Dienstag, 4. September 2018

"Seid nur fromm, wie der Grieche war ..."


Die Griechenland-Begeisterung der deutschen Klassik - Unsere Religion

In diesem Video wird ein kleiner Bildungsgang skizziert, über den wir unserer deutschen Kultur wieder nahe kommen können. Eine solche Annäherung geht fast gar nicht ohne den Umweg über eine Auseinandersetzung mit der antik-griechischen Kultur. Sich an diesen Grundgedanken anzunähern, darum geht es in diesem Video. Dieses Video beginnt aber - vielleicht ganz unprosaisch - mit einer Bettszene.

00:00 - Eine Bettszene der deutschen Literaturgeschichte: Eduard Mörike's "Häusliche Szene".

08:48 - Den Rhythmus dieser Dichtung findet man auch in der "Ilias" von Homer. Aber warum sollte es Gründe geben dafür, daß man die "Ilias" von Homer kennt? Sie ist eines der grundlegendsten Religionsbücher der Deutschen. Sie war auch schon eines von den antiken Griechen und Römern selbst. Es ist sehr wesentlich, die antik-griechische Kultur zu verstehen. Ohne ein solches Verständnis versteht man auch nicht, warum die Deutschen des Sturm und Drang, der Klassik und Romantik sich so sehr für die antik-griechische Kultur begeistert haben. Es geht in diesem Video also darum, den Geist der heidnischen, antiken Welt zu verstehen und sich in diesen hinein zu denken.

12:05 - Begeisterung für das antike Griechenland ist eine durchgehende Konstante im Gesamtwerk des großen deutschen Dichters Friedrich Schiller.

12:29 - Nur als Beispiel: "Die Götter Griechenlands" von Schiller.

16:10 - Seine Schrift "Über die ästhetische Erziehung des Menschen". Eine solche Erziehung ist - nach Schiller - die Voraussetzung für jede politische Revolution. Und hier ist man am Kern humanistischen deutschen Bildungsideals. Der Kern ist - im Sinne Schillers - "furchtbar wie Agamemnons Sohn" zu sein, um in diesem Geist unser Jahrhundert "zu reinigen".

19:25 - Der Ton, die Stimmung der "Ilias" von Homer, ihr Geist - wie kommt man diesen nahe? Der Grundzug ist: Dieses Buch ist durchtränkt von Schönheit. Alle Menschen sind edel, schön, erhaben, groß, voller Würde, voll Glanz, sie mögen tun was immer sie wollen. Dasselbe gilt von allen Göttern. Es gilt von den Göttern im Himmel, auf der Erde und im Meer.

23:45 - Hektors Abschied von Andromache. Schillers leidenschaftliches Gedicht dazu. Auch der griechische Biograph Plutarch ist eine wichtige Quelle, um die Griechenland-Begeisterung der Deutschen zu verstehen und sich in sie hinein zu leben.

27:20 - Hektors Abschied von Andromache im Originaltext der Ilias - als ganz willkürlich gewählter Textauszug, als ganz willkürlich gewähltes Textbeispiel.

39:35 - Mein Grundstudium der Alten Geschichte in Mainz. Althistoriker können heute kaum oder so gut wie gar nicht Anteil wecken für den außerordentlich tiefen SEELISCHEN Gehalt der antik-griechischen Kultur. Nicht die politische Geschichte der damaligen Zeit erschließt einem diesen seelischen Gehalt. Sie vielmehr verbirgt ihn sogar sehr tief. Es ist ganz allein Dichtung wie die von Homer oder bildende Kunst nach der Deutung von J. J. Winckelmann. Neben Winckelmann's Schriften ist ein weiterer Zugang zu dem Geist der antik-griechischen Kultur: Die Archäologie Pompeji's.

44:30 - Friedrich Hölderlin's Roman "Hyperion". Norbert von Hellingrath, gefallen mit 28 Jahren 1916 vor Verdun, hat sich noch unmittelbar vor seinem Soldatentod um das Bekanntwerden Hölderlins in Deutschland sehr verdient gemacht.

"Seid nur fromm, wie der Grieche war ..." (Hölderlin)

/ Titel geändert: 19.9.18 /

Keine Kommentare:

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Beliebte Posts

Social Bookmarking

Bookmark and Share

Follower

Wichtige Bücher