Freitag, 20. April 2018

Von der Volkslehrer- zur Ludendorff-Bewegung

Weitere geschichtliche Einordnungen



Warum Mathilde Ludendorff?

Auch innerhalb der alternativen Öffentlichkeit gibt es viele weltanschaulichen Angebote. Was unterscheidet nun eigentlich Mathilde Ludendorff von anderen philosophischen, weltanschaulichen Denkern ihrer Zeit und auch noch unserer Gegenwart? In welchem Bezug steht sie zu ihnen? Helfen uns heute noch Weltreligionen oder andere globalisierende Ideologien?

Erich Ludendorff war ohne Zweifel Begründer, bzw. bis heute der namhafteste Vertreter der Wahrheitsbewegung. Ob es da nicht womöglich auch noch andere interessante Dinge über ihn zu lernen geben könnte?

"Machet den rechten Flügel stark!" hatte der deutsche Generalstabschef Graf Schlieffen vor 1914 als Vermächtnis seinen Nachfolgern hinterlassen. 1935 rief Erich Ludendorff als sein Vermächtnis der Wehrmachtgeneralität - mit Bezug auf das Wort Schlieffens - zu: "Machet des Volkes Seele stark!"

Ob das nicht doch eine sehr aktuelle, zeitgemäße Forderung ist - ?

(Achtung, in der 34. Minute klingelt mehrmals mein Handy - bitte nicht irritieren lassen ........ da hat irgend so 'n Idiot sein Handy nicht auf lautlos gestellt vor der Aufnahme.)

Wenn sie das wäre, wäre zu fragen: Wo wurzelt denn die seelische Stärke eines Volkes? Worauf begründet sich seine "seelische Geschlossenheit", seine Widerstandsfähigkeit gegen alle Gefahren der Zersetzung (seine ...."Resilienz") auch noch in schwersten militärischen Niederlagen, in Zeiten kulturellen und politischen Niedergangs ohne gleichen? 

Gewinnt es diese Kraft aus der Tagespolitik? Aus Politik überhaupt? 

Nein, das Ehepaar Ludendorff vertrat den Gedanken: Ein Volk gewinnt seine seelische Kraft und Widerstandesfähigkeit, Überlebensfähigkeit aus seiner Kultur, aus dem Wurzeln IN seiner Kultur, aus dem Zugang des einzelnen Menschen zur Kultur. Denn Kultur ist - nach Mathilde Ludendorff - schlicht Ausdruck des Gotterlebens der Menschenseele. Und das Gotterleben der Menschenseele ist für sie die stärkste Geschichte gestaltende Kraft (siehe auch nur als EIN Beispiel: 1).

Erich Ludendorff wurde deshalb ab 1926 seinem Selbstverständnis nach von einem bloß politischen Revolutionär zu einem Kulturrevolutionär. Und erst als solcher wurde er dann auch zu einem "Weltrevolutionär" (als den er sich im Titel seiner Lebenserinnerungen bezeichnet).

Kultur beinhaltet nicht nur Wissenschaft im allgemeinen Sinne, sondern beinhaltet in letzter Instanz das Suchen nach Antworten auf die Frage nach dem Sinn unseres Seins als Einzelmenschen und als Volk. Deshalb wird im hinteren Teil des Videos ein Ausflug in die Philosophie-Geschichte unternommen: Sokrates, Aristoteles .... Kopernikus ... Kant ... Fichte, Hölderlin, Hegel, Marx, Materialismus, Darwinismus und schließlich: Hans Jonas und Dieter Henrich. 

Der Vertreter Charles Darwins in Deutschland, August Weismann, erkannte die potentielle (biologische) Unsterblichkeit der Einzeller. Mathilde Ludendorff setzte sich mit dieser biologischen Erkenntnis ihres Lehrers Weismann philosophisch auseinander und ging der These nach, daß in der Evolution das Leben seine potentielle biologische Unsterblichkeit verlieren mußte, um ein geistiges, bewußtes Unsterblichkeits-Erleben der einzelnen Menschenseele gewinnen zu können. 

Nach ihrer Philosophie kann jeder einzelne Mensch VOR seinem (biologischen) Tod (und NUR vor seinem - biologischen - Tod) unsterblich werden.
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  1. Weinheber, Josef: Gedichte. Ausgewählt von Friedrich Sacher. Hoffmann und Campe, Hamburg 1966

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