Samstag, 16. September 2017

Von Blogs wie diesem ablenken - Wie geht das ....?

Der Budenzauber und die Kunstrasen-Bewegung genannt "alternative Öffentlichkeit", die insbesondere ab 2010 inszeniert wurde

Im Januar 2007 wurde unser Blog "Studium generale" gegründet, der anfangs auch politische Themen mitbehandelte. Er wurde gegründet in einer Zeit als es die sogenannte "alternative Öffentlichkeit" in ihrer heutigen Breite noch gar nicht gab. Als Gründungsjahr der heutigen "alternativen Öffentlichkeit" - die aufgrund bekannterer Vertreter derselben bis weit in den politischen Hauptstrom hinein Aufmerksamkeit auf sich zieht - wird das Jahr 2010 zu benennen sein. Das wollen wir weiter unten etwas genauer chronologisch einordnen. Diese "alternative Öffentlichkeit" entstand also drei Jahre nach der Gründung unseres (ersten) Blogs. Und das geschah auffallend plötzlich und unter auffallenden Begleitumständen wie gleich aufgezeigt werden soll.

Heute ist unser Eindruck: Die "alternative Öffentlichkeit" erhielt ab 2010 so große Öffentlichkeitswirkung, weil sie zu 80 bis 90 Prozent als Astroturfing inszeniert worden war, um von authentischen Blogs wie dem vorliegenden abzulenken. Dieser Umstand ist nicht zuletzt an dem Sachverhalt erkennbar, wie unglaublich wenig in der "großen" alternativen Öffentlichkeit von den umwälzenden naturwissenschaftlichen - und auch philosophischen - Erkenntnissen unserer Zeit die Rede ist, wie sie dort noch nicht einmal öffentlichkeitswirksamer "zur Diskussion" gestellt werden.

Obwohl doch unübersehbar gerade aus diesem Bereich die stärksten Argumente kommen für den größten Teil der Anliegen der alternativen Öffentlichkeit. Der Grund liegt natürlich zunächst darin, daß sich weitaus mehr Menschen für Politik als für Wissenschaft und Philosophie interessieren, und daß unter den politisch Interessierten die Menschen, die sich zugleich für volkserhaltende - seriöse - Wissenschaft und Philosophie interessieren, nicht besonders groß ist, bzw. daß auch die Sensibilität für die Bedeutung der genannten Bereiche bei diesen nicht besonders groß ist. Aber allein in diesem Umstand kann das benannte Phänomen - so wie es in seiner ganzen Breite heute sichtbar ist - keinesfalls begründet sein. Für so blöd muß man sich nicht mehr verkaufen lassen.

Gehen wir im folgenden einmal einige Stationen durch in der Geschichte der alternativen Öffentlichkeit seit 2001.

2001 bis 2007


Einstweilen seien an dieser Stelle die Jahre 2001 bis 2007 nur kurz erwähnt. In diesen Jahren spielt natürlich die 9/11-Wahrheitsbewegung (Wiki) die Rolle der wichtigsten Initialzündung. Aber für diese Zeit wäre auch die Geschichte von Blogs wie "Politically Incorrect" (Wiki) zu behandeln, der 2004 gegründet worden ist. Zu ähnlicher Zeit wurde das "Politische Tagebuch" des Rechtskatholiken Götz Kubitschek gegründet, das 2008 - nach einer bezeichnenden Restrukturierung - in der Internetseite Sezession.de aufgegangen ist. Hier könnten überall auffallende Entwicklungen beschrieben werden. Aber das sei bis auf weiteres an dieser Stelle übergangen.

Um die Entwicklungen in diesen Jahren zu verstehen, muß natürlich auch die technische Seite derselben mitberücksichtigt werden. Etwa ab 2006/07 breitete sich unter Internetnutzern die Gewohnheit aus, "Blogs" zu gründen und zu schreiben, bzw. zu lesen, weil dies technisch immer leichter umsetzbar war und weil hier am übersichtlichsten Beiträge veröffentlicht und verbreitet werden konnten. Davor war es häufig üblich, zum Beispiel "Yahoo-Gruppen" oder ähnliche Foren zu betreiben, zu lesen und in ihnen mitzudiskutieren. Aber solche Foren fanden selten so viel Aufmerksamkeit wie das seitherige Phänomen "Internet-Blog" (Wiki).

Im November 2007 wurde beispielsweise ein solcher Blog wie "Adelinde" gegründet (Adelinde). Er spricht sich zwar auch für die pseudowissenschaftliche "Germanische Medizin" von Geerd Hamer aus, weist aber in seiner Themenauswahl zugleich manche inhaltlichen Überschneidungen mit unseren Blogs auf.

Der vorliegende politische, zeitgeschichtliche und hintergrundpolitische Blog "Gesellschaftlicher Aufbruch - jetzt!" wurde im Mai 2008 gegründet, um die politischen Themen aus dem Wissenschaftsblog "Studium generale" auszugliedern und um beide Bereiche - Politik und Wissenschaft - mehr getrennt voneinander zu halten und so unterschiedliches Lesepublikum anzusprechen.

Blog-Prototypen gehen in Serie - Das Beispiel "Der Honigmann" (2010)


Im Januar 2010 machte der Jesuitenorden selbst die systematische sexualisierte Gewalt an Kindern bekannt, die er Jahrzehnte lang auf allen Jesuiten-Gymnasien in Deutschland, Österreich und in der Schweiz betrieben hatte. In anderen Ländern der Welt war diese Diskussion schon Jahre vorher ausgebrochen, da zu viele Überlebende dieser Gewalt ihrer Empörung Luft gemacht hatten. Dadurch war dem Jesuitenorden klar geworden, daß er auch in Deutschland diese Diskussion nicht mehr länger unter der Decke halten konnte. Also trat er die "Flucht nach vorne" an und tat so, als würde er - unglaublich menschenfreundlich - von sich aus über seine eigenen Verbrechen "aufklären". Ach, diese so unglaublich menschenfreundlichen Jesuiten! Man glaubt es nicht, was für eine Wohltat sie für die Menschheit sind. Sie begehen Jahrzehnte lang systematisch Verbrechen an Kindern und Jugendlichen - und klären dann die Öffentlichkeit über diese auf. Und sind weiterhin so angesehen wie "eh und je". Nicht wahr? So funktioniert doch Leben.

Zu den Einzelheiten dieses Geschehens: Auf dem viel gelesenen Blog "Spreeblick", betrieben von dem Jesuitenschüler Johnny Häusler, erhielten zahlreiche Überlebende dieser sexualisierten Gewalt zum ersten mal im Kommentar-Bereich die Möglichkeit, vor einer größeren Öffentlichkeit von ihren Erfahrungen und Gefühlen zu sprechen und sich darüber auszutauschen (Spreeblick 28.1.2010 und 2.2.2010). Selbstredend kochte hier sehr bald der Zorn auf den Jesuitenorden außerordentlich stark hoch. Sodann gab es einige auffällige Kommentatoren, die beleidigend wurden - eine schöne Steilvorlage für den Bloginhaber, die Diskussion schon am 10. Februar, bzw. 13. März 2010 zu schließen. Es ist doch immer klug, wenn man als eine verbrecherische Psychosekte wie der Jesuitenorden nicht nur die Verbrechen begeht, sondern auch noch die Aufklärung über diese Verbrechen moderiert. So soll es doch sein. (Diese Welt ist dermaßen abartig, daß man es immer wieder nicht glauben kann, wie abartig sie ist.)

Nun gut. In unmittelbarer Folge dieser emotional sehr aufwühlenden Ereignisse formierte sich 2010 dann die heutige größere sogenannte alternative Öffentlichkeit. Zumeist gab es von Seiten der darin Handelnden schon vorher in abseitigerem Rahmen Aktivitäten, in denen man im Internet "probierte" und "probte". Aber das spielte sich - wenn dann - eher auf abseitigeren Foren ab und war für eine größere Öffentlichkeit noch nicht so "sichtbar" wie jene Blogs, Internetseiten und Portale, die ab 2010 gegründet wurden, und die dann in auffallend großer Geschwindigkeit Leserzahlen in einem Umfang in ihren Bann zogen wie diese der vorliegende Blog - sonderbarer Weise - nie hatte und bis heute auch nie bekommen sollte. Ein ganz, ganz übler Schelm, wer gar zuviel Böses dabei denkt - wollen wir einmal sagen.

Und in besonders auffallender Weise wurde insbesondere noch im Februar 2010 der Blog "Der Honigmann" gegründet (von einem Herrn Ernst Köwing [geb. ca. 1947] [Psiram]). Dieser ging anfangs annähernd anonym vor und ließ vieles über seine Hintergründe im Dunkeln. Wir selbst stießen erst am 15. April 2010 - zwei Monate nach dessen Gründung - das erste mal auf diesen Blog. Wir stießen deshalb auf diesen Blog, weil dieser damals ganz klar als einer der ersten - genauso wie wir - nicht nur sich mit den Stimmen der Überlebenden der Verbrechen des Jesuitenordens beschäftigte, sondern weil er - wie wir - allgemeiner die Geschichte des Jesuitenordens, seiner Strukturen, seiner Verbrechen, seines Einflusses auf die "Kultur", die Wirtschaft und die Politik der Länder und Völker weltweit sehr kritisch unter die Lupe nahm. Wir können uns noch gut erinnern, wie einsam wir uns damals mit unseren Jesuiten-kritischen Beiträge im Internet fühlten, weil wir einfach niemanden anderen im Internet fanden, der ähnlich grundlegend kritisch über den Jesuitenorden schrieb.

Und genau deshalb mußte uns die die Gründung dieses - ebenfalls Jesuiten-kritischen - Honigmann-Blogs sehr auffällig erscheinen. Geradezu wie ein "Zeichen", wie ein "Signal". Zugleich hatte dieser Honigmann-Blog in so auffälliger Weise auch die "Germanische Medizin" und ähnliche pseudowissenschaftliche Inhalte in seinem "Programm". Auch dieser Umstand erschien uns auffallend, bzw. "signifikant". Anfangs erschien uns dieser Blog auf den ersten Blick wie eine Kopie des oben schon genannten Adelinde-Blogs, zum Teil natürlich auch wie eine Kopie unseres eigenen Blogs. In privaten Emails wurde von unserer Seite damals an Freunde geschrieben:
Der schreibt ja wie ich. Hallo, ich werde kopiert. Die wenigen Blog-Prototypen, die es bislang gab, gehen in Serie. Künftig kann man mit dem Spruch werben: "Lesen Sie das Original. Oft kopiert, doch nie erreicht." - Der Honigmann kopiert mich und sagt mir kein Wort. ...
Nach weiteren Recherchen hielten wir in einer weiteren Email am 16. April 2010 fest:
Der Honigmann, der überraschende, neue, Geheimdienst-kritische und mitunter Papst-kritische Blogger-Kollege in der "Szene" seit Februar, auffälliger Weise der erste Blogger nach mir, der gründliche Aufklärung über den Jesuitenorden betrieben hat, ist 63 Jahre alt, scheinbar Bankkaufmann und wohnt in Varel, Ostfriesland (zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg). Er betreibt offenbar zwei Blogs mit diesem Namen auffälliger Weise (genau und erst) seit Februar, hat schon zahlreiche Freunde und "verfolgt" auch öffentlich viele Blogs. - Meiner ist allerdings bislang nicht dabei. Über Ratzinger/Williamson vertritt er Thesen, die ich aus Rundbriefen und Emails von einem Freimaurer und Verleger aus Bremen her kenne und nicht teile (siehe zum Beispiel: "Die 'Synagoge des Satans' nimmt Rache an Ratzinger").
Eine merkwürdige Kanone. Einerseits greift er die Jesuiten an (- wirklich?) und klärt über den "Mammon und die Kirche" auf (bislang nur während des Mittelalters). Aktuell verweist er auch recht willkürlich auf ein Video von Richard Dawkins. Andererseits verteidigt er die Kirche (!?).
Und heute gibt der "Honigmann" ganz unkommentiert "Vatikan-Nachrichten" weiter, die ja für sich recht spannend sind - aber doch einer sehr kritischen Bewertung gewürdigt werden müßten, eine kritische Bewertung, die sicher auch bald von Kirchenkritikern gegeben werden wird.
Irgendwie ist mir bei diesem Honigmann etwas faul. Irgendwie "schmeckt" da etwas.  - Wem schmiert er Honig ums Maul?
Außerdem stellt er heute als "Gastbeitrag" den kirchenkritischen Kommentar eines Paolo Flores d’Arcais ein, eines italienischen Autors, der schon zusammen mit Herrn Ratzinger Bücher herausgegeben hat. Der Kommentar erschien schon im "Tagesspiegel" (vor einer Woche).
Frage: Merken die Jesuiten etwa, daß sie noch zu wenige Eisen im Feuer haben unter den "Extremisten" der Kirchen- und Geheimdienstkritiker und daß sie deshalb hier ebenfalls "Verharmloser" (bzw. Zersetzer) hinein schieben müssen, die freilich HIER nur als Verharmloser (und später als Zersetzer) wirksam werden können, wenn sie zugleich auch kräftig kirchen- und geheimdienstkritisch auftreten und sich damit erst einmal eine ihnen vertrauende Anhängerschaft aufbauen?
Im Dezember 2010 hielten wir über anderweitige Aktivitäten fest:
Mein erster Eindruck ist der gleiche wie beim Jesuiten-kritischen Blogger "Honigmann": Jesuiten versuchen, sich an die Spitze der Jesuiten-Kritiker zu setzen, die Kritik dabei in ein "Perception management" einzubetten (s. etwa Zündel), das sie möglichst wenig anknüpfungsfähig macht an Kirchenkritik a la Karlheinz Deschner, um sie so in bewährter Weise zu ihren Gunsten abbiegen zu können über die Jahre hinweg.
Danach haben wir den "Honigblogger" nicht mehr weiter verfolgt. Neuerdings ist sein ganzer Blog - nach gerichtlicher Verurteilung wegen Holocaust-Leugnung - von Wordpress aus dem Netz genommen worden - womöglich als Auftakt für ein ähnliches Vorgehen gegen andere, ähnlich gestrickte Blogs? - ???

Zwischenzeitlich sind ja nun auch viele weitere, ähnlich gelagerte Blog-Gründungen aus dem Boden gesprossen, so daß man kaum noch mitkam und das alles auch gar nicht mehr so wichtig nehmen konnte, da eben alle diese Blog-Gründungen - wenn man nach einer Weile tiefer blickte - je in ihren individuellen Besonderheiten dennoch so manche auffallenderen Gemeinsamkeiten in ihrer Programmatik aufwiesen. Viel zu oft traf und trifft man dann auf irgendwelche Verbundenheiten mit Monotheismus und/oder Buddhismus.

Und womöglich wächst derzeit gerade das Mißtrauen der Hintergrundmächte gegenüber der Möglichkeit, daß dieses Astroturfing immer mehr Menschen, die sich der alternativen Öffentlichkeit verbunden fühlen, durchschauen könnten, und daß sie - besser als früher - die authentischen Blogs von der Kunstrasen-Bewegung zu unterscheiden lernen könnten.

Und für diesen Fall mag man - wiederum als "Prototyp" - als einen der ersten einmal den Honigmann aus dem Netz genommen haben, "verboten" haben, um später auf ähnlicher Linie gegen andere Blogs vorgehen zu können. Womöglich dann auch gegen solche, die ihnen noch gefährlicher erscheinen und erscheinen müssen als ausgerechnet dieser Honigmann ..... Oh, die Hintergrundmächte und ihre Schliche. Sie denken weit ins Voraus hinein ....

Blog-Prototypen gehen in Serie - Weitere monotheistisch Verwurzelte wie Alexander Benesch, Jürgen Elsässer und Konsorten (2010)


Aber zurück ins Jahr 2010. 2010 faßte beispielsweise auch Daniel Hermsdorf Mut und gründete seinen Blog "Filmdenken". Dieser Blog ist bis heute - mit all seinen Stärken und Schwächen - klar einer der wenigen authentischen Blogs in der alternativen Öffentlichkeit.

2010 wurde "BewußtTV" gegründet.

2010 wurde recentr von Alexander Benesch gegründet. Dieser hatte auf der vom Verbrecher-Kardinal Ratzinger gegründeten "Katholischen Universität Ingolstadt" studiert (eine Universität, die gegründet wurde, nachdem man mit ähnlichen, Jahrzehnte lang verfolgten Gründungsplänen in Salzburg nicht weiter gekommen war). Die geistige Ausrichtung von "recentr" entspricht klar der Tatsache, daß Alexander Benesch auf dieser Universität studiert hat. Seine Beiträge sind oft sehr klug und durchdacht - hervorzuheben ist insbesondere seine gesunde Skepsis gegenüber aller Esoterik. Seine Beiträge haben aber dennoch - und fast unsichtbar und unbemerkbar - wenn man genauer hinschaut die genannte ideologische-religiöse Schlagseite. Es wird also in ihnen entsprechend einer sehr genau zu umreißenden gruppenevolutionären Strategie argumentiert. Das sollte man bei diesem Blog immer berücksichtigen.

Ende 2010 wurde von Jürgen Elsässer und anderen die Monatszeitschrift "Compact" gegründet. Daß es sich hierbei um reinstes Astroturfing handelt, wird wohl an dieser Stelle nicht mehr groß nachgewiesen werden müssen. Darüber gab es ja schon genug anderweitige kritische Beiträge. Und das ist ja wohl zu leicht durchschaubar. - Jürgen Elsässer besucht in Berlin und seinem Umland Gottesdienste der russisch-orthodoxen Kirche, er ist jedenfalls ein Monotheist reinsten Wassers, auch wenn er das - wie die meisten - nicht an die große Glocke hängt. (Das macht niemand all dieser Astroturfing-Protagonisten und doch findet sich genau diese Gemeinsamkeit eben dann doch immer und immer wieder unter ihnen.)

Seit 2011 wird Ken Jebsen als führender Vertreter der alternativen Öffentlichkeit bekannt. Auch er mutet uns an als einer der wenigen authentischen Vertreter der alternativen Öffentlichkeit. Er kennt aber auch jene "Grenzen", die er nicht überschreiten darf. Sie wurden ihm ja schon anläßlich seiner Entlassung aus den Staatsmedien aufgezeigt. Und zusätzlich hat er immer wieder "Freunde" wie Pedram Shayar, die ihn auf diese Grenzen hinweisen. Und solche "Freunde" werden wohl auch viele andere Vertreter in dieser Szene haben, die sich ansonsten authentisch anfühlen. Solange der entsprechende Protagonist auf die Ratschläge solcher "Freunde" hört, wird er größere öffentliche Aufmerksamkeit genießen. Sollte er aber einmal diese Ratschläge dieser seiner "guten Freunde" unbeachtet lassen, wird er schnell starken oder noch stärkeren Gegenwind zu spüren bekommen. Und vermutlich wissen oder ahnen das auch Leute wie Ken Jebsen.

Soweit zunächst einmal ein erster kleinerer Überblick, der natürlich vielfältig ergänzt werden kann mit Einschätzungen. Abschließend eine Geschichte von Hoimar von Ditfurth, um das Prinzip aufzuzeigen, nach dem hier insgesamt gehandelt wird im Rahmen von Astroturfing.

"Mimicry"


Im Jahr 1981 veröffentlichte der deutsche Sachbuchautor Hoimar von Ditfurth (1921-1989) sein Buch "Im Anfang war der Wasserstoff". In der Einleitung dieses Buches machte er mit einer sehr ausführliche Beschreibung das Tarnverhalten der Raupe des Schmetterlings Attacus edwardsii (Wiki), englisch "Edwards Atlas Moth", bekannt. Man findet heute im Internet manche, die sich auf dieses Beispiel berufen (1).

Dieser Schmetterling ist in Indien und Südostasien in feuchten Gebieten verbreitet und gehört zu den größten Schmetterlingen der Welt. Hoimar von Ditfurth entnahm sein Wissen zu ihm dem Buch "Mimicry" von Wolfgang Wickler (eines Schülers von Konrad Lorenz) (2).

Kurz gefasst tarnt die Raupe dieses Schmetterlings ihr Verpuppungsstadium dadurch, daß sie ein Blatt abbeißt und es mit Spinnfäden erneut anhängt und sich dann an dieses Blatt anheftet. Das Blatt verwelkt und umhüllt damit die Puppe, die so "versteckt" ist. Schon das Abbeißen des Blattes und erneute Anhängen stellt für eine solche Raupe ein erstaunlich "kluges" Verhalten dar. Noch überraschender ist aber, daß diese Raupe zugleich auch noch mehrere andere Blätter abbeißt und wieder anhängt, die dann ebenfalls verwelken. Dies hat nun einen großen Vorteil. Ein Vogel als Freßfeind wird selbst wenn er nun verwelkte Blätter als Nahrungsquelle untersuchen würde, bald wieder davon ablassen, da er mit größerer Wahrscheinlichkeit leere Blätter vorfinden wird als ein Blatt, das fette Beute enthält.

Wie aber kann die Raupe auf einen so genialen Einfall der Tarnung kommen, auf den noch nicht einmal der menschliche Leser kommen würde, so fragte Hoimar von Ditfurth. Insgesamt will Hoimar von Ditfurth mit diesem Beispiel herausarbeiten, was so unzählige Beispiele von Mimicry im Pflanzen- und Tierreich so eindrucksvoll belegen, daß nämlich Intelligenz in dieser Welt schon vorhanden war, bevor bewußte Intelligenz in Form des Menschen evoluiert ist, ja, daß es dazu also keinesfalls eines Großhirnes bedurfte (1, S. 16):
In Wirklichkeit verfügen wir, wie es scheint, nur deshalb über Bewußtsein und Intelligenz, weil die Möglichkeiten von Bewußtsein und Intelligenz in dieser Welt von Anfang an angelegt waren und nachweisbar sind.   
Abb. 1: Weiblicher Archaeoattacus edwardsii (Saturniidae) aus Indien
(Herkunft: Wikipedia)
Ein philosophisch tiefer Satz, der an anderer Stelle von seiner philosophischen Seite noch weiter ausgedeutet werden soll. An dieser Stelle kommt es uns aber nur auf das Prinzip an, daß man durch Vervielfältigung oder "Spiegelung" des eigenen Versteckes sich vor Entdecktwerden schützen kann. Und umgekehrt kann man durch Vervielfältigung von Informationen mit größtenteils ähnlichen Inhalten und Argumentationslinien bestimmte andere Informationen verstecken, die man sich eben als in unsichtbarer Form vorliegend wünscht .... (Womöglich fällt das auch in den Bereich der sogenannten "Black Hat"-Suchmaschinen-Optimierung, auf die sich unter anderem auch der Satanist und Psychosekten-Guru Ralph Tegtmeier spezialisiert hat.)

Der geneigte Leser mag sich aufgerufen fühlen, über solche Zusammenhänge einmal etwas tiefer nachzudenken und sie auf Stichhaltigkeit zu prüfen.
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  1. Ditfurth, Hoimar: Im Anfang war der Wasserstoff. 1972, https://www.dtv.de/_files_media/title_pdf/leseprobe-33015.pdf, https://machtderpolitentscheidung.files.wordpress.com/2014/01/ditfurth_hoimar_von-im_anfang_war_der_wasserstoff.pdf (Martin Kriele 2007Esoterikforum 2012, (Heise 2016)
  2. Wickler, Wolfgang: Mimikry. Nachahmung und Täuschung in der Natur. Kinder-Verlag, München 1968 und viele Folgeauflagen bis 2002