Dienstag, 16. Oktober 2012

Im Frontlazarett gestorben - mit 19 Jahren

Zeitgeschichte als Familiengeschichte

In einem anderweitigen Blogbeitrag ist aus der Soldatenzeit meines Opas berichtet worden, darunter auch wie er 1942 oder 1943 beim Durchmarsch durch eine französische Stadt noch einmal ganz zufällig seinen Neffen Siegfried Lindenberg (1924 - 1943) aus Wusterwitz traf, der vor einer Kaserne Wache stand. Sie riefen sich eine Verabredung für abends zu und konnten sich dann noch einmal sprechen. Hier sah mein Opa seinen Neffen zum letzten mal. Siegfried war blutjung, erst 19 Jahre alt, hell begeistert vom Nationalsozialismus und aus dieser Haltung wie selbstverständlich zu jedem Opfer bereit. Meinen Opa, der versuchte, ihm zu raten, seinen Kopf nicht gar zu weit herauszustrecken, hat er wohl nur wenig verstanden. 

Abb. 1: Lazarett in Rußland, Juni 1941 (Bundesarchiv, Bild 101I-137-1041-30 / Menzendorf / CC-BY-SA)
Am 4. Dezember 1943 ist Siegfried Lindenberg dann im Ortslazarett Petrowitschi in Weißrußland - 560 Kilometer südwestlich von Moskau, 85 Kilometer südlich von Orsha und 20 Kilometer östlich von Mogilew auf dem Weg nach Tschaussy - seinen Verletzungen erlegen. Er liegt auf dem Soldatenfriedhof Goleni Reihe 2, Grab 2 begraben - laut Auskunft des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge (vom 16.1.2007 - nach den Angaben der "Deutschen Dienststelle", ehemalige Wehrmachtauskunftstelle, Berlin). Wie übrigens auch andere Soldaten aus dem Land Brandenburg.

Abb. 2: Weißrußland bei Mogilev, 1885
Das sind nur sehr dürftige Angaben. Und man fragt nach den genaueren Umständen des damaligen Geschehens.

Abb. 3: Mogilew, Juli 1941 (Bundesarchiv, Bild 101I-138-1091-29A / Kessler, Rudolf / CC-BY-SA)
Die "Schwert-Division" (1941 - 1944)

Da er als Unteroffizier im 9./Gren.Rgt. 431 eingesetzt war, wird seine Einheit aller Wahrscheinlichkeit nach im Rahmen der 131. Infanterie-Division unter dem Ritterkreuzträger General Heinrich Meyer-Bürdorf (1888 - 1971) gekämpft haben. Dies war die sogenannte "Schwert-Division". 

Diese war von Anfang an im Rußland-Feldzug dabei. Sie hat im Jahr 1941 eine Fußmarsch-Leistung von 2000 Kilometern hinter sich gebracht. Von 1941 bis 1944 war sie im Bereich der Heeresgruppe Mitte eingesetzt. 

Abb. 4: 1982 erschienen
Schon im Jahr 1942 war die Division etwas weiter östlich von jenem Gebiet eingesetzt, in dem sie auch 1943 im Einsatz sein sollte (Forum der Wehrmacht, 2007). Über ihren Einsatz im Jahr 1943 heißt es auf Wikipedia:
1943 wurde die 131. ID bei  Kirow eingesetzt und war dort Abwehrkämpfen mit der Roten Armee bei Kirow, Jakimowo und Bjeloy ausgesetzt. Der Druck des Gegners wurde zu stark, so daß sich die Division über die Desna zurückziehen mußte, von dort aus ging es weiter in Richtung Westen über Bogdanowo, über den Sosch bis zur Pronja südlich von Tschaussy. Am Fluß Pronja war die Einheit erneut in Stellungskämpfe verwickelt.
Die hier geschilderten Kämpfe zogen sich also - wie mit Google Maps recherchierbar ist - über etwa 300 Kilometer hin: Kirow (Oblast Kaluga) liegt 300 Kilometer östlich von Petrowitschi, jenem Ortslazarett, in dem Siegfried Lindenberg am 4. Dezember 1943 gestorben ist. Roslavl, an einem Nebenfluß des Sosch gelegen, liegt 180 Kilometer östlich von Petrowitschi. Tschaussy (= Tschawussy am Fluß Pronja) liegt 27 Kilometer östlich von Petrowitschi.

"Forum der Wehrmacht" - Hilfreich

Es ist interessant zu beobachten, daß viele Nachkommen heute im Internet Nachforschungen über ihre Großväter oder sonstige Verwandten anstellen. Eine ähnliche Frage wie hier in diesem Beitrag wurde zum Beispiel schon 2010/11 auch auf dem schon genannten, sehr hilfreichen "Forum der Wehrmacht" erörtert. Nämlich die folgende:
Mich interessiert tatsächlich, welche genaue russische Einheit am 25.10.1943 in Zarech´ye 1 Kilometer östlich Tschaussy gegen die Deutschen kämpfte. Mein Großvater wurde dabei tödlich getroffen!
Abb. 5: Petrovichi (Forum der Wehrmacht)
Es hat sich also um einen weiteren Angehörigen jener Einheit gehandelt, in der auch Siegfried Lindenberg zum Einsatz kam, und der eineinhalb Monate vor ihm gefallen ist. In einer eigenen Anfrage auf diesem "Forum der Wehrmacht" wurde irrtümlich noch ein anderes Petrowitschi unterstellt. Dazu sind aber sehr schnell zwei richtigstellende und damit hilfreiche und weiterführende Antworten gegeben worden (Forum der Wehrmacht):
In Belarus gab und gibt es einige Orte mit Namen Petrowitschi (heute: Petrovichi). Dein gefundener Ort (100 km südl. Smolensk, 100km östl. Tschaussy) ist mit Sicherheit nicht der Ort, wo Dein Großonkel verstorben ist. Es gibt aber ein Petrowitschi ca. 20 km östlich Mogilew auf dem Weg nach Tschaussy (heute: Cavusy). Dieses Petrowitschi dürfte es sein! (...) Leider liegen mir auch keine Detail-Infos über die 131. ID vor. Von Januar - August 1943 lag sie nördlich/nw Kiroff und bestritt Stellungskämpfe. Den anschließenden Rückzug mit Absetzen nach Westen über Rosslaw hast Du auch schon genannt. Auf einer Lagekarte vom 3. 10. 43 wird die Division dann schon im Raum Tschaussy geführt. Es dürfte schwierig bis unmöglich werden, Genaueres über das Ortslazarett Petrowitschi und den Rückzug der Division herauszufinden, da es leider keine Dokumente mehr darüber in den Archiven gibt.
Die Front scheint im Raum Mogliew/Petrowitschi dann für sechs Monate weitgehend unverändert geblieben zu sein. Denn erst am 28. Juni 1944  ist Mogilew von den sowjetischen Truppen zurückerobert worden (Wikip.). Dies geschah im Zusammenhang mit den Angriffen, die am 22. Juni 1944 begannen und zu dem katastrophalen Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte führen sollten. Siegfried Lindenberg war da schon nicht mehr mit dabei. Und sein Grab wurde zurückgelassen und vor Ort sicherlich bald eingeebnet und vergessen. Über sein Grab hinweg wurde der Kommunismus erneut nach Weißrußland, und erstmals nach Polen und Deutschland hineingetragen.


Abb. 6: Soldatengrab in Rußland, 1943 (Bundesarchiv, Bild 101I-022-2948-19 / Wolff, Paul Dr. / CC-BY-SA)

___________________
  1. Blankenhagen, Wilhelm: Im Zeichen des Schwertes. Erinnerungen an den Weg der 131. Infanterie-Division  1940 - 1945. Verlag Giebel & Oehlschlägel, Osterode am Harz 1982  (126 S.) (Ebay)
  2. Behrens, Ilse: Wer aus Rußland kommt ist müde. Verlag Hohe Warte, Pähl 1950 
  3. Fotos von der 131. Infanteriedivision auch: Verleihung eines Eisernen Kreuzes am 8. Januar 1944 an den Unteroffizier Heinz Fricke 3./Gren. Rgt 131. Kowel, Ukraine, 6. April 1944 (Flickr).

Montag, 8. Oktober 2012

Kindheit - Mitte der 1960er bis 1980er Jahre

Da man nicht weiß, wie lange der Popanz mit dem Urheberrecht im Internet noch andauern soll, scheint es sinnvoll zu sein, sich allmählich einmal auf die eigenen Familienalben zu konzentrieren, um Illustrationsmaterial für Blogbeiträge zu bekommen. Denn bei denen sind die Urheberrechte ja sicher.

Säugling


Abb. 1: Säugling, April 1966
Im folgenden einmal eine Materialsammlung Illustrationen zum Thema "Mutter und Kind", bzw. "Kindheit Mitte der 1960er Jahre" ... :-)

Abb. 2: Säugling, April 1966
Danach auch gleich noch eine Materialsammlung "Jugend in den 1970er Jahren".


Abb.3: Mutter und Kind, 1966



Abb. 4: Mutter und Kind, 1966



Abb. 5: Mutter und Kind, 1966



Abb. 6: Mutter und Kind, 1966



Abb. 7: Mutter und Kind, 1966



Abb. 8: Mutter und Kind, 1966


Abb.: Glückliche Mutter, am Wolfgangsee, August 1968

Krabbelkind


Abb. 3: Krabbelkind, 1966


Abb. 4: Es wird gebadet, 1966


Abb. 5: Krabbelkind, 1966


Abb. 6: Erstgeborener mit 25-jähriger Mutter, Hannover 1966


Abb. 7: Auf der Spieldecke



Abb. 8: Da kann schon jemand stehen



Abb. 9




Abb. 10: Faszination - eine Werbepuppe von Aral



Abb. 11: Weihnachten 1966





Abb. 12: Weihnachten 1966 mit der Tante Anna in Hannover


Abb. 13: Mutter und Kind - Weihnachten 1966

Die ersten Schritte


Abb. 14: Frühjahr 1967 - Erste Schritte in Salzburg




Abb. 15: Frühjahr 1967 - Erste Schritte in Salzburg


Abb. 16: Frühjahr 1967 - In Österreich



Abb. 17: Frühjahr 1967 in Österreich



Abb. 18: Frühjahr 1967, Österreich



Abb. 20: Frühjahr 1967, Österreich



Abb. 21: Frühjahr 1967, Österreich

1968 - Mit der Schwester

Abb.: Im Harz, Sommer 1968


Abb. 22: Bruder und Schwester, 1968


Abb. 23: Barbis im Harz, mit Tante, 1968


Abb. 24: Barbis im Harz, 1968



Abb. 25: Barbis im Harz, 1968



Abb. 26: Barbis im Harz, 1968 - die Mutter



Abb. 27: Scharzfeld/Harz, Bahnhof, 1968 - mit der Großmutter




Abb. 28: Scharzfeld/Harz, Bahnhof, 1968 - mit der Tante


 
Abb. 29: 1968


Abb. 30: Bruder und Schwester, 1968


Abb. 31: Bruder und Schwester, 1968

Abb.: In Barbis am Harz, 1968


Abb.: In Barbis am Harz, 1968


Schulzeit

Bild könnte enthalten: 3 Personen, Personen, die stehen, Baum, Kind und im Freien
Abb.: Einschulung, 1972 in Homberg/Efze (Osterbach-Schule)



Bild könnte enthalten: 1 Person, Kind und Innenbereich
Abb.: Weihnachten, etwa 1984 


Bild könnte enthalten: 2 Personen, Personen, die sitzen, Tisch, Anzug, Essen und Innenbereich
Abb.: Auf einem Kindergeburtstag mit meinem Opa, 1973




Abb.: Wernswig, 1977, mit Oma und Opa auf der Gartenterrasse


Abb.: Bonn, 1979, Anti-AKW-Demonstration


Abb.: Bonn, 1979, Anti-AKW-Demonstration


Bild könnte enthalten: 1 Person
Abb.: Mai 1980, auf Klassenfahrt in Berchtesgaden


Bild könnte enthalten: 1 Person, steht und im Freien
Sommer 1981


Bild könnte enthalten: 1 Person
Sommer 1982, Wallersee



Bild könnte enthalten: 1 Person, sitzt und Innenbereich
Sommer 1983



Abb.: Wernswig - Das alte Pfarrhaus - Gartenansicht



Bild könnte enthalten: Pferd und im Freien
Abb.: 1984 in Berge bei Homberg/Efze


Kein automatischer Alternativtext verfügbar.
Abb.: Sommer 1985 nach bestandenem Abitur

/ergänzt: 22.5.17/
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