Freitag, 18. Mai 2018

Junge Liebe - Über die so langen Wege ....

.... von Gedanken zu Worten und von Worten zu Taten










"Tatenarm und gedankenvoll", so hat Friedrich Hölderlin die Deutschen beschrieben als eine ihrer wesentlichsten Stärken, aber mitunter natürlich auch als - - - Schwäche. Von solchen Stärken und Schwächen im Liebesleben ist in diesem Video die Rede.

ICH für meinen Teil bin BEGEISTERT von dieser Eigenschaft und bin begeistert von Jugend, die diesen Gedanken noch zu leben weiß. Nicht jeder Gedanke muß Wort werden, nicht jedes Wort muß Tat werden.  Und wo sollte das mehr gelten als in Liebesdingen?

An einer Stelle beziehe ich mich auf ein Wort von Heinrich Heine. Es lautet vollständig:

"Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wißt: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht. Bei diesem Geräusche werden die Adler aus der Luft tot niederfallen, und die Löwen in den fernsten Wüsten Afrikas werden sich in ihre königlichen Höhlen verkriechen. Es wird ein Stück aufgeführt werden in Deutschland, wogegen die französische Revolution nur wie eine harmlose Idylle erscheinen möchte." 

(aus: "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland", 1837)

Diese Worte spiegeln in vielen Teilen typisches jüdisches Denken über Revolution wider. Friedrich Schiller hat die deutsche Art von Revolution im "Wilhelm Tell" dargestellt ("Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht ..."). Und auch Hölderlin, Erich und Mathilde Ludendorff wollten eine Revolution mehr aus dem Innern heraus, mehr in der Stille als aus dem lauten Getöse heraus. In der Stille, in der stillsten Stille, da liegen die größten Kräfte des Deutschseins.

Denn: Wo VIELE Gedanken sind, GUTE Gedanken sind, da braucht es doch oft gar keiner Worte, oder? Und wo VIELE Worte sind, GUTE Worte sind, dort braucht es doch oft - und auf lange Zeiten hin - gar keiner Taten, oder? .... ;-) ..... ODER - ??? Und schließlich: Dort, wo VIELE GUTE Gedanken VIELEN GUTEN Worten vorausgegangen sind, dort münden viele gute Worte vielleicht, schließlich - und ganz wie selbstverständlich - in eine große, goldene, erhabene Tat, in eine Tat, die DANN nur noch Verkündigung vorheriger Gedanken und Worte ist - wohlerwogen und ganz aus Gold.

Deshalb: Gönnen wir Deutsche es uns doch, auf dem Gebiet der Liebe, des Heiligsten, das wir haben, "tatenarm und gedankenvoll" zu sein, zumal in unserer Jugend. Wenn ich das sage, sage ich dann nicht in anderen Worten dasselbe, was in dem Wort "Rein blieben und reif werden" enthalten ist?

Wenn wir es uns gönnen, so dem Deutschsein nach und nach immer näher zu kommen, werden wir - zumal in Jugendzeiten - niemals etwas verkehrt machen. Verpassen tun wir dabei gar nichts - außer in den meisten Fällen: die schalste Oberflächlichkeit.

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