht nachgekommen. Oder gibt es Zweifel?

Man staunt, was sich insbesondere der zweite Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" aus dem Jahr 2016 alles herausnimmt. Dem Innenminister eines deutschen Bundeslandes und seinem Staatssekretär wird unterstellt, Mitwisser, Vertuscher oder gar Mittäter von Pädokriminalität zu sein. Im ersten deutschen Fernsehen des Jahres 2016. Das ist in etwa so, wie wenn die Prawda unter Stalin Stalin selbst der Verbrechen angeklagt hätte. Ein hinkender Vergleich? Ich zeige Ihnen gleich, wer oder was hier hinkt, lieber, verdammter Leser!

Übrigens hat man von den von ARD-Programmdirektor Volker Herres (Das Erste) erwähnten "Diskussionen auch auf politischer Ebene" schlichtweg nichts gehört. Er sollte einfach einmal ein paar konkrete Belege geben, daß solche Diskussionen tatsächlich auf politischer Ebene stattgefunden hätten. Solche Belege sind - zumindest im Internet - nicht zu finden (oder ist der Autor dieser Zeilen zu blöd zum Finden?). Welcher Politiker hat sich zu diesem Fernsehfilm geäußert? Welcher? Warum hat man überhaupt als interessierter Bürger nicht schon ganz ohne viel Suchen von diesen so notwendigen Diskussionen "auf politischer Ebene" mitbekommen?

Da wird im zweiten Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft"  ein investigativer Journalist dargestellt, der Pädokriminalität in Berlin aufdeckt und eines Tages tot ist (ermordet ist). Dem Autor dieser Zeilen ist vor allem ein investigativer Journalist bekannt - Jürgen Roth (Wiki) - der zu elitärer ritueller Gewalt und Pädokriminalität in Berlin und Brandenburg recherchiert und veröffentlicht hat. Was Jürgen Roth wohl zu seiner eigenen Darstellung in diesem Fernsehfilm sagt? Wie er sich wohl gefühlt hat als er sich darin als Leiche sah? - - -

Und niemand sagt, daß es vor allem oder zumindest einen Innenminster gegenwärtig in Deutschland gibt, dem gegenüber der Vorwurf im Raum steht, Pädokriminalität im Bundesland Sachsen vertuscht zu haben, nämlich der heutige Bundesinnenminister (Stichwort "Sachsensumpf", siehe: Wiki) (10)? - - - Im Zusammenhang damit wurden übrigens auch schon ansatzweise die notwendigen politischen Diskussionen geführt. Erkannte doch Thomas de Maizière damals nach eigenen Worten, daß hier der Rechtsstaat, daß die freiheitlich-demokratische Grundordnung auf dem Spiel steht. Von solchen Diskussionen auf politischer Ebene rund um den Fernsehfilm hat man hingegen nichts gehört.

Natürlich, es gibt noch andere Journalisten, die auch recherchiert und veröffentlicht haben, viele andere. Einer sagte uns, daß er in Belgien zum Fall Dutroux recherchieren wollte, daß man ihm davon aber abgeraten habe, wenn ihm sein Leben lieb sei. - Und solche Verhältnisse gibt es in der freiesten Demokratie, die es je auf Erden gegeben hat? Und Stalin ist wirklich ganz, ganz weit weg?

Auch hinsichtlich der Vertuschung von Pädokriminalität, etwa in Sachsen - oder sagen wir: des Staatsterrorismus im Umfeld unter anderem des sogenannten NSU-Phänomens in allerhand Bundesländern - gibt es viele noch allerhand mehr investigative Journalisten außer Jürgen Roth, die dem Film als Vorbild gedient haben können. Und entsprechend gibt es auch sicher noch zahlreiche andere Innenminister und Staatssekretäre in Deutschland, die dem Film als Vorlage gedient haben können.

Solche Fernsehfilme sollen wohl die "Bürgernähe" der Politik vergrößern? Entschuldigung, man weiß sich nicht mehr anders zu helfen als mit Sarkasmus.

Was treibt Gabriela Sperl, die Filmemacherin an?

Hauptverantwortliche für beide Filme ist - nach den Presseberichten - Gabriela Sperl (geb. 1952). Ihr haben zahlreiche erfolgreiche, namhafte Schauspieler, Regisseure und Drehbuchautoren für diese beiden Filme zugearbeitet. Über sie wird gesagt (3) (David Denk, Süddt., 2015):

Im Austausch mit den Drehbuchautoren Friedrich Ani und Ina Jung habe sich dann die Geschichte herauskristallisiert. "Das ist nicht die Sorte Film, wo man einen Drehbuchauftrag vergibt und auf das Ergebnis wartet", sagt Sperl. Zwei Jahre lang recherchierten die Autoren intensiv - mit Folgen für alle Beteiligten: "Man macht nicht am Ende den Deckel drauf, und die Welt ist wieder in Ordnung", sagt Sperl.

Geben diese Worte ein außerordentliches Engagement wieder, wie es allein den hier bestehenden Sachverhalten angemessen wäre? Sonderbarerweise nicht. Von Sperl liest man an keiner Stelle im Internet etwa, daß sie massiv die Demokratie für gefährdet halten würde, das Funktionieren des Rechtstaates. Sie ist kein Wutbürgerin, nein, auch keine Zornbürgerin. Sie ist Filmemacherin, sie kippt auch bei großen Staatsaffären nicht aus ihren Schuhen. Die Produzentin Sperl spricht nicht aus innerster Empörung heraus. Sie spricht nicht aus Zorn heraus. Es ist das nicht sehr angenehm zu erleben und zu lesen, was über sie geschrieben wird in diesem Zusammenhang und mit welchen Nuancen sie sich äußert (3):

Die Produzentin glaubt daran, daß ihre Filme ein "Bewußtsein für Frauen- und Kinderschutz schaffen" können, sagt Gabriela Sperl, ein Bereich, in dem Deutschland immer noch der EU hinterherhinke. Darüber hinaus gehe es darum, "innerhalb der bestehenden Gesetze das Unrechtsbewusstsein weiter zu schärfen", ergänzt Sophie von Uslar.
Und um mehr geht es nicht? Mehr steht nicht auf dem Spiel? Und weiter (3):
Gabriela Sperl produziert Jagdgesellschaft im Auftrag von BR und ARD Degeto für Wiedemann & Berg Television. (...) "Man darf beim Thema Kinderprostitution in Deutschland nicht unterschätzen, daß man einen politischen Nerv trifft", sagt sie. Das weiß sie seit Operation Zucker. Sperl fühlte "fast eine moralische Verpflichtung", das Thema nicht ruhen zu lassen.

"Fast eine moralische Verpflichtung", "einen politischen Nerv". Wo wurde ein politischer Nerv getroffen? Woran hätte man das erkennen sollen? In welchem Innenministerium wurde man unruhig? Der Film ist unter "Geheimhaltung" gedreht worden deshalb. - Wer will einen hier für blöd verkaufen?

Man möchte doch wohl meinen, all das sind sehr eingeschränkte Ziele angesichts der Schrillheit der dargestellten Verbrechen und angesichts insbesondere der politischen Implikationen, die ihnen innewohnen. Anfang 2016 sagte Gabriela Sperl im Interview mit der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" (4):

Mit unserem ersten Film haben wir zwar einiges losgetreten, aber es hat sich auf Seiten der Gesetzgebung noch nichts verändert. Laut Unicef werden im Bereich Kinderhandel und Kinderprostitution jährlich Milliarden verdient. Und der ehemalige BKA-Präsident Ziercke sagt schon 2013, die Nachfrage steige exponentiell. An einem Phänomen, das nicht besser, sondern immer schlimmer wird, muß man dranbleiben, damit sich irgendwann etwas ändert. Wenn die Gesellschaft hinschaut, wird auch die Politik das tun.
"Irgendwann"? "Irgendwann"? Am Sankt-Nimmerleins-Tag? Und es geht um - - - "Hinschauen"? Wenn Politiker polizeiliche Ermittlungen gegen Pädokriminelle verhindern? Ich bitte Sie, Frau Sperl. Es geht doch nicht um "Hinschauen". Weiter im MAZ-Interview (4):
Frage: Wie haben Sie und Ihre Drehbuchautoren dieses heikle Thema recherchiert?
Schon die Frage: "Das heikle Thema". Was ist denn das für eine Frage? Heikel?
Sperl: Ina Jung hat ja ein Buch über das 2001 in Lichtenberg verschwundene Mädchen Peggy geschrieben.
Ja: Vermutlich ein "heikles" Thema. Nicht wahr? Das hier erwähnte Buch erschien im Jahr 2013 (11). In ihm fällt auf den bayerischen Innenminster Günther Beckstein (geb. 1943) (Wiki) - - - kein gutes Licht. Der Fernsehfilm "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" handelt also indirekt von Leuten wie Günther Beckstein darf man schlußfolgern. Gabriela Sperl hat also für den Fernsehfilm insbesondere mit Ina Jung zusammen gearbeitet, wenn man ihre Worte recht versteht, sagt sie doch über Ina Jung (4) (Hervorhebung nicht im Original):
Da gab es viele Anknüpfungspunkte, Kontakte und Quellen, die sie genutzt hat. Eineinhalb Jahre hat die Recherche insgesamt gedauert. (...) Uns haben das Kriminalisten immer wieder bestätigt: Je höher jemand in der Gesellschaft angesiedelt ist, desto weniger wird er verfolgt. Die halten alle dicht, vor allem auch, weil sie ihren jeweiligen Berufsstand schützen wollen. Es geht dabei nicht um den Einzelnen, sondern stets um das Image von ganzen Berufsgruppen. Denken Sie nur an die Regensburger Domspatzen, 700 Fälle sind Jahrzehntelang unter den Teppich gekehrt worden. Das schadet der Kirche insgesamt viel mehr, als gegen Verfehlungen hart vorzugehen und die Täter zu bestrafen.
Auffallend dieser Bezug zum pädokriminellen System katholische Kirche. Für den "Berufsstand" des Politikers gibt es also ein ähnliches - - - "System" - ? - Ach so! Nein, das ist gewiß kein Skandal, keine Staatsaffäre, gewiß nicht. Daß Politik, "demokratische", "rechtsstaatliche" wohlgemerkt, heute so funktioniert wie das System Kirche, dieses furchtbare, zutiefst mittelalterliche. Und weiter (4):
Frage: Die Kommissarin Wegemann, die Nadja Uhl spielt, redet von einem Täterschutzland ... 
Sperl: Wegemann als Figur bringt damit Dinge auf den Punkt, die das Publikum aufrütteln sollen.
"Die das Publikum aufrütteln sollen". Was für ein Satz. Monströs fast jede Äußerung, die zu diesem Thema fällt. In sich widersprüchlich alles, was gesagt wird, wenn sich ein politisches System einmal so weit von einem bislang wahrgenommenen "Normalzustand" entfernt hat. Sperl weiter (4):
Heiko Maas, der Justizminister, ist an der Veränderung des Sexualstrafrechts.
Aha?!! Haha. Er ist dran an ihr? Ach ja? Ach ja? Seit wie vielen Jahren sind er und seine Vorgänger "dran" an dieser Veränderung. Oh, du meine Güte. Sperl säuselt - gänzlich ohne Zorn - weiter (4):
Aber da gibt es noch viel zu tun. Die Kinder, die sexueller, psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt sind, geraten nicht ins Blickfeld, die meisten Fälle kommen niemals zur Anzeige.
Was hier gesagt wird. Oh, du meine Güte, du meine Güte. Und weiter (4):
Frage: Was ist zu tun?
Sperl: Eine Anzeigepflicht von Gewaltdelikten gegenüber Kindern wäre ein erster, sehr hilfreicher Schritt. Therapeuten, Ärzte, Anwälte würden - wie zum Beispiel in Frankreich oder Österreich - ihrer Schweigepflicht entbunden und ihre Zulassung verlieren, wenn sie Übergriffe nicht melden. 
Ein erster Schritt! Ein erster Schritt. Ein eeeeeeeeerster Schritt. Und welches wäre der Foooooolgeschritt? Und welches die naaaaaaaachfolgenden Schritte? Aber noch einmal: Welches Publikum wurde denn wann, wie und wo aufgerüttelt? Wo sich doch alle, die sich zum Thema äußern, selbst schon so unglaublich wenig - - - "aufgerüttelt" wirken? An anderer Stelle sagte Gabriela Sperl (Das Erste, wohl 2016):
Wir sind dankbar, daß uns die ARD, hier der BR und die ARD Degeto, für Filme, die dieses Verbrechen ins Bewußtsein bringen, Finanzierung und eine Plattform bieten. Wir brauchen die Zuschauerinnen und Zuschauer im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Kindern. In einem der reichsten und freiesten Länder der Welt darf es das nicht geben. Wir dürfen kein Täterschutzland sein, sondern müssen ein Land sein, das die Opfer schützt. Vor allem unsere Kinder.

Spürt man das Formelhafte in diesen Worten? Den .... "Leerlauf"? Sagen diese Worte nicht mit jeder Nuance: Alles soll so bleiben wie es ist???

"Der geheimgesellschaftlich organisierte Zusammenschluß der Täter"

Die einzige Frage, die zu stellen ist, ist diese: Wie kann erreicht werden, daß solche Worte eben nicht leere Formeln bleiben? In der FAZ wurde Anfang 2016 anläßlich der Erstausstrahlung des Fernsehfilmes "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" in jeder zweiten Zeile betont, daß das in dem Spielfilm Dargestellte Wirklichkeit ist (5):

Alles, was hier dargestellt wird, beruht auf sorgfältigen Recherchen. Es sind keine fiktiven Fälle und Hintergründe, welche die Produzentin Gabriela Sperl zunächst mit Rolf Basedow und Philip Koch, nun mit den Autoren Friedrich Ani und Ina Jung zu einem Dossier der Schande zusammengetragen hat.
Ähm, und dann noch mal eine andere Frage: Ein solches Dossier müssen Fernsehjournalisten zusammen tragen? Schon dieser Umstand ist doch ein Zeichen dafür, daß unsere Demokratie, unser Rechtsstaat nicht funktionieren, daß in unserem Staat etwas kraß daneben liegt. Der Umstand nämlich, daß Innenministerien selbst nicht solche Dossiers zusammenzutragen scheinen. Oder Bundes- oder Landesämter für "Verfassungsschutz". Gegenfrage: Wie sollen die über sich selbst ermitteln? Weiter (5):
Kinderhandel ist ein lukrativer Wirtschaftszweig, wie Waffen- und Drogenhandel. Deutschland ist einer der besten „Absatzmärkte“. Besonders schwierig zu verfolgen und nachzuweisen sind die abscheulichen Verbrechen, die Erwachsene an den Wehrlosen begehen.
Na, nur gut, daß das - angeblich - so "besonders schwierig zu verfolgen und nachzuweisen" ist. Nur gut, oder? Wenn der politische Wille zur Verbrechens-Aufklärung und -Prävention wirklich vorhanden wäre, kann das doch nicht "schwierig" sein. Man wird doch wohl bitten dürfen. Man verbarrikadiert sich hinter Adjektiven wie "schwierig". Warum wird die Forderung des Journalisten Guido Grandt in der Politik nicht aufgenommen, daß Politiker ihre Mitgliedschaften in allen geheimen Gesellschaften angeben müssen? Warum wird nicht massiv über das Wirken satanismusnaher Geheimgesellschaften aufgeklärt so wie hier auf dem Blog seit 2011? Warum wird den Hinweisen nicht nachgegangen, daß viele Überlebende sexueller und ritueller Gewalt weltweit und unabhängig voneinander davon sprechen, daß diese sich im Umfeld oder innerhalb der Freimaurerei und des Jesuitenordens abgespielt habe? Aber nein, man schiebt es auf die Kinder, die Überlebenden. Die "Schwierigkeit" läge vor allem ... (5)
... an der Traumatisierung und Konditionierung der Opfer oder ihrer völligen Hilflosigkeit und an der Vernetzung und am geheimgesellschaftlich organisierten Zusammenschluß der „Täter“.
Immerhin, da ist ja dann offenbar doch einmal die Hauptschwierigkeit offen genannt: Der geheimgesellschaftlich organisierte Zusammenschluß der Täter. Also muß man sich doch endlich einmal mit diesen Geheimgesellschaften befassen, von denen auch die Überlebenden wieder und wieder sprechen. Warum wird nicht klar gesagt (wie hier auf dem Blog schon 2012), daß es sich hier um eine "Zombifizierung der Politik durch Okkultlogen" handelt? Warum wird nicht klar darauf hingewiesen, daß auch Geheimdienste geheimgesellschaftlich organisiert sind? Weiter (5):
Bis in höchste Kreise weisen die Spuren, die Täter sind Juristen und Politiker, vielleicht Minister, Arbeitgeber, Ärzte und sonstige Honoratioren. Mehr als die Hälfte von ihnen ist, so sagen Statistiken, nicht pädophil. Es geht um Macht und Kontrolle, um die Erniedrigung eines Mädchens oder Jungen zur Ware.
Dieser Satz ist geradezu verräterisch: "Mehr als die Hälfte von ihnen ist, so sagen Statistiken, nicht pädophil." Kraß. Darf man diese Statistiken einmal einsehen? Darf man einmal erfahren, aufgrund welcher Daten-Erhebungen sie erstellt worden sind? Wie kann man so genaue Aussagen über den Täterkreis machen, wenn man ihn nicht sehr genau kennt? Dieser Satz klingt wie eine Entschuldigung. Als ob hier ein Täter von seinen eigenen Taten spricht. Ja, so etwas mache ich. Aber: Nein, ich bin nicht pädophil, das müssen Sie wirklich nicht von mir denken. Und warum geht es dann um Erniedrigung? Weil man - als Satanist - das regierte Volk, das "Pack", insgesamt zur Ware erniedrigen will. Was sonst. Hört doch endlich auf, Bürger, denkt doch die Dinge zu Ende. Und weiter über den Fernsehfilm (5):
Nun sieht man, wie die Frau des brandenburgischen Bauunternehmers Kai Voss (Sebastian Hülk), Helen Voss (Jördis Triebel), die zehnjährige Lucy herrichtet, bevor sie in den Kofferraum des Geländewagens von Voss krabbelt, um von ihm zum Sex
nein, falsch formuliert, liebe Journalisten: ... um von ihm zum Verbrechen ...
mit einem Mann ausgeliefert zu werden. "Lebendpizza" heißt diese Art der Bereitstellung der "Ware" im Jargon. (...) Undurchsichtig bleibt der Innenminister (Matthias Matschke), sein Staatssekretär (Robert Schupp) zählt zum Kreis der Kinderschänder.

Man kommt aus der Atemlosigkeit schlichtweg nicht mehr heraus. Hier wird der Begriff "Lebendpizza" in einem deutschen Fernsehfilm, der am 20. Januar 2016 vor fünf Millionen Zuschauern ausgestrahlt worden ist, verwendet. Und in der Öffentlichkeit wird gehöhnt und geulkt, als nur wenige Monate später in den USA von einem "Pizzagate" (Wiki) die Rede ist, und "naive" Bürger glauben, hier sei an "Verschwörungstheorien" etwas dran. Völlig lächerlich, nicht wahr, daß naive Bürger soooooo etwas glauben! Völlig naiv! Da sieht man mal wieder, wohin die Verschwörungstheorie-Szene einen bringen und verleiten kann. Nicht wahr? Dabei: Gerade dieser Fernsehfilm hatte erst wenige Monate zuvor vollumfänglich die gänzliche Plausiblität des im Pizzagate Behandelten - schon von der Wortwahl her (!!!) - nahegeleg. Deutschland, Du Täterland, Du bist so was von bescheuert, so bescheuert, daß es nur so kracht.

Im Staat Friedrichs des Großen wäre das, was heute geschieht, unmöglich gewesen

Schon der deutsche Fernsehfilm "Operation Zucker" aus dem Jahr 2012 (1), der am 16. Januar 2013 auf dem Fernsehsender "Das Erste" ausgestrahlt wurde und dabei über sechs Millionen Zuschauer hatte (Wiki), hätte ein politisches Erdbeben in Deutschland auslösen müssen. Jede andere Wirkung dieses Filmes ist den in diesem Film dargestellten Inhalten nicht angemessen. Weil jede andere Wirkung dieses Filmes die Verbrechen perpetuiert, die Widerstandskraft des Volkes gegen diese Verbrechen weiter erlahmen läßt und den früheren und gegenwärtigen Leidtragenden dieser Verbrechen so gut wie alle Hoffnungen auf Frieden, Genugtuung und Gerechtigkeit nimmt. Weil auch die Täter selbst, die oft von Geburt an in diese Systeme hinein geboren werden, kein Mut und keine Kraft eingeflößt wird, aus diesem System auszubrechen und dafür vorzubereitende Aussteigerprogramme zu nutzen. Letztlich besteht fast die größte Gefahr solcher Fernsehfilme darin, daß die heutige Aufklärung über solche Verbrechen mehr dahin wirkt, daß die modernen Gesellschaften diese Verbrechen als etwas nicht Auszurottendes dulden und hinnehmen als daß sie jenes politische Erdbeben auslösen, das erforderlich ist, um solche Verbrechen unmöglich zu machen.

Warum wird über solche Verbrechen, die ein eindeutiger Indikator sind für die moralische Zersetzung unseres Gemeinwesens und für das Nichtfunktionieren des Rechtsstaates und der Demokratie überhaupt ausgerechnet und vornehmlich mit Hilfe eines Fernsehfilmes aufgeklärt? Warum hat nicht längst zuvor die Politik die Aufklärung dieser Verbrechen zur Chefsache erklärt, weil sie ja viel früher von ihnen erfahren hat und haben muß? Ist nicht dieser Befund allein schon ausreichend, um festzustellen, daß die Mehrheit der Spitzenpolitiker Pädokriminalität als Mitwisser vertuschen?

Das Entscheidende an dem Film ist, daß er - weithin unwidersprochen - davon ausgeht und darstellt, daß Rechtsbeugung mitten in Deutschland stattfindet, weil die Verbrecher in den Staatsanwaltschaften selbst sitzen, weil die Verbrecher Politiker sind, die wir auf Wahlplakaten sehen und wählen sollen. Das stellt dieser Fernsehfilm als Wirklichkeit in Deutschland dar und er löst damit kein politisches Erdbeben in Deutschland aus. Und damit sagen dieser Film und seine Wirkung schon alles über den politischen Zustand Deutschlands, ja, über das in der hiesigen Bevölkerung ausgeprägte Gefühl für Rechtsstaatlichkeit, Recht, Moral und Widerstandspflicht. Aber nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Nordhalbkugel und damit der Erde insgesamt.

Eine Demokratie, ein Rechtsstaat, die nicht schon auf die leiseste Andeutung des Bestehens solcher Verhältnisse - wie in diesem Film dargestellt - mit dem größten politischen Erdbeben ihrer Geschichte reagiert, sind das, was sie von sich selbst behaupten und nach außen von sich darstellen, nicht mehr. Waren sie es je? Und die so gepriesene verantwortungsvolle Bürgergesellschaft existiert gar nicht. Und der Schulunterricht, der uns einstmals zu "aufgeklärten", selbstbewußten Bürgern dieses Staates erziehen sollte, er war einfach gelogen und verlogen. Wir leben in einem Meer von Lüge.

Der Vorwurf "Lügenpresse" stimmt schon deshalb, weil in den etablierten Medien nicht jeden Tag mit dicken Lettern auf diese völlig unhaltbaren Zustände in Deutschland hingewiesen wird solange bis sie abgestellt sind. Eine Presse, die das nicht tut, küngelt und kooperiert vielmehr mit den vorliegenden Verhältnissen. Sie setzt die Prioritäten absolut falsch. Sie ist keine freie Presse. Sie ist eine erstunkene und erlogene Presse.

Um einmal einen historischen Vergleich zu bemühen: Kann man sich vorstellen, daß Zusammenhänge, wie sie in diesem Fernsehfilm dargestellt werden, im Staat Friedrichs des Großen der Öffentlichkeit bekannt geworden wären, ohne daß es zu einem politischen Erdbeben gekommen wäre wie wir es aus der Geschichte im Grunde noch gar nicht kennen? Kann man sich das vom Staat Bismarcks vorstellen? Otto von Bismarck wäre über das Wissen um solche Verbrechen hinweg zur "politischen Tagesordnung" zurückgekehrt, anstatt sie sofort zur Chefsache erklärt zu haben und auf das Schärfste politisch, juristisch und polizeilich verfolgen lassen? Ebenso Friedrich der Große? Es ist nicht bekannt, daß in früheren Jahrhunderten in einem Staat Verbrechen von einem solchen Ausmaß und von einer solchen Bedeutung öffentlich bekannt geworden sind, die dann nicht sofort scharf und nachhaltig bekämpft worden wären.

(Daß übrigens schon auf den ersten der beiden Fernsehfilme "Operation Zucker" bislang nicht in dem hier erörterten Sinne hingewiesen worden war hier auf dem Blog (außer 12, 13), lag einfach daran, daß der erste der beiden Fernsehfilme im Internet bis 2016 - offenbar - nicht frei zugänglich war, jedenfalls wußte der Bloginhaber nicht, daß er es doch schon war.  ... Angesichts der Bedeutung des hier Geschehenden erscheint uns diese Erklärung notwendig. Denn JEDER ist verpflichtet, vollumfänglich mit seinen Mitteln Aufklärung zu treiben, so schnell und so nachhaltig wie möglich. JEDER.)

Der Mainstream übernimmt die Kernthemen der alternativen Öffentlichkeit - und niemand merkt es

Zumindest für den vorliegenden Blog sind damit - der Sache nach - alle seine wichtigen Themen seit etwa 2011 in den öffentlich-rechtlichen Medien und in der großen Presse angekommen. Im Prinzip werden sie dort nicht mehr geleugnet und vertuscht, sie werden nicht nur mehr beschwiegen. Und es ist sehr bedauerlich, daß genau dieser Umstand scheinbar von der gesamten deutschen alternativen Öffentlichkeit übersehen worden ist.

Der in vielen von ihm behandelten Themen sehr schätzenswerte Blog "Filmdenken" von Daniel Hermsdorf liefert zu dem Suchwort "Operation Zucker" gar kein Ergebnis. Jürgen Roth, Thilo Jung, Ken Jebsen, Gerhard Wisnewski, Wolfgang Eggert, Alexander Benesch, Andreas Popp - niemand scheint sich - nach dem ersten Durchsehen von Suchmaschinen-Ergebnissen - zu diesem Film geäußert zu haben. Auf den ersten Blick jedenfalls findet man nichts. Innerhalb der alternativen Öffentlichkeit haben diese beiden Fernsehfilme und ihre Implikationen keinerlei Erörterungen ausgelöst. Auch Guido Grandt scheint sich zu dem Film selbst nicht ausführlicher geäußert zu haben. (Er hätte es auch am wenigsten nötig, schließlich hat er zu genau diesem Thema genug publiziert.) Auch auf der "netzwerk b"-Seite scheint sich niemand zu diesen Fernsehfilmen geäußert zu haben. Immerhin hat Andrea Sadegh angemessen kritisch Stellung genommen (17). (Die Internetseite von Andrea Sadegh scheint überhaupt viele, wertvolle Auskünfte, auch zu Forschungsstudien zu enthalten.) Und ein "nereus" stellt auf dem "Gelben Forum" die tatsächlich zu stellende Frage (14): "Warum gerade jetzt?" - gemeint: Warum gerade jetzt die Produktion und Ausstrahlung dieses Filmes mit fünf Millionen Zuschauern? Sollen wir jetzt alle zu lammfrommen Mitwissern gemacht werden? Das wäre meine Vermutung. "nereus" allerdings gibt auf seine Frage keineswegs eine besonders hintergründige Antwort.

Diese beiden Fernsehfilme fordern notwendigster Weise die breiteste denkbare Erörterung in der Öffentlichkeit heraus. JEDER deutsche Politiker hat zu den hier dargstellten Inhalten verbindlich und klar Stellung zu nehmen. JEDER. Und die Deutschen dürfen nichts anderes tun, als das "Establishment" JEDEN Tag auf diese Zustände hinzuweisen. Was sonst sollte Sinn machen?

Abb. 2: Herkules im Kampf mit der Hydra (von Antico, um 1490)

[13.1.2022] Es besteht also sehr viel Anlaß, sich bewußt zu machen, was soeben die archäologische Forschung heraus bekommen hat (18): Der Kampf des Herkules mit dem Löwen war kein Mythos. Nach der Eiszeit ist zwar der Höhlenlöwe in Europa ausgestorben. Der Afrikanische Löwe lebte jedoch noch mindestens bis zum Ende der Bronzezeit in Ungarn, der Ukraine, in Rumänien, Bulgarien und in Griechenland. Sogar in der Heimatstadt des Herkules, in Tyrinis, sind schon vor Jahrzehnten Löwenknochen gefunden worden. Dennoch zögerten die Archäologen lange mit der Einsicht, daß der Kampf des Herkules mit dem Löwen kein Mythos gewesen sein muß. Um so mehr Knochen von Löwen sich angefunden haben in den genannten Ländern, um so mehr sind sie gezwungen, das anzuerkennen. Zumal es auch vielfache authentische Darstellungen von Löwen in der mykenischen, bronzezeitlichen Kunst gibt. Und spätestens mit der Fernsehfilm-Doku "Operation Zucker - Jagdgesellschaft" ist die Frage aufgeworfen, ob es überhaupt jemals ein Zeitalter auf Erden geben wird, in denen es keine Raubtiere gibt. Und in denen deshalb kein Herkules von Nöten wäre. (Ob ein solcher Herkules allerdings ausgerechnet auf Anti-Corona-Demo's zu finden sein könnte, könnte ebenfalls in Zweifel stehen.)


/ noch mal leicht überarbeitet: 11.4.2018,
erneut leicht überarbeitet: 25.8.2019
Ergänzungen: 13.1. und 31.3.2022 /

________________________________________
*) [Ergänzung 11.2.2018] Nach mehrfachen Nachfragen eine kleine Begriffsgeschichte zu dem schönen Begriff "Verschwörungsleugner". Dieser Begriff wurde 2014 von Olav Müller (SPD Offenbach) auf einer Montagsdemonstration am Brandenburger Tor benutzt (da war er für den Verfasser dieser Zeilen zum ersten mal zu hören). Er war aber - wie Internetrecherche ergibt - schon 2012 von Andreas Popp benutzt worden (Wissensmanufaktur 2012). Auch Andreas Popp hatte den Begriff wohl nur aus dem Englischen übernommen, denn dort wurde er beispielsweise 2010 auf Alex Jones' "Infowars"-Portal von einem Paul Joseph Watson benutzt als "conspiracy denial" (Infowars 2010). Aber auch von ihm stammt dieser Begriff nicht, denn er wurde schon spätestens 2003 in der 9/11-Wahrheitsbewegung von Jerry Russell und Richard Stanley benutzt (Aufsatz "The Roots of Conspiracy Denial - A review of Daniel Pipes' "Conspiracy: how the paranoid style flourishes and where it comes from" ") (911-Strike, 2003). Soweit eine kurze Recherche. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
_______________________________________________
  1. Operation Zucker. 90 Minuten, ARD und Bayerischer Rundfunk, 2012, Fernseherstausstrahlung Januar 2013, https://www.youtube.com/watch?v=XD0A74UuwPw, https://www.youtube.com/watch?v=pbmBkDl9C0o
  2. Operation Zucker - Jagdgesellschaft. ARD, 2016, Fernseherstausstrahlung Januar 2016, https://www.youtube.com/watch?v=COxUhN0PZEc
  3. Denk, David: Fortsetzung zum Missbrauchsfilm "Operation Zucker" Dreharbeiten unter Geheimhaltung. Süddeutsche Ztg., 22. Mai 2015, http://www.sueddeutsche.de/medien/spielfilm-im-verborgenen-1.2488545
  4. Palma, Claudia: Film über Kindesmissbrauch in Deutschland. MAZ, 18.1.2016, http://www.maz-online.de/Nachrichten/Kultur/Film-ueber-Kindesmissbrauch-in-Deutschland
  5. Hupertz, Heike: Was Kinderschänder anrichten Der Film „Operation Zucker. Jagdgesellschaft“. In: FAZ, 20.01.2016, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/der-ard-film-operation-zucker-jagdgesellschaft-14023177.html
  6. Ehrenberg, Markus: Was an dem ARD-Film über Kindesmissbrauch wahr ist. In: Tagesspiegel, 2016, http://www.tagesspiegel.de/medien/operation-zucker-was-an-dem-ard-film-ueber-kindesmissbrauch-wahr-ist/12860068.html
  7. Meinholz, Viktoria: Kinderprostitution - die Realität ist schlimmer als jeder Film. In: Stern, 21.1.16, http://www.stern.de/familie/leben/operation-zucker-zweiter-teil-bei-kinderprostitution-ist-die-realitaet-schlimmer-als-jeder-film-6659484.html
  8. Hickisch, Astrid: "90 Prozent der Täter sind Männer" - Produzentin Gabriela Sperl und "Operation Zucker". BR, 09.01.2013, http://www.br.de/themen/kultur/inhalt/gesellschaft/operation-zucker-hintergrund-100.html; zugehöriges Interview: http://www.br.de/mediathek/video/video/a-interview-gabriela-sperl-100.html
  9. Bading, Ingo: CIA-Sexsklavinnen für Spitzenpolitiker? Angela Lenz und Jessie Marsson in Deutschland - Cathy O'Brien in den USA. Auf: GA-j!, 2. März 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/03/cia-sexsklavinnen-fur-spitzenpolitiker.html
  10. Bading, Ingo: Thomas de Maizière - ein Minderjährigenbordell-Vertuscher - Treten Sie zurück, Frau Angela Merkel - und mit Ihnen Ihr ganzes gräuliches Kabinett! Auf: GA-j!, 5. März 2011, http://studgenpol.blogspot.de/2011/03/thomas-de-maiziere-ein-kinderbordell.html
  11. Jung, Ina; Lemmer, Christoph: Der Fall Peggy. Die Geschichte eines Skandals. 2013; Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=v_DVTu6hxj0
  12. Bading, Ingo: "Operation Zucker" - Jessie Marsson hat recht Zumindest in einigen seiner sehr konkreten und ungewöhnlichen Behauptungen. Auf: GA-j!, 14. September 2013, http://studgenpol.blogspot.de/2013/09/operation-zucker-jessie-marsson-hat.html
  13. Bading, Ingo: Elitärer Satanismus im Ersten Deutschen Fernsehen Sandra Maischberger nimmt sich des Themas rituelle Gewalt an Kindern an. Auf: GA-j!, 22. Januar 2016, http://studgenpol.blogspot.de/2016/01/elitarer-satanismus-im-ersten-deutschen.html
  14. nereus: Operation Zucker - warum gerade jetzt? Gelbes Forum, 21.01.2016, http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=391302
  15. Bading, Ingo: Herrschaftsverhältnisse, die stabilisiert werden durch die Vertuschung von Pädokriminalität. GA-j!, 17. Juli 2015, http://studgenpol.blogspot.de/2015/07/herrschaftsverhaltnisse-die.html
  16. Schaaf, Julia: „Ich bin nicht bereit, die Heldin zu geben“ - Nadja Uhl im Gespräch. Frankfurter Allg. Ztg., 05.01.2013, http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/nadja-uhl-im-gespraech-ich-bin-nicht-bereit-die-heldin-zu-geben-12015712.html
  17. Sadegh, Andrea: Operation Zucker. Januar 2016, http://traumabasedmindcontrol.com/index.php/operation-zucker/
  18. Zimmer, Katarina: When lions roamed Europe. The Atlantic, 9.1.2022, https://www.theatlantic.com/science/archive/2022/01/archaeologists-find-lion-bones-europe/621201/

Montag, 7. August 2017

Anregungen für die Naturwissenschaft durch Okkultwahn?

Manche Okkulte und Wahngläubige sehen offenbar ihre Felle davon schwimmen

In der alternativen Öffentlichkeit gibt es eine geistige Strömung, die versucht, die moderne Naturwissenschaft - Kosmologie und Evolution - als Leistung und Ausfluß okkulten Denkens darzustellen. Nichts ist so doof als daß es nicht Leute geben würde, die solche Gedanken auch vertreten.

Wir wurden von einem Blogleser auf einen entsprechenden Aufsatz (1) hingewiesen. Ein "Möchtegern-Philosoph finnischer Herkunft" (About), der mit dem Namen "Hauki Pesukone" auftritt - was auf Deutsch übersetzt heißen würde "Hecht Waschmaschine" (also: der Hecht in der Waschmaschine?) -, und der im Leitwort seines Blogs erklärt, an Zufälle zu glauben, doch kein Vertrauen in sie zu haben (wow, was für ein hipper Kerl!), erzählt erst einmal etwas darüber, daß er den Jesuiten die Fortsetzung ihrer Jahrhunderte langen Verschwörung in heutiger Zeit mit angepaßten Mitteln zutraut. Man beginnt innerlich mitzugehen. Bis er erklärt, daß die Theorie von der flachen Erde nicht per se zurück zu weisen sei. Ooooooookayyy ..... Ähm.

Und dann geht er der Theorie nach, daß es die Sphären (Umlaufbahnen) des Kopernikus schon in der Kabbala gegeben hätte. War Nikolaus Kopernikus, der große deutsche Astronom (2), also Kabbalist? Doofe Frage, ich weiß. Aber wie gesagt: Nichts ist so doof als daß es nicht Leute gäbe, die das vertreten (vielleicht weil sie dafür bezahlt werden, vielleicht von Jesuiten .... man weiß es nicht). - Erst antwortete ich dem Blogleser, der mir den Link gesendet hatte:
Warum schickst Du das?
Am Anfang schreibt der sehr gut, wie ich fand. "Hätte ich selbst schreiben können," ist da so mein Gedanke. (Und das kann einen ja dann auch wieder Verdacht schöpfen lassen ...) Aber an der Stelle, wo er mit der Flachen Erde anfängt, wird klar, daß er in keiner Weise fest im modernen naturwissenschaftlichen Wetlbild verankert ist. Und das haben alle Okkulten am allerliebsten. Denn erst solche Leute sind mit jedem, wirklich jedem Quark zu manipulieren. Deshalb ja auch halte ich die Verankerung im modernen naturwissenschaftlichen Weltbild für so durch und durch zentral. Daß das heliozentrische Weltbild kabbalistisch sein soll, ist einfach nur Schwachsinn. Da lese ich gar nicht weiter. Kopernikus war Naturwissenschaftler.
Ich vermute, Du schickst es mir, um darauf hinzuweisen, daß die Okkulten neuerdings die modernsten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse als ihre eigenen beanspruchen, weil sie merken, daß ihnen sonst die Felle wegschwimmen. Wenn Du es in diesem Sinne meinst: vielen Dank, ja, das wußte ich in diesem Extrem-Ausmaß noch nicht. Und das ist natürlich ein deutlicher Hinweis. Die verfügen über immense Ressourcen. Sie haben viel Zeit, viele Köpfe. Und sie kämpfen mit allen Mitteln und auf allen Fronten. Es ist ein sehr eigenes Geschehen, sich in Konfrontation mit diesen Mächten eigenes seelisches Erleben und selbstständiges Denken zu bewahren, bzw. überhaupt erst zu entwickeln und zu entfalten. Da man ja auch allerseits sieht, mit welchem Erfolg Okkulte die Welt vernebeln. Irgendwelche Dumme, die es glauben, finden sich ja offenbar fast immer.
Der Blogleser antwortete unter anderem darauf:
Wer sich auf das Newtonsche Weltbild bezieht, muß doch zumindest auch beachten, daß dieses Denken parallel zu okkultistischen Studien verlief (s. Wiki: Isaac Newton's occult studies).
Muß er das? Nun gut, diese Seite von Isaak Newton wird nicht jedem bekannt gewesen sein, dem Autor dieser Zeilen nicht. Aber daß die okkulten Studien von Issak Newton oder auch seine religiösen Ansichten größeren Anteil hatten an der Entwicklung seiner naturwissenschaftlichen Erkenntnisse hatte, findet man auf Wikipedia zunächst nirgendwo deutlicher ausgeführt (oder übersieht man etwas?). Unsere Antwort darauf zunächst:
Na, das läuft auf eine ähnliche These hinaus wie die, die mir ein Katholik und Biologiestudent aus Österreich vor zwei Jahren schrieb, der meinte, die gesamte moderne Naturwissenschaft wäre freimaurerisch verfremdet.
Er hatte mir geschrieben, daß das "katholische Abendland vor der Aufklärung" das einzige System gewesen wäre, das "nicht von Okkultreligionen (oder offenem Satanismus, z.B. der Punier) gelenkt" gewesen wäre. Man muß sich einmal in dieses völlig bigotte Denken hinein denken und sich zugleich klar machen: Es gibt heute Biologiestudenten im deutschsprachigen Raum, die so denken. Bei so etwas wird einem mehr als unheimlich. Es gibt nämlich eine zumeist kaum bemerkbare Strömung unter gebildeteren katholischen Rechtskonservativen, die durchaus sehr naturwissenschaftsnah argumentieren können, und deren Existenz erst und immer erst dann spürbar wird, wenn naturwissenschaftsnahes Argumentieren auf rechtskonservativer Seite absolut nicht mehr zu vermeiden ist, die aber sonst ihre Existenz tunlichst unbemerkbar lassen und deshalb auch einmal schnell ganze "Ernstfall"-Projekte wieder unsichtbar machen können (3). Es handelt sich hier um eine typische gruppenevolutionäre Strategie, wenn man für Gotteswahn und die Macht von Männerorden und Priesterkasten steht, es ist die katholisch-jesuitische gruppenevolutionäre Strategie zum Überleben der eigenen völlig verquasteten Existenz. Jedenfalls schrieben wir vor einigen Tagen weiter an den befreundeten Blogleser:
Eine andere einseitig geisteswissenschaftlich gebildete Autorin, der die Erhaltung des deutschen Volkes wichtig ist, meint, die ganze moderne Naturwissenschaft wäre durch das angloamerikanische Denken verhunzt und verfremdet worden. Nur deutsches naturwissenschaftsnahes Denken wäre zu tolerieren. Und so findet jeder für sich Wege, um diese Naturwissenschaft - die ganz aus eigenen Gesetzen heraus lebt, die auch, da es sich um Vernunfterkenntnisse handelt, weltweit gelten - nicht ganz für sich sprechen zu lassen, um ihnen nicht das Gewicht und die Bedeutung beizusprechen, die sie heute haben, und um Naturwissenschaft stattdessen in ein vergleichsweise kleines, dümmliches, krummes Weltbild einzuordnen, bzw. in diesem ganz an den Rand zu drängen. Die Welt ist komisch. Wer weiß, wie Naturwissenschaft funktioniert, der weiß auch, daß sie kein Anregungen nicht-naturwissenschaftlicher Art (jedenfalls nicht solcher) braucht, um zu funktionieren. Soweit ich weiß, war Johannes Kepler einer der letzten Naturwissenschaftler, der an Astrologie geglaubt hat. Aber auch dessen große naturwissenschaftliche Theorie hat mit seiner Astrologie vergleichsweise wenig zu tun. Sonst würden ja Naturwissenschaftler darüber sprechen.
Das von Hauki Pesukone-Waschmaschine vorgebrachte Argument läuft im übrigen auf ein ähnliches Argument hinaus, auf das der Religionswissenschaftler und Mitblogger Michael Blume und andere Christen gerne Bezug nehmen, nämlich wenn sie es als bedeutsam erklären, daß Charles Darwin Christ gewesen wäre.

Nun ernsthafter: Ideengeschichte und Diskursanalyse zur Geschichte der Naturwissenschaft


Nun gut, unser Blogleser schrieb darauf:
Es ist aber eine andere Disziplin und Methodik, sich zu fragen, inwiefern auch die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der Genannten von Okkultinteressen in irgendeiner Form beeinflusst wurden - ob als Störung der Rationalität oder in irgendeiner Korrelation, die 'zufällig' produktiv war (dann auch wohl in Deinem Sinn). Die von mir gemeinte Disziplin ist Ideengeschichte und Diskursanalyse. Sie geht in Naturwissenschaft ebensowenig auf wie umgekehrt. Soweit gehe ich die Dilthey-These mit, nicht vollumfänglich bzgl. aktuellerer Entwicklungen in den sog. Verstehens-Wissenschaften.
Dazu nun schrieben wir als letzte Antwort (hier erweitert):

Lieber Blogleser,

gewiß gibt es unter den vielen nicht-wissenschaftlichen Einflüssen auf wissenschaftliches Denken auch okkulte Einflüsse. Es sind ja viele Naturwissenschaftler bekannt, die Vertreter von Gotteswahn sind. Und auch von Vertretern von Satanswahn ist bekannt, daß sie Naturwissenschaftler sein können. Der Hochgradfreimaurer und Gründer völkischer Okkultlogen Paul Köthner (1870-1932) (Wiki) zum Beispiel, der Mitte der 1920er Jahre ausplauderte, daß die Freimaurerei den Ersten Weltkrieg geplant hatte, weil er dies in Logen in ganz Europa vor 1914 gehört hatte, und der voraussagte, daß "der Osten" in näherer Zukunft Europa überfluten und zerstören würde (was ja 1945 geschah), war Chemiker. Womöglich war der Übergang von der Chemie über die Alchimie zum Okkultwahn sowieso einer der häufiger begangenen Wege. Wer sich in der Welt umschaut, wird auf viele promovierte und habilitierte Naturwissenschaftler stoßen, die die abstrusesten Dinge glauben.

Nein, ich möchte sogar noch weiter gehen und sagen, daß Gotteswahn Naturwissenschaftler mitunter sogar ermutigen kann, wertvolle naturwissenschaftliche Forschungen zu unternehmen und die Ergebnisse dazu mitzuteilen. Man könnte vermuten, daß dies für Christen wie den Paläontologen Simon Conway Morris (8) oder Guillermo Gonzales (9) gilt, die beide - meines Erachtens - ganz hervorragende Wissenschaft gemacht haben bislang.

Auch dürften Gottes- und Satanswahn eine ausschlaggebende Rolle gespielt haben beim Manhatten-Projekt, also bei der Entwicklung und dem Bau der ersten Atombombe. Wie überhaupt von Gottes- und Satanswahn ausgelöste Kriege und gesellschaftliche Entwicklungen viel weitere Forschungen veanlassen. Das ist sicherlich ein weites Feld.

Wer sich aber nun für "Ideengeschichte und Diskursanalyse zur Geschichte der Naturwissenschaft" interessiert, was doch ein unglaublich spannendes, und meines Erachtens wichtiges Thema ist, dem möchte man zunächst einmal sagen, daß die rein innerwissenschaftliche Diskursanalyse und Ideengeschichte, die Abfolge von Induktionen und Deduktionen dabei schon von aller größtem Wert ist (4). 

In diesem Zusammenhang hat mich mein Onkel Gerold Adam (siehe neuerdings: 5), für den gerade dieses Thema unglaublich zentral und wesentlich war und das er sehr gründlich behandelt hat, einmal vor dreißig Jahren geraten, ein Buch zu lesen, mit dem ich bis heute nie zu Ende gekommen bin, weil es sehr anspruchsvoll Ideengeschichte und Diskursanalyse in der Geschichte der Naturwissenschaft analysiert (4). In diesem Buch des Astrophysikers David Layzer wird sehr gründlich erörtert, aufgrund welcher Motive es zum Wechsel von einem naturwissenschaftlichen Weltbild zu einem anderen gekommen ist, und zwar insbesondere in Auseinandersetzung mit Thomas S. Kuhn, bzw. als Antwort auf ihn. Und ich denke, hier gibt es schon genügend Dinge zu klären, die viele Menschen sich heute gar nicht klar gemacht haben.

Abb. 1: David Layzer, 1989 (1984)

Es ist ja von vornherein klar, daß Wahnglauben viel mehr aller Orten von der Naturwissenschaft zurück gedrängt wurde, wird und werden mußte, um überhaupt Geltung zu erlangen. Auch der (inner-)naturwissenschaftliche Erkenntnisfortschritt ist keineswegs etwas, das man als einen selbstlaufenden Automatismus beschreiben und hinnehmen darf. Es wurde und wird hier schwer gerungen um Erkenntnis. So ist es Layzer zum Beispiel wichtig, ausführlich darzulegen, daß die Theorie vor Kopernikus die meisten Erscheinungen am Himmel nicht schlechter erklären konnte als Kopernikus selbst. Denn Kopernikus nahm ja noch fälschlicherweise kreisrunde Planetenbahnen an. Layzer schreibt (4, S. 32):
Das heliozentrische kopernikanische Planetensystem war genauso kompliziert wie seine geozentrischen Vorläufer; es war auch nicht merklich exakter, und seine Konsequenzen im Hinblick auf die Größe der Sterne schien absurd und im Widerspruch zu einer Kernaussage des Modells zu stehen. (...) Entstanden ist dabei ein mathematisches Dickicht, unter dem das bewunderswert einfache Modell selbst fast ein Jahrhundert wie im Verborgenen schlummerte.
Dennoch waren Galilei und Kepler begeistert, dennoch stieß dieses Weltmodell auf vehementen Widerstand. Soweit nur ein kleiner Ausschnitt aus dieser rein innerwissenchaftlichen Auseinandersetzung. Und ich will damit nur andeuten, daß es hier innerwissenschaftlich eine solche Fülle von Problemen gab, denen gegenüber eine irgendwie wahnhafte "Anregung", ein irgendwie wahnhafter "Anstoß" wirklich völlig zweitrangig ist, ja, zu völliger Bedeutungslosigkeit absinkt.

Bevor man hier Vermutungen nachgeht, könnte es Sinn machen, erst einmal einen tieferen Blick in die innewissenschaftliche Debatte selbst zu werfen und sich dann zu fragen: Bedurfte eine solche Fülle von Problemen noch des Anstoßes von außen, um zu einer neuen Klärung gedrängt zu werden? Ich habe mich viel mit der Geschichte der Naturwissenschaft beschäftigt und ich kann mich gerade an kein Beispiel erinnern. Newton fiel ein Apfel auf den Kopf, ja. Aber selbst dieses Geschehen war schlicht: Wissenschaft. Nichts dezidiert Außerwissenschaftliches.

Was man anstelle dessen aber behandeln kann und was der Wissenschaftsphilosoph Max Hartmann (1876-1962) (Wiki) gründlich behandelt hat, das ist eben die genannte Abfolge von Induktion und Deduktion im Verlauf der Wissenschaftsgeschichte (6).

Und Hartmann hat dabei eben auch darauf hingewiesen, daß die Induktion durchaus durch Intuition zustande kommen kann. Aber ich kann mich an keinen Bericht einer solchen durchbrechenden Intuition eines Naturwissenschaftlers erinnern - also an das vorrationale Gewinnen einer neuen Einsicht, die dann erst im Nachhinein rational begründet wird - in der irgendein Wahnglaube eine größere Rolle gespielt hat. Es gibt das berühmte Beispiel vom Benzolring, wo der Chemiker träumte, eine Schlange würde sich in den Schwanz beißen. Nun darfst Du ja gerne nachforschen, ob dieser Forscher dabei etwa okkulte Anregungen hatte. - - - Ist ja nahe liegend!!!!! Ich sage nur: Schlange!!!!!

Werner Heisenberg schildert seinen zunächst stark intuitiven Erkenntnis-Durchbruch beim Gewinnen der Quantenphysik 1924 auf Helgoland sehr genau (7), soweit das möglich ist, und zwar insbesondere auch die erlebnishafte Seite dieses Durchbruchs. Von Einflüssen von Wahnglaube ist dort nirgendwo die Rede. Roger Penrose, der Freund von Stephen Hawkings (oder war es letzterer selbst?), erzählt, daß ihm eine entscheidende Einsicht beim Duschen gekommen sei. 

Ich habe viele naturwissenschaftliche Sachbücher gelesen, oft von Nobelpreisträgern. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, wo intuitives Erkennen nicht durch die unglaublich intensive Auseinandersetzung mit den vorliegenden Forschungsfragen selbst, sondern ausgelöst worden wären durch irgendeine Art von Wahnglaube. Vielleicht müssen wir dafür noch auf einen Bericht von Simon Conway Morris warten. Aber auch bei ihm vermute ich vornehmlich, daß seine wissenschaftlichen Intutionen wissenschaftliche Anlässe hatten und daß er durch ein christliches Weltbild nur ermutigt wurde, diese nun auch nach außen hin zu vertreten und weiter zu verfolgen.

Auch Michael Blume dürfte durch sein christliches Weltbild - und durch christliche gruppenevolutionäre Strategien - ermutigt worden sein, seine religionsdemographischen Forschungen und Erkenntnisse zu veröffentlichen und zu vertreten.

Das mag man dann aus einer gewissen (Hegel'schen) Perspektive heraus die wissenschaftsgeschichtliche "List der Vernunft" nennen. Überhaupt ist vielen Menschen, die Forschung fördern, bewußt, daß die Forschungsgeschichte zeigt, daß insbesondere in der Grundlagenforschung die künftigen Entwicklungen kaum vorauszusehen waren, daß die größten Durchbrüche fast immer unerwartet und völlig überraschend kamen, daß man hier den Erkenntnisfortschritt also am ehesten fördern kann, um so größere Freiheit man kreativen Forschern läßt. Denn wer in der Forschung nur das Erwartete erwartet von sich selbst und anderen (wie es in der angewandten Forschung zu oft geschieht), der wird dann - zumeist - auch nur das Erwartete hervor bringen.

Ich darf auch von meinem eigenen Jahre langen naturwissenschaftlichen Forschen zur Soziobiologie arbeitsteiliger Gesellschaften sagen, daß ich natürlich versuche, die ganze Bandbreite meiner Erfahrungen im eigenen Leben wie in dem, was man liest, zu berücksichtigen und zu bewerten auf die Wichtigkeit des jeweils Umsonnenen für eine theoretische Weiterentwicklung. Hier ist es aber zumeist eher umgekehrt: Man findet allerorten evolutionspsychologische Erklärungen dafür, warum Wahnglaube und warum die gruppenevolutionären Strategien von Männerorden und Priesterkasten aus evolutionsbiologischer Sicht "funktionieren", bzw. wann sie - zum Beispiel - der Intelligenz- und Altruismus-Evolution der Menschheit zuträglich, wann sie derselben abträglich sind.

Ich glaube, die Naturwissenschaft hat schon lange ein Stadium erreicht, wo sie sich bewußt ist, daß zu krasse außerwissenschaftliche Einflüsse eher Forschungshemmnis sind. So nannte ja noch Konrad Lorenz den philosophischen Idealismus ein klares Hemmnis für naturwissenschaftliche Forschung und für die möglichst voraussetzungsfreie Entgegennahme der Ergebnisse dieser Forschung durch Geisteswissenschaftler. Also außerwissenschaftliche Einflüsse, wenn sie nicht kulturell-künstlerisch wertvoller Art sind, die also - etwa - das Schönheitserleben (und damit das intuitive Erleben überhaupt) stärken, die den Wahrheitswillen stärken, die den Wunsch zum Guten stärken, werden häufiger abträglich als zuträglich sein für den Erkenntnisfortschritt.

Das ist auch der Grund, weshalb Simon Conway Morris auf mehreren hundert Seiten nur aktuellste Forschungsliteratur zitiert und sich auf sie bezieht und nur im aller letzten, kurzen Kapitel - ganz kurz - auf seinen eigenen christlichen Hintergrund zu sprechen kommt (9). Beispielsweise der Ex-Jesuit Teilhard de Chardin ging da - im Zusammenhang seiner naturwissenschaftlichen Argumentation - ganz anders vor. Und er wird schon allein deshalb sicherlich nur noch von wenigen Naturwissenschaftlern für irgendwie aktuell oder anregend gehalten.
_______________________________________
  1. Haukipesukone (a wannabe-philosopher of Finnish origin): Kabbalistic Origins of the Copernican Model, 3. August 2017, https://concordiaabchao.wordpress.com/2017/08/03/copernican-model/
  2. Meinecke, Erich: "Oh, daß doch dies alles gebessert würde, solange es noch Zeit ist und ehe ein großer Fall geschieht". Nikolaus Kopernikus und die Geschichte Westpreußens. In: Die Deutsche Volkshochschule, Folge 102, März 1996, S. 13-24
  3. Bading, Ingo: "Eine Milliarde Katholiken gegen 200 Ludendorffer - viel Spaß in der Bataille" "Voran, Soldaten Christi" - "Im Namen des Kreuzes Kriegsdienste tun". Auf: GA-j!, 28. Juli 2015, http://studgenpol.blogspot.de/2015/07/eine-milliarden-katholiken-gegen-200.html
  4. Layzer, David: Das Universum - Aufbau, Entdeckungen, Theorien. Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft, Heidelberg, 3. Auflage 1989 (dt. zuerst 1986, engl. zuerst 1984) 
  5. Bading, Ingo: Was zu tun ist am wichtigsten? Antworten auf Lebensfragen junger Menschen - Mitschrift eines Vortrages von Gerold Adam aus dem November 1993. In: Die Deutsche Volkshochschule - digitale Ausgabe, 1. August 2017, http://fuerkultur.blogspot.de/2017/08/was-zu-tun-ist-am-wichtigsten.html
  6. Hartmann, Max: Die philosophischen Grundlagen der Naturwissenschaften. 1948
  7. Heisenberg, Werner: Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik. Piper, München 1969
  8. Conway Morris, Simon: Life’s Solution: Inevitable humans in a Lonely Universe. Cambridge University Press, 2003
  9. Gonzales, Guillermo; Richards, Jay Wesley: The Privileged Planet: How Our Place in the Cosmos Is Designed for Discovery. Regnery Publishing, Washington D.C. 2004